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Neue Filter: Twitter gegen Trolle

Jeder kann sich einklinken und mitmachen - diese Offenheit hat Twitter erfolgreich gemacht. Doch weil Spam und Pöbeleien zunehmen, erwägt das Unternehmen nun Einschränkungen.

Twitter-Chef Dick Costolo: Ein bisschen weniger Offenheit Zur Großansicht
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Twitter-Chef Dick Costolo: Ein bisschen weniger Offenheit

Twitter-Chef Dick Costolo kennt das Dilemma: Einerseits bestehe er auf dem Prinzip, dass "Tweets fließen müssen", sagte er der "Financial Times". Anderseits müsse man auf den "erschreckenden Missbrauch" reagieren. Denn natürlich gebe es bei allen verständlichen Wünschen nach Schutz vor Schindluder mit dem Microbloggingdienst auch das Bedürfnis nach freier, anonymer Rede, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr während des Arabischen Frühlings.

Um diese gegensätzlichen Ziele unter einen Hut zu bekommen, erwägen die Twitter-Verantwortlichen laut der "Financial Times", getweetete Antworten beim jeweiligen Profil zu verbergen, die von Usern ohne Twitter-Autorität stammen. Diese wiederum könnten daran erkannt werden, dass sie keine Follower besäßen und auch weder persönliche Informationen noch ein Profilbild anböten.

Doch schon hier gerate das Versprechen, sich für freie Rede einzusetzen, möglicherweise in Gefahr, ins Leere zu laufen. Pseudonyme seien an vielen Orten der Welt die einzige Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung, so Costolo zur "Financial Times". Das Problem werde in seiner Handhabung nicht einfacher, als Twitter derzeit am Umbau von einem Lieferanten dürrer Textnachrichten hin zu Multimedia-Botschaften arbeite, mit Inhalten, die von angezeigten Teasern von Zeitungsartikeln bis hin zur Anzeige von YouTube-Clips reichen.

Künftig könnten Tweets auch Umfragen oder Ratespiele enthalten. Trotzdem wolle man sich nicht vom traditionellen Geschäftsfeld entfernen und etwa mit klassischen Medienunternehmen in Wettbewerb treten, so Costolo. Auch wenn Twitter zunehmend aktuelle Nachrichten liefere, werde sich Twitter nicht zu einem Medienunternehmen wandeln. Man wolle schließlich keine Journalisten einstellen.

meu

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1. stimmt
ergo_789 28.06.2012
Zitat von sysopAPJeder kann sich in einklinken und mitmachten - diese Offenheit hat Twitter erfolgreich gemacht. Doch weil Spam und Pöbeleien zunehmen, erwägt das Unternehmen nun Einschränkungen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,841403,00.html
Im Internet herrscht tatsächlich ein rüder, wenn nicht gar unverschämter Umgangston vor. Ein Grund dafür könnte das Fehlen von Sanktionen sein. Wenn ich auf der Straße einen Fremden mit Schimpfwörtern überziehe , dann ist es selbstverständlich, dass Sanktionen drohen. Niemand von uns möchte so behandelt werden. Es kann nicht schaden, auch im Netz Mechanismen zu installieren, die das gewährleisten. Den Einwand, dass dadurch unsere (Meinungs-) Freiheit eingeschränkt würde, kann ich nicht nachvollziehen. Wer unverschämt ist, braucht sich nicht wundern, wenn er aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird.
2.
Anhaltiner 28.06.2012
Zitat von ergo_789Im Internet herrscht tatsächlich ein rüder, wenn nicht gar unverschämter Umgangston vor. Ein Grund dafür könnte das Fehlen von Sanktionen sein. Wenn ich auf der Straße einen Fremden mit Schimpfwörtern überziehe , dann ist es selbstverständlich, dass Sanktionen drohen. Niemand von uns möchte so behandelt werden. Es kann nicht schaden, auch im Netz Mechanismen zu installieren, die das gewährleisten. Den Einwand, dass dadurch unsere (Meinungs-) Freiheit eingeschränkt würde, kann ich nicht nachvollziehen. Wer unverschämt ist, braucht sich nicht wundern, wenn er aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird.
Das ist eine Frage der Umsetzung. Sind die Regeln klar und transparent oder stellt der Nutzer nach einer halben Stunde erstaunt fest das sein Tweet auf nimmerwiedersehn in einer Rundablage gelandet ist - auch wenn er sich keines Vergehens bewusst ist? Ich kenne ein Forum da ist es üblich das Beiträge verschwinden und man manchmal Glück hat das beim 2. oder 3. Versuch der Beitrag doch durchkommt, oder es dauert nur ewig lange bis dann 2 oder 3 gleiche Beiträge freigeschaltet werden. Die Frage ist auch wo die Schwelle liegt - ist dann ein "Und Darwin hatte doch recht" schon eine religöse Beleidigung der Kreationisten? Und wie sieht es bei Bemerkungen über Werbepartner: kommt "das neue iDings ist schlecht!" schon auf den Index wegen "geschäftsschädigender Aussage"?
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