Usenetrevolution.info Ermittler nehmen illegales Download-Portal vom Netz

Filme, Serien, E-Books und Videospiele: All das wurde über die Plattform Usenetrevolution.info illegal angeboten. Nun ist das Portal offline, eine Razzia betraf 42 Personen in 13 Bundesländern.

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Deutsche Ermittler haben ein Download-Portal vom Netz genommen, das mehr als 300.000 Filme, Serien, MP3s, Videospiele und E-Books illegal angeboten haben soll. Das teilte die hessische Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit. Das Portal Usenetrevolution.info soll zuletzt mehr als 27.000 Mitglieder gezählt haben. Den Rechteinhabern könnte durch die Plattform ein Schaden in Höhe von 2,9 Millionen Euro entstanden sein, heißt es.

Wer hinter dem Portal steckt, könnte bald bekannt werden: Beamte haben in den vergangenen Tagen in 13 Bundesländern die Wohnungen von 42 Personen durchsucht und dabei Computer sowie Festplatten beschlagnahmt. Die Betroffenen, die im Verdacht stehen, am Betrieb des Portals beteiligt gewesen zu sein, waren laut einer Pressemitteilung zwischen 23 und 72 Jahre alt.

Als Hauptverdächtiger gilt ein 49-Jähriger aus dem Wetteraukreis in Hessen. Der Mann soll sich als Administrator um den Betrieb des Portals gekümmert haben. Seine 39-jährige Ehefrau steht ebenfalls unter Verdacht. Sie soll unter anderem urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen und die Website mitorganisiert haben.

An dem Portal waren aber offenbar Helfer aus ganz Deutschland beteiligt. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte Wohnungen unter anderem in Berlin, Dresden, Hamburg und Stuttgart.

IT-Experten haben die Server lokalisiert

Der Hinweis auf das illegale Angebot auf der Plattform kam laut Oberstaatsanwalt Alexander Badle, einem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main, von der Film- und Spielebranche selbst. Der Verein Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) aus Berlin habe die Behörden auf das Portal hingewiesen.

Die Mitglieder von Usenetrevolution.info haben sich über das sogenannte Usenet die Dateien auf ihre Rechner geladen. Das dezentrale Netzwerk läuft parallel zum World Wide Web, Usenet-Seiten sind teils nur mit entsprechenden Zugangsdaten zu erreichen.

"Die Betreiber haben versucht, den Zugang nach außen abzuschotten", sagt Badle zum aktuellen Fall. Zusammen mit IT-Experten habe man aber die Server in den Niederlanden und Frankreich lokalisieren können.

Die Nutzer sind offenbar mit einer aktuellen Auswahl an Downloads geködert worden. "Auf dem Server wurden zahlreiche Hollywood-Blockbuster und aktuelle Videospiele angeboten", sagt Badle. Die Inhalte waren nur mit einem kostenpflichtigen Zugang zu erreichen, so haben die Betreiber an dem Portal verdient.

Derzeit wird laut Badle vor allem gegen die Administratoren ermittelt. Doch auch die Mitglieder haben aus seiner Sicht Rechtsverstöße begangen: "Was mit den angemeldeten Nutzern passiert, darüber machen wir uns in den kommenden Wochen Gedanken."

An den Ermittlungen beteiligten sich neben der hessischen Generalstaatsanwaltschaft und dem hessischen Landeskriminalamt unter anderem das BKA, die europäische Justizbehörde Eurojust und Staatsanwaltschaften aus 12 weiteren Bundesländern.

jbr



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