2020 - Die Zeitungsdebatte

Zeitungsdebatte Buzzfeed und Götterdämmerung

Der Journalismus lebe, sagt der Springer-Manager Ulrich Machold, gerade jetzt, wo das Medium Internet anfange, eine eigene Sprache auszubilden. Die Verlage könnten in diesen Zeiten nur dann eine Rolle spielen, wenn sie mutig seien.

In der neuen Welt der Nachrichtenschwemme, wo jeder twittern und bloggen kann und kein Scoop lange einer ist, haben die Journalisten zumindest eines noch exklusiv: die Angst vor dem Weltuntergang.

In den Redaktionen fragt man sich bang: "Die Zeitung stirbt, das ist furchtbar, was soll nur aus uns, aus der aufgeklärten Öffentlichkeit, aus dem ganzen Land werden?"

Außerhalb der Redaktionen fragt man sich eher: "Na und?"

So muss man das sehen - zumindest ist wenig von Demos oder Sitzblockaden vor Redaktionsgebäuden bekannt, wenn wieder einmal Personal eingespart oder gleich ein ganzes Objekt dichtgemacht wird. Das Produkt, das gute hundert Jahre lang eine Lizenz zum Gelddrucken und eine Säule des demokratischen Diskurses war, trifft offensichtlich auf galoppierende Gleichgültigkeit. Gibt es Zeitungen - okay. Gibt es keine mehr - auch nicht schlimm.

Die Ankunft des Internet ist wie die Erfindung der Druckerpresse und die Entdeckung der Elektrizität, auf einen Schlag und im Zeitraffer. Nicht nur die Medienwelt wird nie mehr so sein wie zuvor. Ein neues Massenmedium verändert immer auch Kultur, Sprache und die Parameter einer Gesellschaft. (Wer das nicht glaubt, möge sich daran erinnern, was das Fernsehen nicht nur mit der Politik gemacht hat.) In zehn Jahren wird der öffentliche Raum nicht wiederzuerkennen sein.

Wozu der Bombast? Um klar zu machen, wie einigermaßen hanebüchen der Gedanke ist, die Zeitung könne so einen Epochenwandel unbeschadet überstehen. Wahrscheinlich ist es, im Gegenteil, sogar die Fixierung vieler Medienleute auf das Produkt, das Gedankengebäude Zeitung, die den größten Schaden anrichtet. Weil dessen Probleme den Blick darauf verstellen, was schon an Neuem lebt und an Möglichkeiten entsteht, gerade auch für Qualitätsjournalismus, wie immer man den definieren möchte. Weil die Frage gar nicht ist, wie sich das Konstrukt Zeitung retten lässt - sondern wie das Prinzip Zeitung in der digitalen Welt aussehen kann. Und diese Aussichten sind tatsächlich besser, als das noch vor zwei oder drei Jahren der Fall war.

Die geneigte Kundschaft ist viel weiter als die Journalisten. Sie richtet sich in einer Welt ein, die anders aussieht und funktioniert - und auch deshalb hat sie ganz offenbar nicht den Eindruck, das, was ihr bislang die Zeitung brachte, in Zukunft nicht mehr bekommen zu können.

Der Online-Journalismus hingegen bewegt sich bislang fast überall auf dem Niveau des Fernsehens in den fünfziger Jahren: Man macht Radio und hält mit einer Kamera drauf. Zeitungs-Websites sehen in weiten Teilen immer noch aus wie eine Zeitung hinter Glas - Foto, Überschrift, mehr oder minder lange Texte in mehr oder minder gelungenem Tonfall. Auf mobilen Geräten wie Smartphones ist das viel zu oft auch noch grässlich anzuschauen.

Aber wie das Fernsehen bildet auch das Netz eine eigene Sprache aus. Die gehirnzermalmende Hitlisten-, Katzen- und zunehmend auch News-Website Buzzfeed etwa macht vor, wie Artikel sein müssen, damit Leser sie freiwillig auf die eigene Facebook-Seite stellen. Um zu sagen: "Ist das nicht toll? Und ich hab's zuerst gesehen!" Zu Ende gedacht ist das ein Stück der Funktion als sozialer Marker, die früher die "Süddeutsche" in der U-Bahn hatte (Signal: "Der ist nicht dumm, nicht arm, gemäßigt weltoffen und wählt wahrscheinlich Grüne oder SPD").

