#buytwitter Nutzer träumen von Twitter-Übernahme

Im Moment scheinen weniger Konzerne als gedacht ernsthaft am Kauf von Twitter interessiert zu sein. Nun überlegen Nutzer, ob sie nicht selbst die Kontrolle über das soziale Netzwerk gewinnen könnten.

Gehört Twitter bald seinen Nutzern?
REUTERS

Gehört Twitter bald seinen Nutzern?


Geht es nach dem amerikanischen Journalisten Nathan Schneider, sollte Twitter bald seinen Nutzern gehören. Der Internetdienst steht angeblich zum Verkauf, doch trotz vieler Gerüchte zeichnet sich bisher nicht klar ab, wer das Unternehmen übernehmen könnte. Deswegen sollten die Nutzer den Kauf selbst in die Hand nehmen, sagt Schneider, und die Plattform als eine Art Genossenschaft weiterführen.

Seine Gedanken teilte Schneider kürzlich per "Guardian" mit anderen Twitter-Nutzern: Anstatt großen Unternehmen die Kontrolle über Twitter zu überlassen - und somit etwa einen inhaltlichen Wandel des Dienstes zu riskieren -, könnten die Nutzer selbst die Verantwortung übernehmen.

Im Netz findet seine Idee bereits Zuspruch: Unter dem Hashtag #buytwitter wird auf die Rettungsaktion aufmerksam gemacht.

Twitter? Nein, danke!

US-Medien hatten in den letzten Wochen unter anderem Microsoft, Salesforce und Verizon als potenzielle Twitter-Käufer genannt. Google war ebenfalls als möglicher Interessent im Gespräch. Vor wenigen Tagen berichtete die Tech-Nachrichtenseite "Recode" jedoch, Google sei an einem Kauf nicht interessiert. Auch eine Übernahme von Disney oder Apple sei wenig wahrscheinlich.

An der Börse ist Twitter derzeit mit rund 17 Milliarden Dollar notiert - die Nutzerzahlen stagnieren jedoch. Diese Entwicklung bremst das Geschäftsmodell des Netzwerkes, welches vorrangig auf Werbung gestützt ist - und schreckt wohlmöglich Käufer ab. Twitter wird derweil zunehmend von Investitionen abhängig.

Nathan Schneider befürchtet, dass die großen Unternehmen nur auf den richtigen Moment für eine günstige Übernahme warten. Dass es wirklich zu einer Übernahme durch einen Konzern kommt, will der Journalist mit seiner #buytwitter-Aktion verhindern.

Beliebt bei Journalisten, Politikern, Promis

Für viele Menschen ist Twitter mit den Jahren zu einer wichtigen Social-Media-Plattform geworden: Vor allem Journalisten, Aktivisten, Politiker und Prominente nutzen den Kurznachrichtendienst regelmäßig. Die Vorstellung, dass nun ein anderes Unternehmen das soziale Netzwerk umkrempeln könnte, beunruhigt viele Nutzer, vermutet Schneider.

Hier setzt er an und ruft dazu auf, sich selbst im Netz zu organisieren und gemeinsam zu überlegen, wie man Twitter gemeinsam retten könnte. Dabei sollen auch konkrete Ansätze entwickelt werden: Wer würde die Plattform letztlich betreuen, regulieren und betreiben, wenn sie einer Nutzergemeinschaft gehören würde? Wie könnte Twitter in Zukunft besser werden?

Über das Thema austauschen kann man sich in einer Gruppe bei Loomio, einer Open-Source-Plattform, die Gruppen bei kollaborativen Entscheidungsprozessen unterstützen soll. Zudem können sich Nutzer, die sich für das Thema interessieren, über Slack organisieren. Und auch in einem Google-Dokument, das der "re:publica"-Mitgründer Johnny Haeusler ins Netz gestellt hat, werden derzeit Ideen gesammelt. Träumen dürfen wird man ja noch.

acg

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