Die Recording Industry Association of America (RIAA) gab bekannt, dass sie sich auf Nutzer konzentriert habe, die im großen Stil Musikstücke im Internet angeboten hätten. So hätten die Beklagten durchschnittlich 1000 Titel über Tauschbörsen wie Kazaa, Grokster oder iMesh zum Download bereit gestellt.
Nach Angaben der RIAA drohen den Beklagten nach amerikanischem Recht bis zu 150.000 Dollar Strafe pro Lied. Bisherige Einzelfälle seien allerdings mit Strafzahlungen von rund 3.000 Dollar geregelt worden, sagte RIAA-Chef Cary Sherman.
Im Laufe der juristischen Offensive bekräftigte die RIAA ihr Amnestie-Angebot von letzter Woche. Sollten die Nutzer von Tauschbörsen sich freiwillig melden und ihre illegal erworbenen Musikstücke löschen, blieben sie von Strafverfolgung verschont, sagte ein Sherman.
Die RIAA hatte die Klagen bereits Ende Juni angekündigt. Seitdem spioniert der Verband mit Scanner-Programmen die Tauschbörsen aus. Die Programme untersuchen, auf welchen Computern besonders viele Musikstücke zum Download angeboten werden. Daraufhin registriert das Programm die Internet-Zugangsnummer dieser Computer. Mit dieser können die Plattenfirmen beim Internet-Provider den Namen des Computernutzers anfordern, der auf die entsprechende Zugangsnummer registriert ist.
Die Gruppe der Betroffenen ist durch das härtere Vorgehen der Plattenindustrie anscheinend noch nicht unsicher geworden. Der Verkehr auf Grokster ist nach Angaben des Inhabers der Tauschbörse wieder fast auf dem Stand vom Juni, als die RIAA schärfere Maßnahmen gegen die Musikpiraten ankündigte.
Vor zwei Jahren hatte die RIAA die Schließung der populären Tauschbörse Napster erwirkt. Bei Netzwerken wie KaZaA und iMesh ist dies nicht möglich, weil keine zentrale Datenbank mehr existiert, sondern die Nutzer ihre Musikstücke direkt untereinander tauschen. Nach Angaben der Plattenindustrie koste sie der Musiktausch über das Internet pro Jahr 700 Millionen Dollar an Einnahmen.
Positive Zahlen vermeldet dagegen der iTunes Music Store von Apple. Wie Apple mitteilte, ist in diesen Tagen das zehnmillionste Musikstück verkauft worden. Seit dem Start des Download-Angebots vor vier Monaten seien im Durchschnitt etwa 500.000 Songs pro Woche herunter geladen worden.
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