"Buzzfeed": "Ist das nicht toll?" Zur Großansicht

"Buzzfeed": "Ist das nicht toll?"

Es mag irre klingen, aber könnte man so auch das Feuilleton der "FAZ" machen? Kann man klug über Castorfs Bayreuther Inszenierungen berichten, ohne dass das am Ende die Form eines Textblocks mit einem Foto von Brünnhilde drüber annimmt? Wahrscheinlich ja.

Das großartige Experiment "Firestorm" des britischen "Guardian" zeigt, wie sich die Text/Foto-Kombination der alten Zeitung in Präsenz, Nähe und Didaktik für sehr lange Geschichten verwandeln lässt, wie es sie auf Papier nie geben könnte. Und in den USA (man soll nicht immer nach Amerika schielen, aber hier lässt es sich nicht vermeiden) probieren Apps wie Cir.ca umgekehrt aus, wie sich aus sehr wenig Text plus Fotos, Landkarten und Zitaten Nachrichtenstücke zusammensetzen lassen, die man auf dem Telefon tatsächlich gern liest, weil sie genau dafür gemacht sind.

All das sind Gehversuche, Aspekte, nichts davon der Weisheit letzter Schluss, vieles noch Freakshow - aber es ist Journalismus. Oder, anders gesagt, es könnten Formen eines neuen, digitalen Journalismus sein, für den man sogar Geld verlangen kann, Mehrwert, Begeisterndes, Paid Content im besten Sinn. Mit dem, was deutsche Zeitungen digital so tun, haben sie wenig gemein. Aber muss das so bleiben? Das Wehklagen, es nahe das Ende des Journalismus, hat viel mit Bequemlichkeit zu tun.

Das gilt auch fürs Kommerzielle. Dass Bezahlmodelle im Internet prinzipiell funktionieren können, ist mittlerweile eine ziemlich ausgemachte Sache (man muss nicht einmal mehr das Beispiel der "New York Times" bemühen). Nun kann man sich stundenlang streiten, ob zwei, drei oder vier Prozent zahlende Online-Leser viel oder wenig oder genug sind. Aber das Modell steht ganz am Anfang. Und wenn man sich vorstellt, dass in ein paar Jahren fünf Prozent der User vielleicht zehn Euro im Monat bezahlen, dann sind das zumindest für die großen Marken Summen, mit denen sich schon eine Menge Journalismus machen lässt.

Davon abgesehen lassen zumindest die stetig steigenden User-Zahlen vermuten, dass die 90 oder 95 Prozent der Leser, die nicht für Journalismus zahlen wollen, trotzdem auf Zeitungs-Websites kommen, solange sie sich dort umsonst orientieren und unterhalten können. Lässt sich jenseits von Werbung, die ein umfangreiches, redaktionelles Angebot fast nie tragen kann, Geld mit ihnen verdienen? Mit Spielen, mit Shops, mit Live-Events, mit Videorechten, je nach Marke, je nach Interesse? Höchstwahrscheinlich ist die Antwort darauf in vielen Fällen ebenfalls: ja.

Dabei ist es wahlweise putzig oder heuchlerisch, in solchen Dingen nun aber wirklich die Mutation des Journalismus in ein digitales Kaufhaus mit angeschlossenem Redaktionsbetrieb zu sehen. Schon allein, weil Journalismus schon immer ein quersubventioniertes Gewerbe war - die Leute kauften ihn nicht, und die Verlage verkauften ihn auch nicht wirklich. Die allermeisten Zeitungsleser erwarben ein Blatt, um sich zu zerstreuen und in der Welt zu verorten. Sport, Rätsel, Vermischtes, Todesanzeigen, ein bisschen Innenpolitik, fertig.

Das Feuilleton, die Außenpolitik, der ganze Kern des "Qualitätsjournalismus" - das weiß, wer sich schon einmal Copytests angeschaut hat - war nur wenigen sehr wichtig. Aber die durchblätternde Mehrheit hatte keine Wahl, und deshalb subventionierten neun Rätsel-Fans eben den einen Leser, dem das Korrespondentenbüro in Kairo echten Mehrwert brachte. Auch den Auto-Teil der "FAS", so steht zu vermuten, gibt es nicht hauptsächlich wegen des brennenden Interesses der Leserschaft an Testfahrten. Solange Redaktion und Geschäft getrennt bleiben, ist das auch in anderer Form legitim.

