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Taxi-App: Uber testet eigenen Lieferservice

Londoner Taxifahrer demonstrieren gegen Uber: Nicht nur Menschen, auch Waren sollen transportiert werden Zur Großansicht
DPA

Londoner Taxifahrer demonstrieren gegen Uber: Nicht nur Menschen, auch Waren sollen transportiert werden

Die Firma Uber will offenbar nicht nur Taxis ersetzen, sondern jetzt auch Amazon und Co. Konkurrenz machen. Derzeit testet das Unternehmen einen Lieferdienst, über den Nutzer Haushaltsartikel bestellen können.

Der private Transportdienst Uber, der schon jetzt den traditionellen Taxi-Unternehmern Konkurrenz macht, will neue Bereiche erschließen. Im hauseigenen Blog kündigten die Macher einen Service namens Corner Store (etwa übesetzbar mit "Laden um die Ecke") an. Dahinter verbirgt sich ein Lieferdienst, über den sich die Nutzer allerlei nützliche Dinge zustellen lassen können.

Das am Dienstag angelaufene Projekt befindet sich noch in der Testphase. Derzeit können nur Uber-Nutzer in bestimmten Gebieten der amerikanischen Hauptstadt Washington auf den Zusatzdienst zugreifen. In ihrer Uber-App finden sie eine Option, bei der sie aus einem Angebot aus 100 Haushaltsartikeln auswählen können. Zumeist handelt es sich um praktische Dinge des Alltagslebens, von Babywindeln bis Haarshampoo.

Nutzer müssen über die App eine Lieferadresse eingeben und werden dann von einem Uber-Fahrer kontaktiert, der sich in der Nähe befindet. Zum verabredeten Zeitpunkt und Ort werden die Waren dann ausgeliefert. Zunächst ist der Service montags bis freitags auf einen Zeitraum von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends beschränkt.

Konkurrenz für zwei Technik-Supermächte

Für "Wired" ist der Uber-Lieferdienst nicht weniger als ein "Kriegserklärung" an Amazon und auch an Google. Das Unternehmen habe in seiner fünfjährigen Firmengeschichte stets mit harten Bandagen agiert. Mit seinem neuen Angebot attackiere Uber jedoch die beiden "Technik-Supermächte" im Bereich der Warenauslieferung, den sich beide Unternehmen in den letzten zwei Jahren aufgebaut hätten. Amazon ist beim Online-Shopping Vorreiter, Google hat laut einem Bericht gerade erst 500 Millionen Dollar in seinen Zustelldienst gesteckt. Hier habe Uber zwar großen Nachholbedarf, besitze jedoch gleichzeitig einen großen Vorteil. Mit seinem Fahrerdienst habe die Firma ihre Kunden dazu gebracht, Handys wie eine Fernsteuerung für das echte Leben zu benutzen.

"The Verge" fügt an, Uber verfüge mit den registrierten Privatfahrern bereits jetzt über eine große Zahl potenzieller Lieferfahrer. Damit sei das Unternehmen in einer ganzen Reihe denkbarer Geschäftsfelder in großem Maße handlungsfähig. Immerhin gebe es berechtigte Zweifel, ob ein Lieferservice allein lebensfähig sei. Doch als Instrument der Kundenakquise sei das Angebot durchaus sinnvoll.

Wohin die Reise noch gehen kann, skizzierte Uber-Vorstandsmitglied Bill Gurley im Juli in einem Blogpost. Der inzwischen vielerorts etablierte Fahrdienst könne ohne große Schwierigkeiten etwa zu einem Autoverleih erweitert werden und damit klassischen Anbietern wie Avis oder Hertz Konkurrenz machen. In einem weiteren Schritt sei auch der Bereich der Krankentransporte ein denkbares Geschäftsfeld.

Am Ende entscheidet natürlich Kundenakzeptanz über den Erfolg. Davon hängt auch ab, ob der virtuelle Tante-Emma-Laden überlebt: "Je mehr ihr es mögt, desto wahrscheinlicher wird es bleiben."

meu

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1.
happy2010 20.08.2014
Wie ich schon sagte Hier wird auf Privatpersonen jedwelche Dienstleistung ausgelagert, die man nur auslagern kann Getragen und finanziert durch Steuerhinterziehung WENN
2.
happy2010 20.08.2014
Zitat von happy2010Wie ich schon sagte Hier wird auf Privatpersonen jedwelche Dienstleistung ausgelagert, die man nur auslagern kann Getragen und finanziert durch Steuerhinterziehung WENN
Wenn eine Person für einen Anderen eine Besorgung macht, dann dauert so etwas mindestens 15 Minuten Eine Arbeitsstunde, mit Sozialkosten, Lohnnebenkosten und Co würde bedeuten, das mindestens 6 Euro für diese Besorgung fällig werden Ohne Fahrzeugkosten, Buchhaltungskosten und Co Für eine gelegentlichn "Privatfahrer" rechnet sich ds nur, wenn er weder Buchhaltung noch Steuererklärungen, noch Betriebshaftpflicht noch Lohnebenkosten oder Steuer abführen muss UBER ist das klassische Beispiel eines Unternehmens, welches ganz gezielt Sozialsysteme nach Schwachstellen durchsucht, und ein Geschäftsmodell damit aufbaut, das die "privatleute" Steuerhinterziehung betreiben Der STaat kann nur dann etwas dagegen unternehmen, wenn er jedwelchen Geldtransfer kontrolliert, wenn er lückenlos überwacht und kontrolliert
3. Ja
kategorien 20.08.2014
Wozu zentralisierte Lieferdienste für Alltagsgegenstände? Gar nicht so unklug. Zwar dürfte es Sicherheits-, Arbeitsrechts- und Qualitätsbedenken geben, aber die grundsätzliche Idee ist beeindruckend, wenn denn abermillionen Menschen Uber nutzen. Dann könnte ein "freier" Fahrer für ein paar Euro meine Möbel oder Milch abholen, wenn es sich denn für ihn lohnt.
4.
happy2010 20.08.2014
Zitat von kategorienWozu zentralisierte Lieferdienste für Alltagsgegenstände? Gar nicht so unklug. Zwar dürfte es Sicherheits-, Arbeitsrechts- und Qualitätsbedenken geben, aber die grundsätzliche Idee ist beeindruckend, wenn denn abermillionen Menschen Uber nutzen. Dann könnte ein "freier" Fahrer für ein paar Euro meine Möbel oder Milch abholen, wenn es sich denn für ihn lohnt.
Wozu Paketdienste? Die könnten auch an zentraler Stelle von Ihrem Nachbarn abgeholt werden, und in der Straße verteilt werden Er bekommt dafür 3 Euro/Tag/Straße Der festangestellte Fahrer kostet incl Nebenkosten, Sozialkosten und Krankenvericherung für dieselbe Dienstleistung 12 Euro Ihr Nachbar stellt eine Rechnung und kassiert schwarz Billiger geht immer;-)
5.
happy2010 20.08.2014
Wozu Paketdienste? Die könnten auch an zentraler Stelle von Ihrem Nachbarn abgeholt werden, und in der Straße verteilt werden Er bekommt dafür 3 Euro/Tag/Straße Der festangestellte Fahrer kostet incl Nebenkosten, Sozialkosten und Krankenvericherung für dieselbe Dienstleistung 12 Euro Ihr Nachbar stellt eine Rechnung und kassiert schwarz Oder Putzdientleistungen Kann ein Uberfahrer nebenher erledigen Oder eben eine Putzapp wer putzen will sucht auf der App nach Angeboten Billiger geht immer;-)
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