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USA: Kartellwächter weiten Google-Untersuchung aus

Bevorzugt der Internet-Konzern in seinen Suchergebnisse eigene Produkte? Nimmt er Einfluss auf Handy-Hersteller? Amerikanische Wettbewerbshüter haben ihrer Überprüfung von Google einem Medienbericht zufolge erheblich erweitert. Das Unternehmen gelobt offene Zusammenarbeit.

Google-Suchmaschine: Manipuliert der Konzern Kunden und Partner? Zur Großansicht
AFP

Google-Suchmaschine: Manipuliert der Konzern Kunden und Partner?

Hamburg - Die Untersuchung des Suchmaschinen-Konzerns Google durch US-Kartellbehörden wird ausgeweitet. Einen Bericht des "Wall Street Journal" zufolge nehmen die amerikanischen Wettbewerbshüter Schlüsselbereiche wie das Geschäft mit der Internet-Suche und dem Handy-Betriebssystem Android unter die Lupe. Unter anderem gingen sie der Frage nach, ob Google Hersteller von Android-Smartphones von einer Zusammenarbeit mit Konkurrenten abhalte, schreibt das Blatt am Donnerstag, beruft sich dabei auf nicht namentlich genannte Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind.

Außerdem prüften die Mitarbeiter der Handelsbehörde FTC Vorwürfe, wonach Google in den Suchergebnissen eigene Dienste bevorzuge und in seinen Angeboten auf unfaire Weise von Konkurrenten gesammelte Informationen verwende. So steht der Vorwurf im Raum, Google nutze Bewertungen von Restaurants oder Geschäften, die auf Seiten wie Yelp oder TripAdvisor gesammelt wurden, in seinem eigenen Angebot Places.

Die FTC hatte Ende Juni mit einer offiziellen Überprüfung von Google begonnen. Die genauen Ansatzpunkte wurden damals nicht bekannt. Weithin wurde vermutet, dass es um die Frage geht, ob der Konzern seine Vormachtstellung bei der Internet-Suche gegen Rivalen ausnutzt. Google weist entsprechende Vorwürfe von Konkurrenten konsequent zurück. Gegenüber dem "Wall Street Journal" sagte eine Google-Sprecherin, man werde gerne alle Frage bezüglich Googles Geschäftspraktiken und habe Verständnis dafür, dass der Erfolg eines Unternehmens solche Untersuchungen zur Folge habe.

Viel Geld, wenig Konkurrenz

Schon seit Monaten kursierten Medienberichte, wonach Googles Kerngeschäft mit der Internet-Suche im Mittelpunkt des Interesses der Wettbewerbshüter stehe. Sollte die Untersuchung in ein Kartellverfahren münden, könnte es für den Internet-Konzern gefährlich werden. Das Geschäft mit der seiner Suchfunktion sorgt bei Google bis heute für einen Großteil der Milliardengewinne. Der Konzern verkauft seinen Kunden Anzeigenplazierungen neben Suchanfragen, die zu den beworbenen Produkten passen. Kartellrechtliche Auflagen für diese Art der Vermarktung könnten das Unternehmen also Geld kosten.

In den USA laufen mehr als 60 Prozent des Internet-Suchanfragen über Google, in Teilen Europas sind es sogar bis zu 90 Prozent. In diesen Regionen ist Microsofts Suchmaschine Bing die einzig verbliebene relevante Konkurrenz. Die EU-Kommission hat deshalb bereits Ende vergangenen Jahres eine eigene Untersuchung eingeleitet, nachdem sich Rivalen über ihrer Ansicht nach unlautere Geschäftsmethoden beschwert hatten - darunter auch Microsoft.

mak/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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1. Verschonen
Denx 11.08.2011
Google sollte nicht nur aufhören, eigene Produkte heimlich zu pushen, falls die Vorwürfe stimmen, sondern uns endlich mit Suchergebnis-Schrott wie yasni und Produktsuche und dem restlichen Klicki-Bunti verschonen.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix
Google
Der Konzern
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.


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