Das Meta-Narrativ Zeitung, die Definition der Wirklichkeit durch ein paar privilegierte Menschen in Redaktionsstuben, stirbt tatsächlich. Aber das Prinzip Zeitung, ihre Funktion als Erklärer, Erzähler, als unterhaltsamer Begleiter, der auch Unerwartetes dabei hat - kurz, der Journalismus - muss nicht mit ihm sterben. Man braucht ihn nicht mehr, man muss ihn jetzt wollen, und das macht alles viel schwerer. Er muss der Versuchung widerstehen, sich durch die ständige Popularitätsprüfung der Online-Welt in reine Unterhaltung zu verwandeln. Journalismus muss anders werden, interessanter, besser auch inhaltlich, weniger austauschbar. Aber alles in allem gibt es keinen strukturellen Grund, warum das nicht hinzubekommen sein sollte. Sondern immer mehr Gegenbeispiele, die Mut machen.

Das bedeutet nicht, dass die Zeitungsmacher es hinbekommen werden. Die Nachfrage für Dinge vorherzusagen, die es noch nicht gibt, ist eine einigermaßen komplizierte Sache. Manchmal erweisen sich gerade die auf den ersten Blick irrationalen Ideen als die besten - und Unternehmen sind vor allem darin sehr gut, irrationale Aktivitäten ihrer Angestellten zu verhindern. Und dauern können solche Zeiten auch: Bis die Erfindung der Druckerpresse sich durch Europa gefressen, bis das Buch die Gesellschaft völlig verändert und das Meinungsmonopol der Kirche hinweggefegt hatte, vergingen grob geschätzt 100 Jahre. Das Internet scheint da zum Glück effizienter zu sein.

Auch die Leser, die User, die Kunden, wie man will, brauchen Zeit. Sie scheinen recht gut zu wissen, was sie nicht mehr wollen - aber wie genau sie mit dem neuen Medium umgehen werden, lernen sie erst. Airbnb war gefühlt die 50. Webseite, mit der man die eigene Wohnung an Touristen vermieten konnte. Aber sie funktionierte, weil das Timing stimmte. Weil die Menschen genug Vertrauen in das Medium Internet gefasst hatten, um irgendwelchen Online-Kontakten eine so heikle Transaktion anzuvertrauen. Mit Paid Content, Bezahlmodellen, den neuen Formen und der Sprache des Journalismus im Netz ist es nur auf den ersten Blick ganz anders.

Aus den Anfangstagen der Telegrafie ist die Geschichte einer Dame überliefert, die mit einem Fass Sauerkraut in ein Amt in Karlsruhe marschierte. Es sollte an ihren Sohn in Rastatt gehen; sie hatte gehört, dass man mit der komischen Maschine etwas verschicken konnte. Man hätte das als Zeichen werten können, dass sich mit so einer blödsinnigen Technik nichts Substantielles anfangen ließ.

Aber clever wäre das nicht gewesen.

