Update-Fehler: iPad-App von Facebook versehentlich im Netz gelandet

Das war so wohl nicht geplant: Ohne offizielle Ankündigung hat Facebook eine iPad-App veröffentlicht. Blogger, die sie ausprobiert haben, sind begeistert. Doch Vorsicht: An die App zu kommen ist einfach, sie auszuprobieren dagegen nicht.

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Facebook-Logo: Und plötzlich war die iPad-App da

Marvin Bernal hat Facebooks Fehler als Erster entdeckt: Am Sonntag berichtete der kanadische Informatik-Student bei Twitter, dass man die iPhone-App des sozialen Netzwerks mit einem simplen Trick in eine iPad-App umwandeln kann. Eine App, die ganz anders und vor allem viel besser ist als die iPhone-App. Eine App zudem, von der Facebook selbst lange behauptet hat, sie sei gar nicht nötig, weil Tablet-User schließlich auch auf die ganz normale Facebook-Web-Seite zugreifen können und man sowieso lieber in universellem HTML5 für Web-Browser entwickeln wolle.

Nun aber haben einige Blogger sofort ausprobiert, ob und wie diese mysteriöse App funktioniert. Tatsächlich, so erklärt TechCrunch, sei die iPad-App in der neuesten Version von Facebooks iPhone-App verborgen. Am Wochenende war ein Update mit der Versionsnummer 3.4.4 über Apples App Store verteilt worden. Als deren wichtigste Neuerung wurde ein "Senden"-Button für Kommentare und Chats bezeichnet. Aber unter der Haube wurde, wohl versehentlich, auch der Programm-Code der iPad-Software mit ausgeliefert.

Genau das hatte Marvin Bernal entdeckt und, mit einem Hinweis, wie man die iPad-Version aktivieren kann, getwittert.

Bei TechCrunch wird Facebooks derart aktivierte iPad-App als großer Wurf gegenüber der iPhone-Variante beschrieben. Die Software macht offenbar nicht nur ausgiebig Gebrauch von der größeren Bildschirmfläche des Apple-Tablets, sie verwendet auch einige typische iPad-Benutzertechniken wie schwebende Menüs. Außerdem ändert sich der Bildschirmaufbau je nachdem, ob man das Tablet horizontal oder vertikal ausrichtet. Das klare Urteil der Tech-Blogger: Die geheime App funktioniert viel besser als Facebooks Web-Seite.

Warten oder starten?

Wann die App offiziell veröffentlicht wird, ist allerdings unklar. Facebook selbst hat sich dazu nicht geäußert, die Existenz einer iPad-App bislang nicht einmal bestätigt. Die versehentliche Veröffentlichung dürfte nun aber dafür sorgen, dass die App schneller als geplant im App Store erscheint. Wenn es soweit ist, dürfte sie schnell an die Spitze der Download-Charts schießen, so wie ihr iPhone-Pendant, das seit seinem Erscheinen vor rund einem Jahr zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps zählt.

Facebook-Fans, die nicht so lange warten wollen, finden im Web verschiedene Anleitungen, die aufzeigen, wie man die aktuelle iPhone-App in eine vollwertige iPad-App umwandelt. Doch Vorsicht: Ganz trivial ist der Vorgang nicht. Unter anderem erfordert er, dass man einen sogenannten Jailbreak durchführt, also Apples Sicherheitsschranken abschaltet. Dadurch bekommt man zwar einerseits Zugriff auf viele von Apple nicht freigegebene Funktionen, läuft aber gleichzeitig Gefahr, sich fehlerhafte Software oder gar Schadprogramme auf das iPad zu holen. Nur wer sich dieser Risiken bewusst und sicher ist, mit den notwendigen Tools umgehen zu können, sollte diesen Schritt wagen.

