Spionagesoftware mSpy Hacker veröffentlichen angeblich private Daten von Überwachten

Mit der Überwachungssoftware mSpy können Eltern ihre Kinder und Arbeitgeber ihre Angestellten über deren Smartphones überwachen. Jetzt hat es offenbar ein großes Datenleck gegeben. Eine Mitarbeiterin bestreitet das.

Smartphone-Nutzer: Ein Datensatz von mehreren Hundert Gigabyte ist aufgetaucht
Corbis

Smartphone-Nutzer: Ein Datensatz von mehreren Hundert Gigabyte ist aufgetaucht


Der Smartphone-Überwachungsdienst mSpy ist offenbar Opfer eines Hacks geworden. Laut dem renommierten Sicherheitsexperten Brian Krebs sind im Internet persönliche Informationen von vermutlich mehr als 400.000 mSpy-Kunden aufgetaucht: E-Mails, Textnachrichten, Passwörter, Apple-IDs, Fotos, Kauf- und Ortungsdaten.

Der gesamte Datensatz ist demnach mehrere Hundert Gigabyte groß und umfasst beispielsweise vier Millionen "Ereignisse", die von der Überwachungssoftware aufgezeichnet wurden. Darunter sind etwa Informationen darüber, wo sich bestimmte Personen zu bestimmten Zeitpunkten befunden oder wie sie ihr Smartphone genutzt haben.

MSpy bezeichnet sein Produkt selbst als "die beliebteste und nutzerfreundlichste Anwendung zur digitalen Beaufsichtigung Ihrer Kinder, zur Verhinderung von Datenklau und zur Kontrolle der Arbeitshaltung Ihrer Angestellten". Der Dienst wird auf Smartphones und Computern installiert und bietet weitgehende Einsicht in die Nutzung der überwachten Geräte.

Eltern und Unternehmen sollen damit mitverfolgen können, welche Anrufe ihre Kinder beziehungsweise Angestellten tätigen, welche Textmitteilungen und E-Mails sie verschicken und empfangen, wo sie sich gerade befinden, welche Websites sie aufrufen, und mit welchen WLAN-Netzen sie verbunden sind.

Kunden sollten sicherheitshalber ihre Passwörter ändern

Die Kontrollierenden haben Zugriff auf Kalender, diverse Instant-Messenger, Apps, Fotos und Videos und können das Gerät prinzipiell fernsteuern. Die Legalität solcher Dienste ist umstritten, Nutzer laufen Gefahr, gegen Datenschutzvorschriften zu verstoßen und den Schutz der Privatsphäre zu verletzen.

Noch ist nicht sicher, dass die veröffentlichten Daten zu mSpy-Nutzern gehören. Laut Brian Krebs ist auch die genaue Anzahl der angeblich betroffenen Nutzer unklar. "Aber eines ist klar", schreibt Krebs: "In diesem Datensatz steckt eine unglaubliche Menge an persönlichen und vertraulichen Daten, zum Beispiel Fotos, Kalenderdaten, Firmen-Mails und sehr private Konversationen."

Kunden von mSpy sollten sicherheitshalber ihre Passwörter - insbesondere das ihrer Apple-ID - ändern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, ist zunächst von einer weiteren Nutzung von mSpy abzuraten.

Eine Stellungnahme des Unternehmens steht aus; eine E-Mail an das Unternehmen wurde per Fehlermeldung zurückgewiesen, der Support-Chat antwortete nicht auf Nachfragen und ein Anruf bei der mSpy-Hotline blieb ebenfalls erfolglos. Gegenüber "Heise" wollte eine Mitarbeiterin des Herstellers den Hack nicht bestätigen: Die veröffentlichten Daten stammten nicht von mSpy-Anwendern, heißt es.

kno



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insgesamt 11 Beiträge
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felisconcolor 18.05.2015
1. Bespitzelung
als gesellschaftlich toleriertes Fun Objekt. Eltern bespitzeln ihre Kinder, Arbeitgeber ihre Arbeiter. Und alle schauen zu. Warum kann mSpy auch nur ein Ding verkaufen? So eine Firma müsste zu sein bevor sie auch nur haps gesagt hat. Und unsere Regierungen schauen zu und bespitzeln fleissig mit und niemanden schert es. Es ist wohl doch was im Trinkwasser. Mit meinen Vorstellungen einer freiheitlichen demokratischen Ordnung ist das nicht zu vereinbaren. Arbeitgeber die solche Dinge von ihren Mitarbeitern verlangen sollten auf eine schwarze Liste kommen, öffentlich einsehbar. Jeder kann dann selbst entscheiden ob er sie es dafür arbeiten will. Und für die Eltern wäre teeren und federn grad noch die richtigte Massnahme.
MarkusH. 18.05.2015
2. keine Antwort?
das ist immer toll. servicewüste internet. dafür dass die app ja auch noch geld kostet ein no-go
moneysac123 18.05.2015
3.
Meine Güte, ein Unternehmen, welches seine Miatrbeiter derart überwacht ist doch das letzte, vermutlich nicht gerade erfolgreich und mit den besten Potentials gesegnet sein.
MeFFM 18.05.2015
4. Betroffene sollen ihre Passwörter ändern
Toller Witz. Viele wissen vermutlich gar nicht das sie überwacht werden.
arno.crypto.nymous 18.05.2015
5. Überwachung …*
… ist illegal … ohne richterlichen Beschluss. Alle, die diese Software dennoch anwenden, handeln im höchsten Maße illegal. Das, was jetzt hier passiert, muss einfach mal passieren, um zu zeigen, welchen Missbrauch damit angestellt werden kann, sei es durch die eigenen Eltern, Werbevermarkter und oder Geheimdienste. Die Welt muss endlich eine gemeinsame rechtsverbindliche Lösung finden, das so etwas erst gar nicht erlaubt.
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