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Forum - 2020 - Die Zeitungsdebatte
insgesamt 156 Beiträge
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1. Oh Pardon...
W. Robert 02.08.2013
Nun, es gibt im Netz eben die „Allrounder“-Seiten wie Spon, Welt, Süddeutsche, Zeit, Frankfurter Allgemeine etc., die sich inhaltlich kaum noch wesentlich unterscheiden. Das hat mit Sicherheit auch mit der Verwechselbarkeit der Parteien zu tun, deren Inhalte sich zunehmend angleichen. Eine Lücke sehe ich da eigentlich nur für eine Kultur-Website, die tatsächlichen Qualitätsjournalismus bringt, und sich aus dem Spiel der Indoktrination mit fragwürdigen globliistischen Thesen heraushält. Man braucht also mehr Essays, mehr Humor und und mehr Einbeziehung der Kulturschaffenden, die sich längst aus dem Medienbetrieb zurückgezogen haben. Wie das in etwa aussehen könnte: Man lese mal ältere Pardon-Ausgaben, wo der Spagat zwischen ernsten Inhalten und Humor durchaus den Zeitgeist getroffen hat. Wahrscheinlich ist es aber gerade die Agenda der Medienkonzerne, die eher anti-aufklärerisch agiert, und genau daran wird es scheitern.
2. 2020?....
espressoli 02.08.2013
2020 wird es nur noch eine einzige Zeitung geben... angepasst an die immer dümmer werdene Bevölkerung, eine Art "Leselektüre für den deutschen Bildungsstand"... Ein Witzchen zur Einleitung... ein echter Mord - für Krimifans... ein Verkehrsunglück in der Sahara - für alle "Ach-Gott-Sager-und-Gaffer"... fünzig Seiten Fussball - und natürlich ein Bildchen von der - inzwischen auf Lebenszeit in Berlin festgetackerten Kanzlerin - gut retuschiert versteht sich - dazu der Text ihrer Neujahrsansprache von 2011... auf der letzten Seite dann noch das Wort zum Sonntag von der Kanzlerin: "Alles wird gut, ich bin und bleibe bei Euch"... Könnte es je eine grössere - ausgesprochene - Drohung für die Bürger geben?.. Wie die Zeitung heissen wird?... Da gibt es kein Entrinnen... so wie Kanzlerin, wird auch sie ewig unser sein.... "BILD" wird sie heissen... das "Generationenblatt", das in Kindergärten und als Lehrmittel in den Hörsälen der Universitäten benutzt werden wird und deren Herstellungs-Kosten vom Bildungsministerium voll übernommen werden... Und wer nach "alten Büchern" sucht, wird im Jahre 2020 dann sicherlich noch alte Bild-Exemplare bei eBay finden, die doch tatsächlich noch "die Nackerte" auf der Titelseite hatten... und zwischenzeitlich auch von weiblichen u. männlichen Emanzen gelesen wird - mangels "Alternativen"... Irgendwie keine schönen Aussichten für das Jahr 2020... Könnte man das "Vierbuchstabenblatt" nicht einmotten ehe wir das Jahr Zweitausendundzwanzig schreiben? - und bitte die Propaganda-Kanzlerin dabei nicht vergessen - beim einmotten meine ich...
3. @ W. Robert: Nein im Gegenteil
Amadeus Mannheim 04.08.2013
Zitat von W. RobertNun, es gibt im Netz eben die „Allrounder“-Seiten wie Spon, Welt, Süddeutsche, Zeit, Frankfurter Allgemeine etc., die sich inhaltlich kaum noch wesentlich unterscheiden. Das hat mit Sicherheit auch mit der Verwechselbarkeit der Parteien zu tun, deren Inhalte sich zunehmend angleichen. Eine Lücke sehe ich da eigentlich nur für eine Kultur-Website, die tatsächlichen Qualitätsjournalismus bringt, und sich aus dem Spiel der Indoktrination mit fragwürdigen globliistischen Thesen heraushält. Man braucht also mehr Essays, mehr Humor und und mehr Einbeziehung der Kulturschaffenden, die sich längst aus dem Medienbetrieb zurückgezogen haben. Wie das in etwa aussehen könnte: Man lese mal ältere Pardon-Ausgaben, wo der Spagat zwischen ernsten Inhalten und Humor durchaus den Zeitgeist getroffen hat. Wahrscheinlich ist es aber gerade die Agenda der Medienkonzerne, die eher anti-aufklärerisch agiert, und genau daran wird es scheitern.
