Übernahmegerüchte: Ende der Spekulationen über Twitter-Verkauf

Erst Facebook, dann Google, zuletzt Apple: Twitter werde bald von einem Großunternehmen übernommen, für Hunderte Millionen Dollar, so lauteten Gerüchte der vergangenen Monate. Einer der Gründer des Dienstes sorgt nun für Klarheit.

New York - Schluss mit der Aufregung: Biz Stone hat die vielen Spekulationen über eine mögliche Übernahme des von ihm und Evan Williams gegründeten Internet-Kurznachrichtendienstes Twitter zurückgewiesen. Twitter stehe nicht zum Verkauf, sagte Stone am Mittwoch im US-Fernsehen. Am Tag zuvor hatten Medienberichte für Aufsehen gesorgt, der iPhone- und Computerhersteller Apple wolle Twitter für sagenhafte 700 Millionen Dollar kaufen.

Gründer Biz Stone (links) und Evan Williams: Twitter steht nicht zum Verkauf
AP

Gründer Biz Stone (links) und Evan Williams: Twitter steht nicht zum Verkauf

Über Twitter können Nutzer Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen an einen großen Leserkreis verschicken - die Nutzung des Dienstes wird deshalb als Microblogging bezeichnet. Twitter gilt derzeit als eines der "heißesten" Internet-Startups und kann enorme Wachstumsraten vorweisen: Hatten sich Anfang des Jahres noch weniger als zehn Millionen Nutzern des Kurznachrichtendienstes bedient, sollen es derzeit schätzungsweise bereits rund 25 Millionen sein. Trotzdem leidet Twitter seit seiner Gründung unter einem latenten Problem: Man kann damit kein Geld verdienen, ein tragfähiges Geschäftsmodell für die Vermarktung ihres Produkts haben die Gründer bis heute nicht vorgelegt.

Dennoch wurde der Kurznachrichtendienst immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Laut früheren Informationen ließ Twitter vor einiger Zeit das Online-Netzwerk Facebook abblitzen, dass 500 Millionen Dollar geboten haben soll. Anfang April hatte ein Bericht über das Interesse des Suchmaschinenriesen Google an Twitter für Aufregung gesorgt, der jedoch von anderen Quellen zurückgewiesen wurde.

Twitter
Prinzip
zu Deutsch zwitschern oder schnattern, ermöglicht es, kurze Textnachrichten als Mikroblog per SMS, Instant Messaging oder Web-Oberfläche zu veröffentlichen. Andere Nutzer können diese Meldung beispielsweise mit ihrem Mobiltelefon oder RSS-Reader verfogen. Der Dienst heißt Twitter, die SMS-ähnlichen Nachrichten Tweets. mehr zu Twitter auf der Themenseite
Geschäft
Twitter hat bislang kein Erlösmodell. Im Gespräch sind Werbung oder kostenpflichtige Twitter-Accounts für Unternehmen. Ende 2008 lehnte CEO Evan Williams ein Übernahmeangebot über 500 Millionen Dollar von Facebook ab. Akute Geldsorgen hat die Firma dennoch nicht - 55 Millionen US-Dollar Risikokapital hat das Unternehmen seit Gründung erhalten, zuletzt brachte eine Finanzierungsrunde noch einmal 35 Millionen US-Dollar.
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mak/dpa

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