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Urteil zu Abofallen: Internet-Abzocker muss für Jahre ins Gefängnis

Sie boten Freeware zum Download an - und kassierten für diese Dienstleistung trotzdem Geld. Kriminelle sollen so mindestens 4,5 Millionen Euro erbeutet haben. Der Kopf der Bande ist jetzt zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Einer der Angeklagten (im Oktober 2011): Acht Betrüger wurden ermittelt Zur Großansicht
dapd

Einer der Angeklagten (im Oktober 2011): Acht Betrüger wurden ermittelt

Hamburg - Das Landgericht Hamburg hat den Betreiber einer Abofallen-Internetseite wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sechs weitere Beteiligte verurteilten die Richter nach Angaben des Gerichts am Mittwoch zu Bewährungs- und Geldstrafen.

Der 28-jährige Hauptangeklagte hatte mit Unterstützung seiner Helfer eine Seite für Software-Downloads erstellt, um Nutzer im Netz zur Anmeldung zu verleiten. Danach forderte er plötzlich Geld für den angeblich kostenpflichtigen Service.

Nach Feststellung des Gerichts betrogen die sieben Angeklagten über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mit verschiedenen Unternehmen rund 65.000 Nutzer. Dabei verursachten sie einen Schaden von mindestens 4,5 Millionen Euro.

Die Richter werteten das Vorgehen des Seitenbetreibers als gewerbsmäßige Kriminalität, da er nur kostenlos verfügbare Software - sogenannte Freeware - angeboten hatte und Hinweise auf die vermeintliche Kostenpflichtigkeit seines Angebots absichtlich so auf der Homepage versteckte, dass niemand sie sah. Dass der Mann und seine Helfer den Opfern bei Zahlungsaufforderungen anschließend trotzdem weismachen wollten, es sei ein gültiger Vertrag geschlossen worden, sei als Betrug zu werten.

ore/AFP

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1. Welche Seiten?
AusVersehen 21.03.2012
Zitat von sysopdapdSie boten Freeware zum Download an - und kassierten für diese Dienstleistung trotzdem Geld. Kriminelle sollen so mindestens 4,5 Millionen Euro erbeutet haben. Der Kopf der Bande ist jetzt zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822863,00.html
Warum wird in dem Artikel nicht erwähnt, um welche Internetseiten es sich da handelte? Viele Geschädigte fragen sich nun, ob das ihr Betrüger ist, der nun bestraft wurde oder ob ihr Internetbetrüger immernoch sein Unwesen betreibt.
2. Ätsch
Ylex 21.03.2012
Zitat von sysopdapdSie boten Freeware zum Download an - und kassierten für diese Dienstleistung trotzdem Geld. Kriminelle sollen so mindestens 4,5 Millionen Euro erbeutet haben. Der Kopf der Bande ist jetzt zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822863,00.html
Mit großer Wahrscheinlichkeit gehörte auch ich zu den unfreiwilligen Kunden der Betrüger - aber ich habe die standardmäßigen 96 Euro nicht gezahlt, ätsch. Übrigens waren dabei gute Tipps aus dem SPIEGEL-Forum sehr hilfreich. Inzwischen lässt sich die Masche kaum noch erfolgreich durchziehen, weil ein Warnhinweis verpflichtend geworden ist, der deutlich macht, dass der User mit dem nächsten Klick eine Zahlungsverpflichtung eingeht.
3.
uricken1964 21.03.2012
Schön, daß es endlich einen erwischt hat. Vielleicht hält es ja andere davon ab. Meine Tochter (damals 12 Jahre) ist leider auch auf so einen Quatsch reingefallen (Sie wollte Skype laden). Letztendlich ist es nur wichtig, die Verbraucher dahingehend aufzuklären, daß sie Rechnungen / Mahnungen / Drohungen einfach ignorieren sollen - nach ca. 7 - 10 "Letzten" Mahnungen kommt dann doch nichts mehr von dieser Müllhalde der Gesellschaft!
4. Zeit wird's
klugscheißer2011 21.03.2012
Zitat von sysopdapdSie boten Freeware zum Download an - und kassierten für diese Dienstleistung trotzdem Geld. Kriminelle sollen so mindestens 4,5 Millionen Euro erbeutet haben. Der Kopf der Bande ist jetzt zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822863,00.html
Es wird auch Zeit, dass miese Geschäftemacher endlich zu spüren bekommen, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Was ich allerdings bei der Berichterstatung nicht verstehe: warum wird nur schwammig über das dubiose Geschäft berichtet und Ross und Reiter nicht genau benannt? Wurde nur einfach die Pressemitteilung des Gerichts übnernommen? Hat SPON hier nicht nachrecherchiert? Ich hätte schon gern gewusst, um welche Internetseite/n es sich dabei handelte und wie die Täter heißen. In anderen Justizfällen werden Namen auch öffentlich genannt. Nun, das Urteil mag evtl. noch nicht rechtskräftig sein. Dennoch kann man wenigstens sagen, um welche Internetportale es sich hier handelt. Und bei entsprechender Recherche oder Befragung der Verbraucherzentrale ergäbe sich vielleicht noch eine Liste mit Seiten, die für ebenso dubios gehalten werden. Warum sollte SPON sich nicht trauen, was Ulirch Meyer bei Sat1 jede Woche macht? - die kriminellen Abzocker aufspüren und an den Pranger stellen. Ich bin sonst wahrlich kein Sat1-Fan. Aber U.M. hat mit seiner Sendung "Akte" schon einiges an Aufklärungsarbeit geleistet und etlichen Betrügern das Leben erschwert. Kann man auch mal loben.
5. Betrug
hman2 21.03.2012
Zitat von YlexMit großer Wahrscheinlichkeit gehörte auch ich zu den unfreiwilligen Kunden der Betrüger - aber ich habe die standardmäßigen 96 Euro nicht gezahlt, ätsch. Übrigens waren dabei gute Tipps aus dem SPIEGEL-Forum sehr hilfreich. Inzwischen lässt sich die Masche kaum noch erfolgreich durchziehen, weil ein Warnhinweis verpflichtend geworden ist, der deutlich macht, dass der User mit dem nächsten Klick eine Zahlungsverpflichtung eingeht.
Ähem, das setzt aber voraus, dass der Betrüger sich an das Gesetz hält - irgendwie ein Widerspruch, finden Sie nicht auch?
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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