Cyberangriff in USA Hacker erbeuteten 39 Millionen Dollar von Steuerbehörde

Bei einem großen Angriff auf die amerikanische Steuerbehörde sind Cyberkriminelle nicht nur an die Daten Zehntausender Steuerzahler gelangt. Die Täter ergaunerten auch jede Menge Geld.

IRS-Chef John Koskinen: Hier bei der Anhörung eines Senatsausschusses zum Thema
AP/dpa

IRS-Chef John Koskinen: Hier bei der Anhörung eines Senatsausschusses zum Thema


Die spektakuläre Cyberattacke auf die Computersysteme der amerikanischen Steuerbehörde IRS war gravierender als bisher angenommen: Zwischen Februar und Mai 2015 gelangten die Angreifer nicht nur an die Daten von an die hunderttausend Steuerzahlern, sondern stahlen dabei Millionen Dollar.

Bei einer Anhörung des Senatsausschusses für Finanzen erklärte IRS-Chef John Koskinen, die Hacker hätten sich illegalen Zugriff auf das System für Steuerrückzahlungen verschafft. Sie hätten so erhebliche Summen abzweigen können, insgesamt belaufe sich der Schaden auf 39 Millionen Dollar. Laut "USA Today" konnte Koskinen weitere Attacken nicht ausschließen.

Im Verlauf der intensiven Ermittlungen sickerten Hinweise auf die Verantwortlichen durch. Angeblich führen die Spuren nach Russland. Es habe sich gezeigt, dass die Onlinekriminellen Teil einer größeren Operation gewesen seien, die aus Russland und anderen Ländern gesteuert worden sei, erklärte Koskinen.

Die Hauptsorge gelte nun den betroffenen Steuerzahlern. Sie sollten vor weiterem Betrug geschützt werden. Der Finanzamtschef musste sich bei seinem Auftritt vor den Senatoren harsche Kritik gefallen lassen. Der Ausschussvorsitzende Orrin Hatch warf Koskinen vor: In Hinblick auf die betroffenen Steuerzahler habe die Behörde "schlicht versagt".

Dass es soweit kommen konnte, hat allem Anschein nach auch mit dem laxen Sicherheitsbewusstsein zu tun, das bei der Steuerbehörde herrscht. IRS-Generalinspekteur J. Russell George teilte dem Senatsausschuss mit, beim Finanzamt seien wichtige Sicherheitsupdates der hauseigenen Software versäumt worden.

Viele dieser Aktualisierungen hätten es Angreifern deutlich schwerer machen können: "Es wäre viel schwieriger gewesen, wenn sie (die IRS-Verantwortlichen - d. Red.) all unseren Empfehlungen gefolgt wären."

Der vom US-Finanzministerium entsandte Generalinspekteur überprüft im jährlichen Turnus die IT-Sicherheitssysteme der Steuerbehörde und spricht Empfehlungen zur Verbesserung aus. Bis März 2015 seien jedoch 44 der entsprechenden Aktualisierungen noch nicht abgeschlossen worden, so George.

meu



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bananenrep 04.06.2015
1. Respekt ....
das freut einen um so mehr. Egal wie man über Hacker denken mag, genau das brauchen wir. Diese ganze elektronische Abwicklung. In D-Land kannst du auch nicht mehr deine Bilanzen so einreichen. Alles elektronisch. Hoffentlich hacken die so lange, bis wir wieder zum guten alten Papier zurückkommen.
neill1983 04.06.2015
2. Früher hieß es...
Alle Wege führen nach Rom - und nun heißt es alle Wege führen nach Russland / Moskau / Putin... Gott hört das denn nie auf? Dauert nicht lange bis die ersten wieder ankommen und von der Omi gehört haben das es so war und der nutzbare hieß Hacker Username hieß: putin.strikes.again
gandhiforever 04.06.2015
3.
Mit anderen Worten: Der Typ weiss nicht, wer dahinter steckt. Und die angeblich abgezweigten Millionen Dollars koennten geneu so gut veruntreut worden sein.
megamekerer 04.06.2015
4. Umdenken!
Auch mit die Sicherheitsupdate wären die Hacker durch gekommen, zur Zeit gibt es eine neue Qualität der Cyberkriminalität. Hauptproblem sind China und Microsoft, es werden sehr oft chinesische Hardware eingesetzt und dies haben sowieso Hintertüren und öffnen Ports, ohne auf den Server etwas bemerkt wird, die Prozesse laufen nicht direkt auf dem Server, sondern in der Hardware aus China, z.B. in Rom der Netzwerkkarte oder Festplatten Firmware, usw. Microsoft ist auch wegen seine Server Architektur enorm angreifbar! Es ist ein Teufelskreis, man kauft teure Produkte von Cisco und Microsoft und damit ist schutzlos dem Angreifer geliefert, währen Linux Produkten und andere Hersteller aus Korea ganz andere Produkte anbieten welche die Sicherheit absolut garantieren!
Labs-Kautz 04.06.2015
5. Boah ey...
Ganze 39 Millionen.... ein großer Batzen Geld..... einfach weg... das Bruttosozialprodukt der USA ist mal wieder im Eimer, und das wo die doch erst 610 Milliarden in Waffen und Menschen investiert haben die zu nichts weiter taugen als zum abfilmen für Propagandazwecke. So muss der arme Steuerzahler diese 39 Millionen auch noch dazu zahlen, aber der gute Patri(di)ot wird das selbstverständlich unaufgefordert mit einem Lächeln auf den selbstbezahlen Zähnen erledigen. Ich hoffe das war jetzt nicht zu viel Zynismus ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.