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TV via Internet YouTube wird zum Sportkanal

TV via Web: YouTube wird Sportkanal
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2. Teil: Was, wenn Fußball online geht?

Die Sender wissen also, das sie etwas unternehmen müssen in Sachen IPTV. Nachdem es zeitweilig hieß, die Deutsche Fußball Liga wolle zum Schutz ihrer zahlungskräftigen TV-Lizenznehmer ab 2013 keine Live-Lizenz mehr für das Internet gesondert verkaufen, sondern nur noch Lizenzen für die Nachberichterstattung, ist jetzt zu hören, dass sich Sky 2013 auch eine IPTV-Lizenz sichern wolle. In Wahrheit ist das keine Frage mehr von Wollen, sondern ein Muss.

Denn IPTV unterläuft die Geschäftsmodelle längst. Legal, wie es die Telekom mit Liga total demonstriert, oder mit umstrittener rechtlicher Basis, wie einige meist asiatische Anbieter, die seit Jahren schon Livebilder aller möglicher Fußballligen inklusive Bundesliga und Champions League über das Internet streamen. Diese Streams sind allerdings wirklich nur etwas für Freaks: qualitativ höchst bescheiden und ruckelig. Bei YouTube sähe sowas wohl anders aus.

Cricket ist dabei mehr als nur ein Testballon. Die IPL-Liga soll von 1,2 Milliarden Menschen verfolgt werden, glaubt man der Eigen-PR. Die Popularität von Cricket - zumal der neuen Form Twenty20 - steht außer Frage: Die IPL hofft tatsächlich, durch die Kooperation mit YouTube Fußball vom Thron der populärsten Ballsportart der Welt zu verdrängen. Das Spiel am Freitag wird weltweit übertragen, mit Ausnahme der USA - das aber auch nur, weil dort ein TV-Sender die IPTV-Ausstrahlungsrechte hält. Für die IPL ist die Lizenzierung an YouTube attraktiver als die Rechtevergabe an einzelne Sender.

Das ist eine mediale Zeitenwende, von der Europas Ligen und Sender natürlich noch einigermaßen weit entfernt sind. Oder scheinen? Am Ende ist alles eine Frage des Geldes: Die Ligen in England oder Spanien pfeifen finanziell auf dem letzten Loch, ihre Kosten sind in Höhen angewachsen, die mit TV-Werbung kaum mehr refinanzierbar sind - zumal der Werbemarkt am Boden liegt. Ist es da wirklich undenkbar, dass das richtige Gebot eines IPTV-Anbieters mit einem Schlag alles auf den Kopf stellen könnte?

Für die meisten Sportfans wäre all das längst kein Horrorszenario mehr: Zumindest im städtischen Raum ist die Infrastruktur für IPTV vorhanden, im ländlichen soll sie in den nächsten Jahren entstehen.

YouTubes Vertrag mit der IPL ist ein mächtig großer erster Versuchsballon. Der Kontrakt läuft über zwei Jahre, umfasst die Liveübertragung von 120 Spielen. Dazu produziert YouTube Hintergrundvideos, Häppchen hier und da, Interviews, Fanbeiträge und mehr. "Wir wollen", erklärte Gautam Anand, bei Google zuständig für Partner-Projekte in Asien, in der vergangenen Woche in einem Interview mit Techshout, "YouTube zu einer umfassenden Plattform für Videoinhalte machen, das schließt Live- und On-demand-Sportsendungen ein." Und TV- und Filminhalte.

Video: Sachin Tendulkar Superstar

Testweise ist YouTube bereits als virtueller Verleih tätig. In Indien testete die Videoplattform kürzlich eine Werbe-refinanzierte Filmvorführung und erreichte 800.000 Zuschauer. Mit Aktionen wie der Live-Übertragung eines U2-Konzerts testete der Konzern seine Kapazitäten, zum Sundance-Filmfestival konnte man erstmals kostenpflichtig aktuelle Filme bei YouTube leihen - was allerdings weitgehend erfolglos blieb.

