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Sicherheitslücke bei WLAN-Routern: Unitymedia rät zum sofortigen Passwortwechsel

Zentrale von Unitymedia: Aufforderung zum Passwortwechsel Zur Großansicht
Unitymedia

Zentrale von Unitymedia: Aufforderung zum Passwortwechsel

Der Internetanbieter Unitymedia rät seinen Kunden eindringlich, ihr WLAN-Passwort zu ändern - sofern sie das noch nie gemacht haben. Angreifer könnten das Passwort mit "spezieller Software und technischen Kenntnissen" herausfinden.

Wer Unitymedia-Kunde ist und einen Router des Unternehmens verwendet, sollte sicherstellen, dass er nicht mehr das Standardpasswort nutzt. Dazu rät Unitymedia in einem Facebook-Posting. Mit dem "werkseitig voreingestellten Passwort" ist jener Code gemeint, der auf der Rückseite des Geräts aufgedruckt ist. Wer seinen Router also längst auf ein anderes, selbst gewähltes Passwort umgestellt hat, für den ist der Hinweis nicht von Bedeutung.

(https://www.facebook.com/UnitymediaHilfe/posts/1196765557017655%22%3E)

Hallo zusammen,bitte ändert dringend Euer WLAN-Passwort. Wir haben Kenntnis davon, dass werkseitig voreingestellte...

Posted by Unitymedia Hilfe on Donnerstag, 14. Januar 2016
Das in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktive Unternehmen warnt in seinem Facebook-Beitrag, "dass werkseitig voreingestellte Passwörter auf WLAN-Geräten (Routern) mit spezieller Software und technischen Kenntnissen aufgedeckt werden können". Das Tech-Magazin "Heise Online" vermutet, das Standardpasswort könnte jeweils über ein geleaktes Support-Werkzeug des österreichischen Providers UPC errechnet werden, schließlich hätten beide Unternehmen Geräte von den gleichen Herstellern im Programm.

Unitymedia selbst lässt seine Kunden im Unklaren, was der genaue Anlass der Warnung ist. "Golem" zitiert einen Firmensprecher mit der Äußerung, der Hintergrund sein "ein industrieweites Thema": "WLAN-Geräte wie zum Beispiel Router werden häufig mit einem eindeutigen, werkseitig voreingestelltem Usernamen und Passwort ausgestattet. Wir haben Kenntnis davon, dass es mit spezieller Software und technischen Kenntnissen möglich ist, diese Passwörter zu ermitteln."

Auf Facebook betont Unitymedias Kundendienst, dass der Hinweis auf den Passwortwechsel derzeit nicht nur über das Netzwerk verbreitet wird: "Außerdem werden alle Kunden bei einer telefonischen Störungsaufnahme darüber in Kenntnis gesetzt und gebeten, das WLAN-Passwort zu ändern, sofern nicht bereits geschehen."

Der Wechsel eines WLAN-Passworts ist technisch unkompliziert. Was genau man bei einem Wechsel tun muss, lässt sich in der Router-Anleitung nachlesen. Bei Unitymedia lassen sich die Anleitungen hier digital abrufen, Hinweise des Unternehmens finden sich auch hier.

Update, 15.25 Uhr: AVM, der Hersteller der Fritzbox, weist darauf hin, dass seine Geräte nicht betroffen seien: "Alle Fritzbox-Modelle sind ab Werk mit einem individuellen, nach Zufallsprinzip erstellten WLAN-Schlüssel geschützt", schreibt das Unternehmen. "Es ist daher nicht möglich, aus der Seriennummer oder anderen gerätespezifischen Merkmalen den WLAN-Schlüssel einer Fritzbox zu ermitteln."

mbö

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Da haben wir ja noch Glück gehabt
eldoloroso 15.01.2016
Tach, Schön, dass unser Parlament mal halbwegs brauchbar war und in der aktuellen Novelle des FTEG den Routerzwang aufgehoben hat. Dadurch konnte ich einen passenden OpenWRT-Router am UnityMedia-Anschluss einsetzen und jetzt um so gelassener die aktuelle Entwicklung abwarten.
2.
cosmose 15.01.2016
Unitymedia? Dieser Saftladen, der mit "echtem Internet" wirbt und einem dann einen verkrüppelten DSLite Zugang mit 6to5 Tunnel andreht? Der Support von denen ist auch klasse. Wie oft habe ich da schon gefragt, wann ich meinen echten Internetanschluß bekomme, bei dem ich auch die Möglichkeit habe, von außen in mein LAN zu kommen...
3.
treime 15.01.2016
Zitat von eldolorosoTach, Schön, dass unser Parlament mal halbwegs brauchbar war und in der aktuellen Novelle des FTEG den Routerzwang aufgehoben hat. Dadurch konnte ich einen passenden OpenWRT-Router am UnityMedia-Anschluss einsetzen und jetzt um so gelassener die aktuelle Entwicklung abwarten.
Kann man auch so. Man muss den Unitymedia-Kram ja nicht installieren. Ich nutze seit jeher das Cisco Modem von UM, dahinter hängt mein eigener Router. Ich habe bei UM alle Produkte und Upgrades abgelehnt, bei denen man "all inclusive" Hardware verwenden muss. Zuletzt wollte man es mir nicht zugestehen ein 3Play Paket mit Horizon, aber Internet via Cisco Modem zu nutzen -> gekündigt und jetzt auf 1Play Internet ;) Reicht mir! (mit Cisco Modem und eigenem Router)
4.
cosmose 15.01.2016
Bei 3play mit 3 Rufnummern bekommen Sie immerhin eine FritzBox. Diese lässt sich wenigstens rudimentär konfigurieren, also WPA-Key ändern, uPnP deaktivieren... Viel schlimmer als der Routerzwang ist ohnehin das von mir bereits erwähnte Tunneling (6to4... dieses Mal ohne Vertipper). Ich nehme an, Sie haben kein 3play und konnten daher ohne weiteres den Router ersetzen. Bei der FritzBox ist das leider nicht so einfach, weil UM weder die SIP-Zugangsdaten für die Telefonie, noch fürs Internet rausrückt.
5. Servicewüste Kommunikationsunternehmen
eduardo_dk 15.01.2016
Ist schon erstaunlich, daß es Unternehmen der Kommunikationsbanche nicht schaffen, mit ihren Kunden vernünftig zu kommunizieren. Scheint aber ein übergreifendes Branchenproblem zu sein. Der Laden beschert seinen Kunden durch ein von ihm geliefertes Gerät ein Sicherheitsproblem und hält es nicht für nötig, die Kunden direkt zu informieren. Nein, man muß als Kunde dieses Saftladens auch Facebook-Nutzer sein (steht bestimmt in den AGB) oder selbst dort anrufen und eine Störung melden, um von dem Sicherheitsleck zu erfahren. Wenn dem Kunden ein neuer Vertrag oder anderer kostenpflichtiger Schnickschnack aufgeschwatzt werden soll, wissen die genau welche eMail- oder Postadresse der Kunde hat. Wenn es um wirklichen Service geht, ist dem Unternehmen eine Mailingaktion natürlich zu teuer. Da gibt es nur eine heilsame Reaktion: kündigen.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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