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15. Februar 2013, 15:22 Uhr

Spielemarkt

Valve öffnet Steam für Linux

Valve hat am Donnerstag seine Spiele-Plattform Steam für Linux veröffentlicht - und damit die Jagd auf Microsoft, Sony und Nintendo eröffnet. Wenn viele Spiele-Entwickler auf den Linux-Zug aufspringen, könnte es der Konsolen-Konkurrenz tatsächlich an den Kragen gehen.

Es kommt Bewegung in den Spielemarkt: Die Computerspielefirma Valve hat am Donnerstag die lang angekündigte Linux-Version der Spiele-Plattform Steam veröffentlicht. Die Software gibt es als kostenlosen Download im Software-Centre von Ubuntu-Linux. Derzeit werden darüber sechzig Spieletitel vertrieben, darunter die Hits "Counter Strike", "Half-Life" und die kostenlose Mehrspieler-Ballerei "Team Fortress 2". Der Clou: Über Steam können sich Spieler über Mac, PC und nun auch Linux zu Multiplayer-Spielrunden treffen - und so Plattform-übergreifende Spielgemeinschaften aufbauen.

Doch die Veröffentlichung von Steam für Linux hat eine größere Bedeutung als nur erweiterte Kaufmöglichkeiten für Ubuntu-User: Mit ihr eröffnet Valve die Jagd auf die Spielkonsolen-Konkurrenz von Microsoft, Sony und Nintendo. Denn bald schon soll eine Fülle von mit Linux betriebenen Spielkonsolen auf den Markt kommen, auf denen eine Steam-Version läuft. Den monolithischen Systemen der großen Softwarekonzerne soll eine Schar von Systemchen entgegengesetzt, die PC-Revolution mit Videospielen wiederholt werden. Doch dafür müssten erst genügend Entwickler Spiele für Linux entwickeln. Ubuntu-Steam soll dafür ein Anreiz sein, als Vorstufe der sogenannten "Steambox".

Dieses Spielkonsolen-Konzept auf Linux-Basis soll sich als günstigere, vielfältigere und offenere Alternative zu positionieren: Für Spieleentwickler könnte das geringere Lizenzgebühren, Vertriebsgebühren und Einstiegshürden bedeuten, für Spielefans mehr Vielfalt und - zumindest potentiell - Selbstbestimmung. Dass das System Steam funktioniert, zeigt der große Erfolg der PC- und Mac-Versionen: Über sie werden neben Spielen zunehmend auch Filme, Software und andere digitale Unterhaltungsmedien verkauft.

Auf der PC-Plattform standen in Deutschland im Februar 2012 1800 Spiele zum Download, weltweit sind es nach Angaben von Valve derzeit über 2000 Titel. Über 50 Millionen Menschen weltweit führten ein Kundenkonto auf Steam, zu jeder Tageszeit seien mehrere Millionen Menschen online .

kno

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