Dass zugleich immer mehr TV-Sender oder Produzenten mit eigenen Partner-Kanälen den Weg auf die Plattform suchen, ist dabei nur logisch und zwangsläufig so: Die abwandernden Zuschauer müsse man da abholen, wo sie nun sind, glaubt etwa Jeremy Allaire vom Web-Videounternehmen Brightcove. Er meint damit nicht eigene Web-Videoangebote, sondern den Export seiner Inhalte auf populäre Plattformen wie YouTube oder Hulu.

Denn genau das ist der eigentliche Umbruch, den YouTubes Cricket-Kanal offenbart: Für den internetsozialisierten Medienkonsumenten sind nicht mehr länger Sender die Marke, für die er sich entscheidet, sondern die Inhalte - CSI, Cricket, Fußball. Google bereitet sich auf diese Form der TV-Nutzung in mehr als einer Hinsicht vor: In den vergangenen Tagen begann der Suchmaschinist versuchsweise damit, in den USA TV-Programmangebote zu erfassen und durchsuchen.

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insgesamt 8 Beiträge
Gegengleich 12.03.2010
Sollte sich das ganze durchsetzen, so hoffe ich, daß auch Nischensportarten wieder einen Übertragungsplatz finden. So habe ich seit der Streichung der Übertragung im Eurosportprogramm die japanische Sumoliga der [...]
Sollte sich das ganze durchsetzen, so hoffe ich, daß auch Nischensportarten wieder einen Übertragungsplatz finden. So habe ich seit der Streichung der Übertragung im Eurosportprogramm die japanische Sumoliga der Makuuchi-Division komplett aus den Augen verloren.
Meistertrainer 12.03.2010
Endlich wacht mal einer auf. Sport über das Internet hat ein riesiges Potential, auch für die Werbung. Leider haben viele Pay-TV Anbieter noch nicht kapiert , dass Nutzer ein einfaches, praktisches und wenn möglich kostenloses [...]
Endlich wacht mal einer auf. Sport über das Internet hat ein riesiges Potential, auch für die Werbung. Leider haben viele Pay-TV Anbieter noch nicht kapiert , dass Nutzer ein einfaches, praktisches und wenn möglich kostenloses aber werbefinanziertes Sportangebot über das Internet sehen wollen. Pay TV Sport in der klassischen Form a la Premiere/Sky ist veraltet. Die enormen Zugriffszahlen auf P2P Seiten, auf denen regelmäßig Champions League oder Bundesligaspiele gezeigt werden bestätigen den Trend. Die Leute von Sky müssen sich nicht wundern, wenn sie keine neuen Abonnenten gewinnen. Es ist einfach für viele Menschen viel zu teuer und unpraktisch sich 1. für 24 Monate an einen PayTV Anbieter zu binden 2. einen immensen Gerätepark anzuschaffen 3. für Inhalte wie Filme oder Serien zu bezahlen, die es mittlerweile kostenlos oder sehr günstig im Netz gibt. Ausserdem ändert sich das Fernsehverhalten. Für viele junge Menschen ist lineares Fernsehen nicht mehr zeitgemäß. Sie gucken lieber zeitversetzt und flexibel über Streamingplattformen wie Hulu, Myspass.de, Maxdome oder den Mediatheken der Fernsehsender. Und sie gucken viel fragmentierter, d.h via Fernsehen, Notebook oder sogar Smartphone. Die olympischen Spiele, bei denen man die ÖR Sender (ARD/ZDF) in HD sehen konnte, haben gezeigt, wie komfortabel Sport via IPTV ist. Google wird dieses Fernsehen wohl durch seine gigantischen Serverkapazitäten und sein Knowhow als Werbekonzern massiv ausbauen und beweist damit einen sehr guten Riecher für den Fernsehmarkt der Zukunft.
amonn 12.03.2010
SPON hat noch eines vergessen zu erwähnen: Inzwischen gibt es etliche neue TV-Geräte auf dem Markt, die den Zugriff auf Plattformen wie YouTube oder sogar das gesamte Internet direkt integriert haben. Somit kann die Übertragung [...]
