Steuererstattung: Facebook kriegt eine halbe Milliarde von den USA

Soziales Netzwerk Facebook: US-Steueraktivisten nehmen die Bilanz auseinander Zur Großansicht
REUTERS

Soziales Netzwerk Facebook: US-Steueraktivisten nehmen die Bilanz auseinander

Der Umsatz wächst, die Gewinne sprudeln, doch Facebook zahlt unterm Strich keine Steuern: US-Aktivisten haben jetzt ausgerechnet, dass der Konzern für 2012 sogar eine halbe Milliarde Dollar vom Staat bekommt. Möglich macht das ein besonderes Steuerschlupfloch für US-Aktiengesellschaften.

Hamburg - Facebook Chart zeigen verbucht einen satten Nettogewinn: 53 Millionen Dollar waren es 2012 - bei steigenden Umsätzen von zuletzt gut fünf Milliarden Dollar. Dennoch hat der US-Konzern 2012 unterm Strich keine Steuern gezahlt, sondern soll sogar Geld vom Staat erhalten. Das berichtet die unter anderem von privaten Spendern und Gewerkschaften finanzierte US-Steuerlobbygruppe "Citizens for Tax Justice" (CTJ).

Die CTJ-Analysten haben aus Facebooks Jahresbericht die verstreuten Details zu Steuerzahlungen zusammengesucht. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Insgesamt macht Facebook für das Jahr 2012 gut eine Milliarde Dollar an Steuerermäßigungen geltend.
  • Weil Facebook aber gar nicht so viele Steuern zahlen muss, erwartet das Unternehmen für 2012 sogar 429 Millionen Dollar Steuerrückzahlungen.
  • Durch die Anrechnung von Aktienoptionen wird Facebook in Zukunft seine Steuerzahlungen in den Vereinigten Staaten laut Berechnungen des CTJ um gut zwei Milliarden Dollar drücken können.

Die Steuergutschriften kommen durch einen komplexen Mechanismus zur Absetzung von Aktienoptionen zustande, die Firmen Mitarbeitern zuteilen. Das Verfahren ist laut CTJ für US-Firmen sehr vorteilhaft, weil die Steuern in größerem Maß gesenkt werden können, als die Optionen tatsächlich an Kosten verursachen.

Einer Analyse des CTJ aus dem Jahr 2011 zufolge ist der Aktienoptionstrick der Hauptgrund dafür, dass große US-Firmen Abgaben nach ungewöhnlich niedrigen effektiven Steuersätzen zahlen.

Facebook wollte sich gegenüber "Business Week" nicht zu den Zahlen äußern.

Der Autor auf Facebook

lis

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ja, und was interessiert das jetzt das Finanzamt der Bundesrepublik ?
Gerdtrader50 18.02.2013
Und was interessiert es die Presse dieses Hochsteuerlandes ? Welches alle Nachbarstaaten am liebsten mit der Kavallerie überfallen würde, um Steuern bei den Nachbarn einzutreiben ? Ich finde das insgesamt höchst lustig. MIlliardenkonzerne zahlen nix, Optionsscheininhaber kriegen die Konten gesperrt im Ausland von der US-Staatsanwaltschaft und unsere Ausbeuter aus dem Politikbereich suchen sich immer die besten Rosinen raus, die sie gerne aufpicken möchten, sprich kopieren. Gleichzeitig ruinieren sie die Eurozone mit ihrem laienhaften Vorgehen und geringfügiger Ahnung. Ulkig, Übersee und Europa, alles ein Hemd und eine Hose, die bösen Chinesen gilt es zu bändigen. Bloß zahlt der gemeine Chinese in Shanghai 6 Eurocent für ein Kilowatt Strom und der Ami 80 Eurocent umgerechnet für Benzin den Liter. Die Arschkarten haben immer die Deutschen gezogen, egal wer was wie propagiert, anfeindet oder fiskalisch anrüchig berichtet. Die Doofen sind immer die Germanskys. So war es immer, so wird es immer sein.
2. kriegt - Bitte Wortwahl überdenken
johnbatz 18.02.2013
Kriegt ist eher Grundschuldeutsch, vergleichbar mit Tunwort. Facebook bekommt eine halbe Milliarde.
3. Warum um Himmels Willi Willen sollte
prontissimo 18.02.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Umsatz wächst, die Gewinne sprudeln, doch Facebook zahlt unterm Strich keine Steuern: US-Aktivisten haben jetzt ausgerechnet, dass der Konzern für 2012 sogar eine halbe Milliarde Dollar vom Staat bekommt. Möglich macht das ein besonderes Steuerschlupfloch für US-Aktiengesellschaften. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/us-abgaben-facebook-macht-gewinn-kriegt-trotzdem-steuererstattung-a-883979.html
die Steuergesetzgebung in den USA mit mehr Grips gemacht sein als die unsere ?
4. Toll !
mad_man_walking 18.02.2013
Ist hier auch nicht viel anders... Damit ist dann aber auch für den letzten Einfaltspinsel erklärt, warum die öffentlichen Kassen so leer sind ! Schöne, neue Welt.
5. Bekommt man davon Pickel ?
vollwertkost 18.02.2013
Zitat von johnbatzKriegt ist eher Grundschuldeutsch, vergleichbar mit Tunwort. Facebook bekommt eine halbe Milliarde.
Eine Korrekturmeldung desdewege is aber auch höchstens Pennäler Nivea. Manches ist, nicht unbedingt speziell in diesem Fall, auch als "Stilblüte" anzusehen und macht es im allgemeinen orginell, oder auch nur etwas lockerer.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Facebook
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare
Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.