Tücken der Technik: Skype-Ausfall durch Software-Fehler verursacht

Der Ausfall der Skype-Dienste kurz vor Weihnachten ist geklärt. Verursacht wurde er angeblich durch eine Fehlfunktion in einer Windows-Version der Software. Der Rest war eine Art Domino-Effekt: Ein kleiner Wackler führte zum Gau, als eine Störung die nächste verursachte - bis nichts mehr ging.

Skype: Kostenlose Telefongespräche via Web, kostengünstige Ferngespräche ins Festnetz Zur Großansicht
dpa

Skype: Kostenlose Telefongespräche via Web, kostengünstige Ferngespräche ins Festnetz

San Francisco - Ein Softwarefehler war offenbar die Ursache für den millionenfachen Ausfall des Online-Kommunikationsdienstes Skype kurz vor Weihnachten. In einem Blogeintrag gab der Sprecher des Unternehmens, Lars Rabbe, am Mittwoch bekannt, dass die Probleme, die die Nutzung von Skype am Mittwoch und Donnerstag vor einer Woche für viele Kunden fast 24 Stunden lang verhindert haben, durch ein Problem einer der Windows-Versionen der Kommunikationssoftware entstanden seien.

Der Ausfall habe mit der Überlastung einiger Server begonnen, die Instant-Messaging-Nachrichten für Nutzer speichern, die gerade offline sind. Dadurch hätten einige Computer verspätete Antworten von diesen Servern erhalten und eine ältere Windows-Version der Skype-Software (Vversion 5.0.0.152) habe diese Antworten falsch verarbeitet - was zum Programmabsturz führte.

Dadurch sei Skype für rund 20 Prozent der Nutzer ausgefallen. Da Skype technisch aber auf dem P2P-Prinzip fußt und jeder Teilnehmer gleichzeitig auch Relaystation für die Weitergabe von Daten ist, bedeutete schon das eine Destabilisierung des Skype-Netzwerkes. Doch der kleine Fehler sollte weit mehr verursachen, als nur einen Daten-Engpass.

Denn unter den abgestürzten Rechnern waren auch etliche, die als sogenannte "Supernodes" als Knotenpunkte für die Vermittlung von Gesprächen über Skype fungieren. Nach deren Ausfall hätten die übrigen "Supernodes" den Datenverkehr nicht mehr bewältigen können, wodurch es zu einem wesentlich umfangreicheren Ausfall kam, der schlussendlich so gut wie jede Kommunikation über Skype unmöglich machte.

Erst am folgenden Tag erholte sich das Netzwerk. Am späten Donnerstag seien bereits wieder 21 Millionen Nutzer online gewesen, was etwa 90 Prozent der üblichen Nutzer zu dieser Tageszeit entsprochen habe, erklärte Firmenchef Tony Bates.

Gemessen an den Nutzerzahlen anderer Internetdienste erscheint die Zahl der weltweit betroffenen Skype-Nutzer klein, trotzdem erregte der Ausfall weltweit Aufmerksamkeit: Ein Telefondienst, der sich als ernsthafte Konkurrenz zu herkömmlichen Telefonielösungen versteht, lebt von der sogenannten Quality of Service - der Verlässlichkeit in Bezug auf Sprachqualität und Erreichbarkeit.

Dass Skype, das vor allem für internationale Verbindungen genutzt wird, ausgerechnet kurz vor Weihnachten mit dem damit verbundenen erhöhten Kommunikationsvolumen ausfiel, machte die Sache umso peinlicher. Bereits am Tag nach dem technischen Kollaps, noch bevor der Dienst wieder ganz hergestellt und eine Erklärung gefunden war, wandte sich Skype-Chef Tony Bates mit einer per Youtube verbreiteten Entschuldigung an seine Kunden.

pat/dapd

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