SPON hat noch eines vergessen zu erwähnen: Inzwischen gibt es etliche neue TV-Geräte auf dem Markt, die den Zugriff auf Plattformen wie YouTube oder sogar das gesamte Internet direkt integriert haben. Somit kann die Übertragung via LAN oder WLAN auf der großen Mattscheibe verfolgt werden, ohne dass es noch einer externen Set-Top-Box oder eines PC bedarf. Mit mehreren Leuten auf einem kleinen Laptop- oder PC-Monitor eine solche Übertragung verfolgen zu müssen ist nämlich nur das halbe Vergnügen.
jestermind 12.03.2010
Aus meiner Sicht kommt das Thema Quality of Service in diesem Artiekl zu kurz. IPTV wie es der Telekom anbietet baut ja auf einem VPN auf, in dem die Telekom jederzeit den Datenstrom so priorisieren kann, damit (zumindest [...]
Aus meiner Sicht kommt das Thema Quality of Service in diesem Artiekl zu kurz. IPTV wie es der Telekom anbietet baut ja auf einem VPN auf, in dem die Telekom jederzeit den Datenstrom so priorisieren kann, damit (zumindest theoretisch ;-)) vertraglich garantierte QoS-Levels eingehalten werden. Gerade bei Live-Übertragungen ist dieses Thema nicht zu unterschätzen. Youtube muß sich ja mit dem "normalen" Internet begnügen, sprich, kann eben keine QoS garantieren. Gerade bei Live HD-Übertragungen bleibt abzuwarten, ob das funktioniert. Der normale User wird es nicht zu schätzen wissen, wenn der Stream ständig hängen bleibt. Auf dem World Economic Forum wurde gerade diesbezüglich von den Telekom-Vertretern diskutiert, Preismodelle für Anbieter einzuführen, die den youtubes dieser Welt Bandbreite garantiert. Aber halt nur gegen Bezahlung....
Eine Geisterdiskussion, die man getrost als Abzocke titulieren kann. Der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten und schon in ein paar Jahren werden die Bandbreiten von alleine ausreichen, dann muss auch nichts [...]
Zitat von jestermindAuf dem World Economic Forum wurde gerade diesbezüglich von den Telekom-Vertretern diskutiert, Preismodelle für Anbieter einzuführen, die den youtubes dieser Welt Bandbreite garantiert. Aber halt nur gegen Bezahlung....
Eine Geisterdiskussion, die man getrost als Abzocke titulieren kann. Der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten und schon in ein paar Jahren werden die Bandbreiten von alleine ausreichen, dann muss auch nichts priorisiert werden. Sieht man doch bei der Hardware, heute hat jede onboard Grafikkarte ein zigfaches an Speichermenge im Vergleich zu ganzen Computern vor wenigen Jahren. Und auch der Durchschnitts-DSL-Kunde bekommt heute ein zigfaches an Bandbreite. Allerdings, die Bandbreite wird längst nicht voll ausgenutzt. Das Medieninhalte höhere Bandbreiten brauchen, stimmt so auch nicht unbedingt. Wenn es HD und mehrere Kanäle gleichzeitig sein sollen, dann haben wir heute schon noch ein Problem. Wenn es normale PAL-Qualität sein soll, dann geht bereits mit einem 12000er DSL ein Mehrprogrammempfang. Und wenn erstmal VDSL und was immer danach kommt flächendeckend da ist, dann braucht man wirklich nix mehr priorisieren. Denn irgendwann ist nämlich auch mal Schluss mit dem Bedarf! Wir haben heute auch in jedem Haushalt Wasseranschlüsse, oft mehrere Waschbecken etc., die zu allen Zeiten genutzt werden, oft gleichzeitig (Mietshäuser). Trotzdem ist es nicht passiert, dass wenn in Haus 1-9 alle Duschen, in Haus 10 kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Und die Leute duschen auch nicht mehr, als vor ein paar Jahren. Öfter aufs Klo gehen sie auch nicht. Und so ist das auch mit dem Internet. Im Moment haben wir noch nicht das, was an Bandbreite theoretisch gebraucht werden könnte. Aber es ist eben auch nicht unendlich viel Bandbreite, die gebraucht werden wird. Ab einem bestimmten Punkt wird der Bandbreitenhype enden und nicht mehr steigen.
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