Netz-Spott Pferde und Bajonette

Im dritten TV-Duell verwechselte Mitt Romney Iran mit Irak, Kofi Annan mit Assad. Am ärgerlichsten dürfte es für den Republikaner jedoch sein, dass er Obama eine Steilvorlage für beißenden Spott bot. Das Netz lästert unter #horsesandbayonets.

REUTERS

Nein, Mitt Romney ist nicht der Liebling der Twitterer. Im ersten TV-Duell legte sich der Republikaner mit Bibo, dem großen gelben Vogel der Sesamstraße, an - und löste einen Entrüstungssturm bei den Nutzern des Kurznachrichtendienstes aus. Vergangene Woche lachte und tobte das Netz über #bindersfullofwomen, also "Ordner voller Frauen"; ein Zitat, mit dem Mitt Romney eigentlich seine frauenfreundliche Einstellung hatte bekunden wollen.

Auch nach diesem dritten und somit letzten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl macht ein Zitat auf Twitter die Runde (Lesen Sie hier im Minutenprotokoll, wie die Debatte ablief). Diesmal stammt es von Amtsinhaber Barack Obama. Als Romney beklagt, die Marine habe gegenwärtig weniger Schiffe als 1916, entgegnet der Präsident: "Na ja, Gouverneur, wir haben auch weniger Pferde und weniger Bajonette." Man habe dafür jetzt "diese Dinger, die man Flugzeugträger nennt und auf denen Flugzeuge landen können. Wir haben diese Schiffe, die tauchen können, Atom-U-Boote." Sarkasmus, Schlagfertigkeit, Häme pur. Punkt für Obama.

Sekundenschnell etabliert sich das Hashtag #horsesandbayonets als DAS Suchwort unter US-Twitterern. Laut Guardian hagelt es nach Obamas Bajonett-Ausspruch 105,767 Tweets pro Minute, der meist diskutierte Moment während des gesamten Duells. Auch auf Tumblr und Facebook werden Fotomontagen gesammelt; der eigentliche Ort des Spotts jedoch bleibt Twitter.

"Romneys militärischer Plan von 1917 passt zu seinen Energie-Plänen von 1917", twittert Demokrat Ed Markey aus Massachusetts. "Und der Plan passt zu seinen Ansichten zu Frauenrechten aus eben der Zeit", fügt Eche Madubuike hinzu.

Sein Ur-Großvater habe im Ersten Weltkrieg für die USA gekämpft, schreibt Rich Gallup: "Wir haben noch sein Bajonett, falls die Regierung es zurückhaben will." "Du weißt, dass Du ein schlechter Republikaner bist, wenn Dich ein Demokrat ausgerechnet mit Ronald Reagans Flugzeugträger auflaufen lässt", twittert Matt frei übersetzt. Autsch.

Und auch Bibo, beziehungsweise der Spaß-Account @BIGBIRD, meldet sich wieder zu Wort: "Teile diesen Tweet, wenn Du denkst, dass Obama die Debatte gewonnen hat. Investiere in Pferde und Bajonette, wenn Du denkst, Romney hätte gewonnen." Selbstredend hängt der Wahlausgang im November weder von Pferden noch Bajonetten ab - unterhaltsam war der Twitter-Exkurs ins Jahr 1917 allemal.

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felisconcolor 23.10.2012
1. .
Zitat von sysopREUTERSIm dritten TV-Duell verwechselte Mitt Romney Iran mit Irak, Kofi Annan mit Assad. Am ärgerlichsten dürfte es für den Republikaner jedoch sein, dass er Obama eine Steilvorlage für beißenden Spott bot. Das Netz spottet unter #horsesandbayonets. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-reaktionen-auf-tv-duell-zwischen-obama-und-romney-a-862806.html
wer jetzt immer noch nciht weiss warum Mitt Romney nicht wählbar ist... ...dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wunderbar "dieser Dinger wo Flugzeuge drauf landen können und Schiffe die tauchen können" Klasse Eigentlich Schade das Barack Obama Präsident ist, welch verschwendetes Talent. Mit seinem Spott könnte er viel mehr Geld verdienen. Aber es spricht für ihn, das er trotzdem Präsident bleiben will.
totak 23.10.2012
2.
Entschuldigung, wenn ich mir das Klugscheissen nicht verkneifen kann: Es handelt sich in dem Tweet nicht um "Ronald Reagans Flugzeugträger" sondern um den Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" (USS = United States Ship).
Rido 23.10.2012
3.
Zitat von felisconcolorwer jetzt immer noch nciht weiss warum Mitt Romney nicht wählbar ist... ...dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wunderbar "dieser Dinger wo Flugzeuge drauf landen können und Schiffe die tauchen können" Klasse Eigentlich Schade das Barack Obama Präsident ist, welch verschwendetes Talent. Mit seinem Spott könnte er viel mehr Geld verdienen. Aber es spricht für ihn, das er trotzdem Präsident bleiben will.
Na ja. Sooo witzig war es jetzt auch nicht. Aber immehin stand Romney genau als der Depp da, der er auch ist.
Ursprung 23.10.2012
4. Konservierte Konservative
Zitat von sysopREUTERSIm dritten TV-Duell verwechselte Mitt Romney Iran mit Irak, Kofi Annan mit Assad. Am ärgerlichsten dürfte es für den Republikaner jedoch sein, dass er Obama eine Steilvorlage für beißenden Spott bot. Das Netz spottet unter #horsesandbayonets. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-reaktionen-auf-tv-duell-zwischen-obama-und-romney-a-862806.html
Jeder Konservative ist die Konserve vom Gestern.
deus-Lo-vult 23.10.2012
5.
Zitat von felisconcolorwer jetzt immer noch nciht weiss warum Mitt Romney nicht wählbar ist... ...dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wunderbar "dieser Dinger wo Flugzeuge drauf landen können und Schiffe die tauchen können" Klasse Eigentlich Schade das Barack Obama Präsident ist, welch verschwendetes Talent. Mit seinem Spott könnte er viel mehr Geld verdienen. Aber es spricht für ihn, das er trotzdem Präsident bleiben will.
"Diese Dinger WO Flugzeuge drauf landen können..." würde Obama niemals sagen! Der versteht schon etwas von Grammatik.
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