Stimmt nicht! Was wir brauchen, ist Strukturierung der Information und Erklärung, Analyse. Die Meinungsgetriebenheit der Foren und Kolumnen ist natürlich interessant, macht es aber unmöglich, eine strukturierte Debatte über komplexe Themen zu führen oder zu verfolgen. Das ist der journalistische Job der Zukunft. Eben nicht mehr freie Themenwahl und eben nicht mehr das rigorose Beharren auf der Redaktionsfreiheit, sei darunter jetzt einmal die Freiheit zur politischen Meinung bzw. der Meinung in einer konkreten Sachfrage verstanden, die vom Verleger oder Herausgeber nicht beeinflusst werden darf. Nein, die Journalisten müssen uns, den Lesern, helfen, durchzublicken. Das ist auch der Grund, warum die TV-Talkshows gut laufen, so schlimm sie manchmal anzusehen und -zuhören sind. Sie lassen uns Testfahrten von Meinungen und Argumenten erleben, als wären es unsere. Und in guten Momenten sichern wir unsere Meinungen ab oder geben sie auf und verstehen, auf welcher argumentativen Basis wir dies vor uns selbst verantworten können. Dies ist in einer gut besetzten und gut moderierten Talkshow wirklich ein Gewinn, den ich bei Jauch und Will regelmäßig habe. Auch bei Illner. Wenn die Zeitungen es schaffen, diesen Gewinn zu bieten, werden sie leben. Egal ob digital oder gedruckt. Hierfür ist die eigene Meinung der Reakteure aber unwichtig. Sie ist einfach nicht mehr gefragt. Denn wir ertrinken in Meinungen. Die Journalisten müssen Moderatoren werden, Projektleiter des Projektes "Verständis", "Lösen von Komplexität" oder "Diskutieren alternativer Blickwinkel". Helfen lassen können Sie sich von Philosophen, etwa von Peter Sloterdijk, der in faszinierend einfachen Bildern komplexe Sacherverhalte darstelle, zB die politischen Parteien als Banken für Zorn- und Wutkapital darstellt, was einen sehr leicht verstehen lässt, was ein Grund für Politikverdrossenheit sein könnte. Hilfestellungen wie diese finden im Zeitungsjournalismus kaum noch statt. Die Branche muss komplett umdenken. Aktualität kann sie vergessen, dieses Rennen ist nicht mehr zu gewinnen. Meinung ist von gestern, s.o. Was zählt für die Zukunft ist Meinungskompetenz und echte Hilfe.
4. Mutig voran
wol54 04.08.2013
Zitat von sysopWie sieht die Zeitung von morgen aus? Was macht für Sie guten Journalismus auch in Zukunft aus? Diskutieren Sie hier auf SPIEGEL ONLINE. Wir sammeln die besten Vorschläge, werten sie aus – und entwickeln daraus das Konzept für eine digitale Tageszeitung.
Bei Zeitungen ist es ähnlich wie bei CDs: oft wollte ich nur einen Titel, musste aber früher die ganze CD kaufen. Heute kaufe ich mir nur noch diesen einen Titel bei Apple bzw. zahle ich monatlich 9,99 € bei Spotify und habe damit Zugriff auf fast alle CD´s. Was kann die Zeitungsbranche daraus lernen ? Einführung von Micropayment für einzelne Artikel, ich denke da an Beträge von 1-5 Cent. Mehrere Verlage (z.B. FAZ, Süddeutsche, Welt, Zürcher...) geben für 10 € im Monat ein Gemeinschaftsabo heraus. Der Abbonnent kann dann alle diese Zeitungen im Netz ohne weitere Mehrkosten lesen. Zeitungen wie die Stuttgarter Zeitung, Münchner Merkur... sollten Ihren Lokalteil deutlich ausbauen und dann z.B. für alle Nachrichten aus Ludwigburg 3 Cent pro Tag verlangen. Schlechte Nachricht: Es gibt kein Copyright auf News Gute Nachricht: seit ich mein Ipad habe sehe ich weniger fern, sondern lese auch mal den Lokalteil meiner heimatzeitung im Internet.
5. Tageszeitung vs. Online - 2020
koem 04.08.2013
Habe ich eine Tageszeitung in der Hand, umschleicht mich immer das unsichere Gefühl, nicht wirklich aktuelle Informationen geliefert zu bekommen. Das wird auch 2020 nicht anders sein! Aktuell ist eben nur online. Online wiederum habe ich keine Muße für längere Texte, für gut recherchierten Journalismus, für Hintergrundinformationen. Diese möchte ich aber nicht missen und sehe hier die Zukunft für das Printmodell. Erwähnt werden muss jedoch, dass dies wohl eher nicht auf eine Tageszeitung zutrifft, sondern auf ein Wochenmagazin. Für die Tageszeitung sehe ich schwarz. Beste Grüße aus Berlin Konstantin Thumm
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Zum Autor
  • Peter Müller
    Ulrich Machold ist Leiter der strategischen Produktentwicklung der Axel Springer AG und baut im Entwicklungslabor IDEAS an neuen digitalen Geschäftsmodellen für den Medienkonzern. Zuvor war er zehn Jahre lang Journalist, unter anderem bei der "Welt am Sonntag" und "Vanity Fair", und 2009 Teil des Teams des Kai-Diekmann-Blogs.
2020 - Die Zeitungsdebatte
  • Illustration: Carsten Raffel/ USOTA.COM
    Brauchen wir noch Tageszeitungen, und wenn ja, welche? Dieser Frage gehen auf dieser Seite Leser, Journalisten, Fotografen und Grafiker nach. Seit Jahren verlieren die Tageszeitungen an Auflage. Dass sich der Springer-Verlag von seinen Regionalzeitungen getrennt hat, war für viele ein gefährliches Signal.
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