Verlagsgeschäft: Murdoch kauft sich ein wenig Digital-Vertrieb

Schluss mit umsonst: Die Verlagsgruppe News Corp. des Medienmoguls Rupert Murdoch übernimmt Skiff und Journalism Online. Die Firmen sollen beim Digitalvertrieb von Bezahlinhalten helfen.

Das E-Book mit dem Biege-Display: Der Skiff Reader Fotos

Mit großen Worten verkündet die News Corporation den Erwerb zweier Firmen, die der übrigen Welt eher unbekannt sein dürften: Die Vertriebs-Plattform für digitale Medien Skiff und der Online-Bezahldienst-Anbieter Journalism Online gehören nun zum Medienimperium Rupert Murdochs. Sie seien nichts weniger, als "Schlüsselbausteine in unserer Strategie, das Verlagswesen zu transformieren", tönt es von der News Corp. Website.

Mit dieser Transformation meint die News Corporation eine praktikable Lösung, um Zeitungs- und Magazininhalte online an die Leser zu verkaufen und nicht mehr allein mit Werbung Geld zu verdienen. Das hat bislang nur sehr eingeschränkt funktioniert, die Techniken von Skiff und Journalism Online sollen nun Abhilfe schaffen.

Während die meisten Verlage in den letzten Monaten auf Apples Wunderflunder iPad und den dazugehörigen App Store setzten, scheint News Corp. eigene Wege gehen zu wollen. Mit Skiff wäre es dem Konzern möglich, die Inhalte ihrer Printpublikationen - dazu gehören zum Beispiel die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" oder das britische Boulevardblatt "The Sun" - selbst auf elektronischen Lesegeräten zu vertreiben und das nicht nur auf dem iPad. Anders als etwa bei iPad-Apps könnten Murdochs Blätter via Skiff Artikel plattformübergreifend, also gleichzeitig für eReader, Smartphones oder Netbooks optimiert anbieten.

Auch die Bezahlung könnte News Corp. zukünftig in Eigenregie abwickeln. So habe Journalism Online nach eigener Auskunft ein besonders einfaches und flexibles Bezahlsystem entwickelt - das sich auch titelübergreifend einsetzen ließe.

Da läge es doch nahe, auch gleich ein eigenes Lesegerät anzubieten, wie es neben Apple ja auch Amazon bereits macht. Zumal Skiff zu Beginn des Jahres mit einem selbstentwickelten biegsamen E-Book-Reader für Aufsehen gesorgt hatte.

Doch Fehlanzeige: Am Skiff-Reader hat Murdochs Unternehmen kein Interesse, lediglich die Softwarelösung wurde gekauft. Der vielversprechende Skiff-Reader bleibt beim alten Besitzer, ebenfalls kein unbekannter im Mediengeschäft: Die Hearst Corporation, der zahlreiche Magazine und Zeitungen gehören, hatte Skiff ursprünglich als Start-up gegründet.

jmö

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