Alle anderen warten besser, bis Facebook seiner iPad-App offiziell macht und als Download über den App Store anbietet. Lange dürfte das jetzt nicht mehr dauern.

mak

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1. ...
motormouth 25.07.2011
sorry, aber wer will jetzt noch eine facebook app fürs iPad, wo doch g+ gerade *der* hype schlechthin ist. oder ist das eine geschickt lancierte werbung von facebook?
2. titel
Nobbi 25.07.2011
Zitat von motormouthsorry, aber wer will jetzt noch eine facebook app fürs iPad, wo doch g+ gerade *der* hype schlechthin ist. oder ist das eine geschickt lancierte werbung von facebook?
richtig, facebook wird schliesslich ende des jahres abgeschaltet, weil alle welt bei g+ ist -.-
3. ??
titeroy 25.07.2011
Zitat von motormouthsorry, aber wer will jetzt noch eine facebook app fürs iPad, wo doch g+ gerade *der* hype schlechthin ist. oder ist das eine geschickt lancierte werbung von facebook?
Noch kenne ich keinen, der bei G+ ist. Ich habe mich zwar um einen Account dort bemueht, warte aber seit Wochen vergebens auf eine Freischaltung. Daher kann ich mir auf den Hype unter den Forentrollen die immer "G+" kontern sobald es um FB geht, keinen Reim machen.
4. don't believe tha hype
wonghan 25.07.2011
Zitat von motormouthsorry, aber wer will jetzt noch eine facebook app fürs iPad, wo doch g+ gerade *der* hype schlechthin ist. oder ist das eine geschickt lancierte werbung von facebook?
So so...es ist also *der* hype schlechthin? Da sind sie sicher voll krass dabei, oder? Also ich kenne noch fast niemanden der g+ hat.
5. Keine app
lassehoffe 25.07.2011
Zitat von motormouthsorry, aber wer will jetzt noch eine facebook app fürs iPad, wo doch g+ gerade *der* hype schlechthin ist. oder ist das eine geschickt lancierte werbung von facebook?
Hab noch keine g+ app finden können. So weit sind sie wohl noch nicht...
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Soziale Netzwerke
Facebook
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...
Was Sie über Jailbreaks wissen sollten
Warum macht man einen Jailbreak?
Manche Handy-Hersteller, allen voran Apple, erlaube die Installation von Software auf ihren Handys nur über den Umweg über einen App Store. Eine Installation "von Hand" ist nicht möglich. In das Angebot beispielsweise von Apples App Store werden allerdings nur Programme eingelassen, die Apples Richtlinien entsprechen. Zudem dauert Apples Zertifizierungsprozess manchmal mehrere Wochen, was es Entwicklern schwer macht, zeitkritische Updates schnell auszuliefern. Ein weiterer Kritikpunkt: Entwickler haben keinen Einfluss darauf, wann ihre App im Store erscheint, werden von Apple erst relativ kurz vorher informiert.

Ein anderer Grund für den Jailbreak: Er ist er die Voraussetzung für einen sogenannten Unlock. Der wiederum ist nötig, um ein iPhone, das an einen bestimmten Provider, etwa die Telekom, gebunden ist, im Netz und mit Sim-Karten anderer Anbieter nutzen zu können.
Wie wird ein Jailbreak durchgeführt?
Jailbreaks können auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Beim iPhone etwa basieren die meisten Entsperr-Techniken auf einer Desktop-Software, die das eigentliche Entsperr-Programm ohne Umweg über iTunes auf das iPhone bringt. Ganz ähnlich scheint der ChevronWP7-Jailbreak für Windws-Phone7-Handys zu funktionieren. Dass es auch anders geht hat der Entsperr-Trick von Jailbreakme gezeigt. Um ihn zu nutzen reicht es mit dem iPhone eine bestimmte Webseite aufzurufen, über die die Modifikationen auf das Handy eingespielt werden.
Welche Risiken birgt ein Jailbreak?
Indem ein Jailbreak die Kontrollinstanzen des Handyherstellers aushebelt öffnet er potentiell gefährlicher Schadsoftware die Tür. Es wird also umso wichtiger, nur Software aus vertrauenswürdigen Quellen zu installieren.

Außerdem können die Modifikationen durch einen Jailbreak das Betriebssystem destabilisieren oder bestimmte Funktionen behindern.

Vor allem aber besteht die Gefahr eines Garantieverlusts. Zwar hat der zuständige Leiter der Bibliothek des US-Kongresses das Jailbreaking und die dafür entwickelte Software in den USA offiziell erlaubt, für andere Länder hat diese Regelung aber keine Gültigkeit. Einige Jailbreaks lassen sich allerdings weitgehend rückstandsfrei wieder entfernen, wenn man eine Widerherstellung der iPhone-Software in iTunes vornimmt. Weil das aber nicht immer klappt, führt man einen Jailbreak immer auf eigene Gefahr durch, setzt sich dem Risiko aus, dass dabei etwas schiefgehen und das Handy unbrauchbar machen könnte.


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