Neue Nutzungsbedingungen Wie Twitter Hass und Sexismus bekämpfen will

Auf dieses Signal haben viele Nutzer gewartet: Twitter hat neue Maßnahmen gegen Trolle und Sexismus angekündigt, nun werden Details bekannt. Zentrale Punkte lässt die Firma aber in ihren Plänen aus.

Symbol des Kurznachrichtendienstes Twitter
REUTERS

Symbol des Kurznachrichtendienstes Twitter


Twitter hat ein Problem: Auf der Plattform toben sich regelmäßig Trolle, Neonazis und Sexisten aus. Das stört andere Nutzer, die mitunter selbst zur Zielscheibe der hasserfüllten Verbalattacken werden und sich von Twitter im Stich gelassen fühlen. Auf Beschwerden reagiere das soziale Netzwerk nur langsam, klagen die Betroffenen.

Jetzt gelobt das Unternehmen Medienberichten zufolge Besserung. Das US-Magazin "Wired" veröffentlichte eine interne E-Mail des Unternehmens. Darin beschreibt der Sicherheitschef von Twitter die neuen Regeln gegen den Missbrauch der Plattform. Der Kurznachrichtendienst wird demnach seine Nutzungsbedingungen während der nächsten Wochen verschärfen.

Mehr tun gegen Belästigungen

Konkret wird in der E-Mail das Vorgehen gegen pornografische Inhalte beschrieben. Twitter erweitert seinen Begriff der "nicht genehmigten Nacktheit" um pornografische Bilder, von denen die fotografierte Person nichts weiß. Die Plattform verspricht ein schnelleres Vorgehen und will die Urheber direkt sperren. Dem Unternehmen sei klar, dass es unzählige solcher Inhalte auf der Plattform gebe und es unmöglich sei, immer zu wissen, ob die Fotos einvernehmlich entstanden seien. Um die Opfer zu schützen, riskiere man jedoch mögliche Fehltritte.

Stärker will Twitter auch auf sexuelle Belästigungen reagieren. Aktuell können nur Nutzer, die direkt an einer Konversation beteiligt sind, ungewollte Kommentare melden. Mit einer neuen Funktion sollen jetzt auch Leser diese Möglichkeit bekommen. Der Kurznachrichtendienst erhofft sich davon, dass es leichter wird, Posts zu finden, von denen sich seine Nutzer belästigt fühlen.

Das Unternehmen ist noch unsicher

Weniger konkret formuliert das Unternehmen seine neuen Nutzungsbedingungen zu Rassismus, Gewalt und Hass. Die Ausführungen enden alle mit "weitere Details folgen".

Twitter tut sich außerdem noch schwer damit, klare Kante gegen extremistische und gewaltbereite Gruppen zu zeigen. So legt sich das Unternehmen zum Beispiel in der E-Mail nicht darauf fest, welche politischen Symbole und Gruppen von der Plattform verbannt werden sollen.

Erst am Freitag riefen Nutzer zum Boykott des Nachrichtendienstes auf. Die Plattform hatte den Post der amerikanischen Schauspielerin Rose McGowan gesperrt, die sich zum Sexismus-Skandal um den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein geäußert hatte. Wenig später gab Twitter-Gründer Jack Dorsey Versäumnisse zu und kündigte Verbesserungen an.

tki

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.