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Nutzerzahlen: Jedes zwölfte Twitter-Profil ist ein Bot

Twitter (Symbolbild): Hinter vielen Accounts verbergen sich keine Menschen Zur Großansicht
REUTERS

Twitter (Symbolbild): Hinter vielen Accounts verbergen sich keine Menschen

Twitter wächst und wächst - doch zu einem Teil stecken hinter den Tweets keine Menschen, sondern Programme. Die liefern allerdings keineswegs nur Spam. Viele sind sogar sehr beliebt.

Der Microblogging-Dienst Twitter hat in seinem jüngsten Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht Details zu seinen Nutzerzahlen genannt. Zuerst fallen die kontinuierlich steigenden Werte auf: Für Ende Juni 2014 gibt das Unternehmen 271 Millionen aktive Nutzer weltweit an. Sehr versteckt erscheint dann ein anderer, weniger eindrucksvoller Wert. Elf Prozent der aktiven Zugriffe auf das soziale Netzwerk würden mit Hilfe externer Tools erfolgen.

Weiter heißt es: "8,5 Prozent aller aktiven User nutzten Anwendungen, die unsere Server wegen regelmäßiger Aktualisierungen automatisch kontaktiert haben - ohne eine erkennbare weitere, vom Nutzer initiierte Aktion." Zu gut Deutsch: Hier handelte es sich um Bots. Die Anzahl dieser automatisierten Twitter-Accounts liegt demnach bei 23 Millionen. Dabei muss es nicht in jedem Fall um Spam-Schleudern handeln, deren Anteil liegt Twitter zufolge bei unter fünf Prozent. "Quartz" weist etwa aufs Twitter-Profil von Big Ben hin.

Der große Londoner Glockenturm meldet sich alle Stunde auch auf Twitter mit der korrekten Anzahl der Glockenschläge ("BONG BONG BONG BONG …"). Solche Service-Tweets gibt es auch in Deutschland in rauen Mengen, etwa von der "Rathausuhr Neukölln", die zur vollen Stunde drauflos berlinert, wie spät es gerade ist.

Auch sonstige, für Nutzer interessante Infodienste sind vertreten, von Wetterdiensten über Wasserstandsmeldungen bis zu Erdbebenmeldungen. Auch Nachrichten werden oftmals so verbreitet. Für Werbekunden ist das jedoch keine positive Nachricht. Sie werden kaum daran interessiert sein, ihre Anzeigen auch an seelenlose Algorithmen auszuliefern.

meu

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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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