Unicredit Unbekannte erbeuten Daten von Hunderttausenden Bankkunden

Die geplanten Investitionen in Datensicherheit kommen bei der italienischen Unicredit zu spät: Zweimal drangen Kriminelle im vergangenen Jahr in IT-Systeme der Großbank ein - und kopierten Daten von rund 400.000 Kreditnehmern.

UniCredit-Gebäude in Mailand
REUTERS

UniCredit-Gebäude in Mailand


Die italienische Großbank Unicredit ist Ziel von Hackerangriffen geworden. Unbekannte drangen gleich zweimal in Datenbanken des Unternehmens ein, zuerst im September und Oktober 2016 und dann erneut im Juni und Juli 2017. Über einen Dienstleister des Unternehmens hätten die Angreifer dabei Zugang zu den Daten von rund 400.000 Kunden in Italien bekommen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Betroffen seien ausschließlich Daten, die im Zusammenhang mit Privatkundenkrediten stehen. Den Angaben der Bank zufolge könnten die Eindringlinge persönliche Angaben sowie IBANs kopiert haben. Passwörter, die einen Zugriff auf Kunden-Accounts oder Transaktionen ermöglichen würden, gehörten indes nicht zur Beute der Datendiebe, heißt es weiter.

Die Bank erklärte, eine eigene Untersuchung gestartet sowie die Behörden informiert zu haben. Auch habe man Maßnahmen ergriffen, die von den Unbekannten ausgenutzte Sicherheitslücke zu schließen. Zudem sei der Fall der Staatsanwaltschaft in Mailand gemeldet worden.

Die Betroffenen würden nun von der Bank kontaktiert werden, wobei ausdrücklich betont wird, dass diese Kontaktaufnahme weder per E-Mail noch per Telefon erfolgen werde. Von Angriffen auf Kundendaten in anderen Ländern außer Italien ist in der Mitteilung der Bank nicht die Rede.

Wohl aber weist das Unternehmen darauf hin, bis 2019 2,3 Milliarden Euro in Ausbau und Verbesserung seiner IT-Systeme investieren zu wollen.

Zur Unicredit-Gruppe gehört auch die deutsche HypoVereinsbank (HVB).

mak/dpa

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