Abzocke im Netz Verbraucherschützer warnen vor Betrug durch falsche Routenplaner

Die Vebraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor betrügerischen Seiten, die sich als Routenplaner tarnen. Wer sich bei den Diensten anmelde, finde bald darauf erpresserische Schreiben im E-Mail-Postfach.

Urlaubsstau nahe München
DPA

Urlaubsstau nahe München


Internetbetrüger verwenden in der Ferien- und Reisezeit offenbar vermehrt eine neue Masche: Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz tauchen in letzter Zeit unter wechselnden Internetadressen dubiose Online-Routenplaner auf, mit denen Nutzer in Abo-Fallen gelockt werden.

Auf den Seiten werden die Nutzer aufgefordert, sich mit ihrer E-Mail-Adresse zu registrieren, um die Dienste zu nutzen oder an einem zusätzlichen Gewinnspiel teilzunehmen. Doch damit beginnt die Abzocke.

Die Seitenbetreiber werten die Anmeldung nämlich bereits als eine Zustimmung zum kostenpflichtigen Abonnement und verlangen 500 Euro Anzahlung. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, wird mit Polizei, Pfändungen und Gerichtsverfahren gedroht. Den "Kunden" wird aber auch angeboten, sich aus dem angeblichen "Vertrag" freizukaufen - gegen einen Amazon-Gutschein im Wert von 750 Euro.

"Absurden Drohungen" widersprechen, raten Verbraucherschützer

Die Verbraucherzentrale spricht von "absurden Drohungen" und rät den Betroffenen, auf keinen Fall auf die erpresserischen Forderungen einzugehen. Nach Ansicht der Experten handelt es sich um "ungerechtfertigte Mahnungen", da die Kosten zwar auf der Startseite und in den Nutzungsbedingungen der angeblichen Routenplaner-Dienste genannt, aber im Registrierungsvorgang nicht deutlich angezeigt würden. Es sei "zweifelhaft, ob überhaupt ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist", schreibt die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung.

"Widersprechen Sie der Forderung, und lassen Sie sich im Zweifel erst mal rechtlich beraten", rät Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale. Die bietet einen Musterbrief für den Widerspruch.

Die Betrügerseiten ziehen regelmäßig auf neue Domains um, nutzen aber ähnlich klingende URLs wie maps-routenplaner-pro.com und maps-24-routenplaner.com. Auch in Design und Layout gleichen sich die Seiten. Als angeblicher Betreiber werden wechselnde Namen genannt. Wer der tatsächliche Inhaber ist, sei nicht nachvollziehbar.

str/AFP

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
trompetenmann 14.08.2017
1. Ein Rätsel...
... dass diese Masche nicht unterbunden werden kann. Wieso gilt bei diesen Abos nicht die 14 Tage Einspruchsfrist wie bei anderen Online-Geschäften? Und wieso kann der Seitenbetreiber nicht ermittelt werden?
lorett60 14.08.2017
2. Bank der Abzocker informieren
Wichtig ist auch die Bank zu informieren, bei der das Konto der Abzocker gemeldet ist, auf das eingezahlt werden soll. Die Banken geben keine definitive Antwort, kündigen aber meist das Konto der Betrüger
Legofan 14.08.2017
3. Zielbank benachrichtigen richtig!
Bei betrügerischen Zahlungsaufforderungen die Zielbank informieren ist sehr wichtig. Ich habe neulich erlebt, dass die Bank dann an das zuständige LKA eine Verdachtsmeldung nach Geldwäschegesetz abgegeben hat. Das ist passiert, als zwei Leute sich am selben Tag unabhängig voneinander über dasselbe Konto beschwert haben.
opagila 14.08.2017
4.
Ich kann nicht verstehen, warum manche immer noch nach einem Routenplaner suchen. Vor 10 oder 15 Jahren vieleicht, heute gibt es für ein paar ?ein Navi.
frenchie3 14.08.2017
5. Schon interessant
Der Besitzer der Seite ist nicht festzustellen - somit müßte das Geld an Unbekannte gezahlt werden?? Da tät ich Mr. Unbekannt mal klagen lassen
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