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US-Wahlkampf: Wem die IT-Bosse ihr Geld spenden

Die Chefs der großen amerikanischen IT-Firmen verteilen großzügig Spenden an US-Politiker und Parteien. Dabei zeigt sich die Branche ebenso gespalten wie das übrige Amerika. Michael Dell und eBay-Chefin Meg Whitman sponsern die Republikaner, Apple-Manager geben ihr Geld lieber den Demokraten.

Apple-Chef Jobs: Bislang kein Geld für Bush
REUTERS

Apple-Chef Jobs: Bislang kein Geld für Bush

Transparenz wird in den USA ganz groß geschrieben. Wer an welche Partei wie viel spendet, lässt sich mit wenigen Mausklicks im Internet recherchieren. Das kann mitunter peinlich werden. So deckte die amerikanische Newssite "The Inquirer" im März auf, wie Microsoft wohlgesinnten Politikern unter die Arme greift.

Damals hatte die EU gerade eine 500-Millionen-Euro-Strafe gegen Microsoft verhängt. Zehn US-Senatoren schickten daraufhin einen Protestbrief nach Brüssel, acht von ihnen kassierten 2004 bereits 25.000 US-Dollar an Spenden aus dem Hause Microsoft.

Klar, dass die Manager aus dem Silicon Valley auch im US-Wahlkampf kräftig mitmischen. Michael Dell, der polternde Selfmademan aus Texas, steckte George W. Bush und dem Republican National Commitee in diesem Jahr 27.000 Dollar zu. Auch John Chambers (Cisco), Terry Semel (Yahoo) und die eBay-Chefin Meg Whitman stehen auf Seiten der Republikaner - dem Demokratischen Kandidaten John Kerry spendeten sie keinen einzigen Cent. Zu verfolgen sind die Spenden auf den Internetseiten der Federal Election Commission.

Der Intel-Manager Craig Barret unterstützt ebenfalls republikanische Politiker, bedachte jedoch in den letzten Jahren auch immer wieder Demokraten wie Joseph Liebermann. Seine Frau Barbara ist eine aktive Republikanerin und bewarb sich auch schon einmal um den Gouverneursposten im Bundesstaat Arizona.

Michael Dell: 27.000 Dollar für Bush
DDP

Michael Dell: 27.000 Dollar für Bush

Als bekennende Demokraten - zumindest in Bezug auf Spenden - outeten sich Ted Waitt von Gateway und Andy Grove von Intel. Apple-Chef Steve Jobs taucht in den Spendenlisten für die diesjährige Präsidentschaftswahl nicht auf. In den vergangenen Jahren waren es überwiegend Demokraten, denen er Geld zukommen ließ. Seine Frau hingegen hat in das diesjährige Rennen ums Weiße Haus bereits investiert. Der mittlerweile zurückgetretene Demokratische Präsidentschaftsbewerber Howard Dean bekam im Juli 2003 1250 US-Dollar von ihr.

Dass es den IT-Managern mit ihren Spendern nicht nur um Lobbyarbeit für ihre Unternehmen geht, zeigt der Fall des Apple-Mitgründers Steve Wozniak. Er unterstützte die Demokraten Dean und Kerry, weil ihm die Richtung, in die sich Amerika gerade bewegt, missfällt. "Ich war 30 Jahre lang unpolitisch, aber ich bin derzeit sehr beunruhigt", erklärte er gegenüber dem Newsdienst "Cnet". "Ich würde mein Leben geben, um unsere Jugend vor einem zweiten Vietnam zu bewahren", sagte Wozniak, der mittlerweile als CEO der IT-Firma Wheels of Zeus arbeitet. "Meine Werte sind heutzutage besser durch die Demokraten repräsentiert."

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