Hass-Tweets Twitter vereinfacht Missbrauchsmeldungen an Behörden

Künftig soll es in den USA leichter sein, missbräuchliche und bedrohliche Tweets an die Behörden zu melden. US-Medien zweifeln allerdings am Nutzen der Funktion.

Meldefunktion bei Twitter: Automatische erstellter Bericht für die Polizei
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Meldefunktion bei Twitter: Automatische erstellter Bericht für die Polizei


Twitter-CEO Dick Costolo hatte schon im Februar Nachholbedarf bei der Bekämpfung von Missbrauch auf der Kurznachrichtenplattform eingestanden. Seit Dienstag wird in den USA nun eine Funktion eingeführt, mit der Nutzer Belästigungen nicht nur an das Unternehmen melden, sondern auch die Polizei informieren können, heißt es in einem entsprechenden Eintrag im Twitter-Blog.

Neu ist, dass man sich, nach dem man etwa eine missbräuchliche Nutzung Twitters gemeldet hat, eine Zusammenfassung dieser Meldung per E-Mail zuschicken lassen kann. Diese wiederum soll man den zuständigen Behörden übermitteln. Twitter empfiehlt diese Vorgehensweise ausdrücklich, wenn man sich wegen bestimmter Tweets in seiner Sicherheit bedroht fühlt.

"The Verge" bezweifelt allerdings, dass die neue Funktion eine spürbare Verbesserung darstellt. Weil Betroffene nach wie vor selbst herausfinden müssen, welche Polizeidienstelle für eine entsprechende Meldung in Frage kommt, sei deren Nutzen fraglich.

Immerhin bietet Twitter einen Leitfaden zur Strafverfolgung an. Er soll mit dem Thema nicht vertrauten Behördenvertreten beispielsweise erklären, was eigentlich Twitter ist und wie man weitere Informationen zu einem Vorgang anfordern kann.

Dass eine Meldefunktion, wie sie Twitter angekündigt hat, sinnvoll sein kann, zeigt ein aktueller Fall. Nachdem sie am Wochenende eine Basketballspiel kommentiert hatte, erhielt die Schauspielerin Ashley Judd ("Doppelmord") eine Reihe hasserfüllter Tweets, die unter anderen Androhungen sexueller Gewalt enthielten. Judd kündigte nun an, die entsprechenden Twitter-Nutzer anzeigen zu wollen.

meu

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