Kauf mich statt "Klick mich": Verlag von Piratinnen-Buch geht gegen illegalen Download vor

Die Piraten-Politikerin Julia Schramm findet geistiges Eigentum "ekelhaft", ihre Partei plädiert für freien Datentausch. Doch für ihr Buch "Klick mich" hat sie sich ein bekanntes Verlagshaus gesucht und viel Geld bekommen. Nun wehrt sich der Verlag gegen eine Raubkopie im Netz.

Piraten-Politikerin Julia Schramm: "Ekelhaftes" geistiges Eigentum Zur Großansicht
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Piraten-Politikerin Julia Schramm: "Ekelhaftes" geistiges Eigentum

Eigentlich wollen die Piraten den freien Datentausch im Netz, alles kopieren, ohne lästige Urheberrechtsfragen. So steht es im Programm. Die Umsonst-Downloads sollen "explizit" gefördert werden. Julia Schramm, Beisitzerin im Vorstand der Piratenpartei, hat die Idee des geistigen Eigentums in einem Podcast sogar als "ekelhaft" bezeichnet.

Nun hat Julia Schramm aber ihr geistiges Eigentum entdeckt - und mit dem freien Datentausch ist es plötzlich vorbei. Für ihr Buch "Klick mich" hat ihr eine Agentur ein großes Verlagshaus gesucht. Der zu Random House gehörende Albrecht Knaus Verlag aus München schlug zu, von einem Honorar von mehr als 100.000 Euro berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Für das Buch, in dem sie auf "Contentmafia" und Kapitalismus schimpft, möchte der Verlag Geld haben: 16,99 Euro kostet die gebundene Ausgabe, 13,99 der Download des E-Books.

Noch am Montag, dem Tag der Buchveröffentlichung, stand alternativ eine Kopie kostenlos im Netz. Unbekannte hatten das PDF bei einem Online-Speicherdienst abgelegt, den Link zum Download über Twitter und Tumblr verbreitet, zusammen mit dem Hinweis auf das Parteiprogramm der Piraten. Hinter der Aktion kann man durchaus eine gewisse Häme vermuten. "Klick mich" zum Klicken, nicht zum Kaufen.

Der Verlag schaltete umgehend seine Rechtsabteilung ein und nahm Kontakt zum Betreiber des Online-Speicherdienstes auf. Mit Erfolg: Am späten Montagabend war die Datei zumindest unter der ursprünglichen Adresse nicht mehr abrufbar, stattdessen fand sich dort der folgende Hinweis:

"This file is no longer available due to a takedown request under the Digital Millennium Copyright Act by Julia Schramm Autorin der Verlagsgruppe Random House."

Im Namen der Piraten-Autorin wurde der illegale Download entfernt.

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insgesamt 429 Beiträge
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1. Hier könnte ein Titel stehen
shokaku 18.09.2012
Zitat von sysopNun wehrt sich der Verlag gegen eine Raubkopie im Netz.
Das habe ich kommen sehen. Auch wenn das Buch inhaltlich wohl nicht so viel zu bieten hat, für einen richtig fetten shitstorm wird es reichen.
2. hahaha...
spargel_tarzan 18.09.2012
Zitat von sysopDie Piraten-Politikerin Julia Schramm findet geistiges Eigentum "ekelhaft", ihre Partei plädiert für freien Datentausch. Für ihr Buch "Klick mich" hat sie sich ein bekanntes Verlagshaus gesucht und viel Geld bekommen. Nun wehrt sich der Verlag gegen eine Raubkopie im Netz. Verlag will gegen illegalen Download von "Klick mich" vorgehen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,856370,00.html)
willkommen im richtigen leben und wie man sich selbst als politikerin einer partei mit eben solchem parteiprogramm demaskieren kann, hut ab. aber piraten sind ja bekannt für ihre raubzüge, es gehört ja auch zum wesen eines piraten, nur wenn man selbst beklaut wird ist wohl schluß mit lustig.
3.
SasX 18.09.2012
Zitat von sysopDie Piraten-Politikerin Julia Schramm findet geistiges Eigentum "ekelhaft", ihre Partei plädiert für freien Datentausch. Für ihr Buch "Klick mich" hat sie sich ein bekanntes Verlagshaus gesucht und viel Geld bekommen. Nun wehrt sich der Verlag gegen eine Raubkopie im Netz. Verlag will gegen illegalen Download von "Klick mich" vorgehen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,856370,00.html)
Vermischt der Spiegel hier einfach zwei Dinge, um negative Presse gegen dir Piraten zu machen oder sind die Informationen im Artikel bewusst vage gehalten? Wer ist denn der Initiator für das Einschalten der Rechtsabteilung? Hat die Autorin den Verlag aufgefordert, gegen den illegalen Download vorzugehen oder wurde der Verlag von sich aus tätig? Bei Letzterem kann man das schlecht der Autorin ankreiden.
4. optional
thorkhan 18.09.2012
Tja, die Aussicht auf Geld und Reputation kann schon mal politische Werte über den Haufen werfen. Darf unter dem Gesichtspunkt der Realpolitik man wohl nicht einmal übel nehmen. Utopien scheitern halt immer wieder mit Lichtgeschwindigkeit an den Gesetzen der Geldbörse.
5. Bitte nur bei den anderen klauen!
watermark71 18.09.2012
Ja - so sind sie die Piraten: Freier Download ist nur dann gewünscht, solange es sich um die Produkte der Anderen handelt. Sobald man mal selbst etwas erzeugt hat und damit Geld verdienen möchte, ist das nicht mehr opportun. Wilde Piraten halt = wilde Kinder, die Politik spielen. (Stellt sich schlussendlich nur die Frage, ob sie damit mehr Schaden anrichten, als die Altgedienten, die ahnungslos und meinungslos dem Fraktionszwang hinterher dackeln.)
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