Verschlüsselte Cloud: So lagern Sie Dateien sicher in der Wolke

Einem Web-Dienstleister sensible Daten anvertrauen? Briefe, Mails, Fotos? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Dateien vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln. Wir zeigen Ihnen, wie einfach das mit einer kostenlosen Software funktioniert.

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Truecrypt-Logo: Datei-Container für mehr Sicherheit

Viele Anbieter von Cloud-Speicherdiensten können auf die Daten ihrer Nutzer zugreifen, gerade bei kostenlosen Angeboten. Selbst wenn die Unternehmen mit einer Verschlüsselung der Dateien werben, findet diese zum Beispiel bei Dropbox erst auf dem Server selbst statt. Den Schlüssel hat das Unternehmen.

Um Dateien wirklich sicher in der Cloud zu lagern, müssen die Daten schon auf dem eigenen Rechner verschlüsselt werden, und der Schlüssel darf dem Anbieter nicht bekannt sein. Ein Unternehmen, das mit einer solchen Speicherlösung wirbt, ist zum Beispiel die Firma Lacie mit ihrem Angebot Wuala. Die zugehörige Software für Windows, Mac, Android und iOS-Geräte schickt nur fertig verschlüsselte Dateien in die Cloud. Fünf Gigabyte sind kostenlos, mehr Speicherplatz kostet Geld.

Aber auch bei anderen Anbietern lässt sich mit Hilfe eines kostenlosen Programms eine sichere Verschlüsselung nachrüsten - zum Beispiel mit Truecrypt. Mit diesem Programm lassen sich ganze Festplatten verschlüsseln, oder aber sogenannte Datei-Container anlegen. Diese lassen sich wie ein ganz normales Laufwerk in das System einbinden.

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Truecrypt: Ein Safe für sensible Dateien

Lagert man einen solchen Datei-Container bei einem Cloud-Service wie Dropbox, sind die Daten sicher. Dafür lassen sich zusätzliche Dropbox-Funktionen wie der Zugriff auf mehrere Versionen einer Datei oder über Apps nicht nutzen. Für reine Backup-Lösungen bietet sich die Verschlüsselung hingegen an.

Cloud-Dienste im Vergleich (Preis in Euro pro Jahr)
Anbieter Google Amazon Dropbox LaCie Strato Microsoft Box SugarSync
Name Google Drive Cloud Drive Dropbox Wuala HiDrive SkyDrive box Sugarsync
Gratis 5 GB 5 GB 2 GB 5 GB 5 GB **** 7 GB 5 GB 5 GB
20 GB 23,-* 15,- - 29,- 24,- 8,- 91,-* 38,-**
50 GB - 38,- 75,- 69,- - 19,- 182,- 76,-***
100 GB 45,- 76,- 151,- 119,- 83,- 37,- - 114,-
200 GB - 152,- - - - - - -
500 GB - 380,- - - 239,- - - 304,-
1000 GB 445,- 760,- - - 599,- - - -
2500 GB - - - - 1188,- - - -
5000 GB - - - - 2028,- - - -
*25 GB, **30 GB, ***60 GB
****Nur unter www.free-hidrive.com
Stand 25. April 2012

Ore

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1.
djoernie 25.04.2012
Was ich auch noch empfehlen kann um seine Daten zu schützen wäre BoxCryptor, da es für die Dropbox optimiert wurde!
2.
ftapi 25.04.2012
Verschlüsselung von Dateien vor dem Upload ist gut und wichtig. Die Datei liegt "sicher" auf dem Server. Aber wie gestaltet sich der weitere Weg zum Empfänger? Wo findet die Entschlüsselung statt? Fragen, die besonders beim Einsatz im Geschäftsverkehr dringend geklärt werden müssen.
3. Cloud-Computing
endbenutzer 25.04.2012
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEEinem Webdienst sensible Daten anvertrauen? Briefe, Mails, Fotos? Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Dateien vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln. Wir zeigen Ihnen, wie einfach das mit einer kostenlosen Software funktioniert. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,828372,00.html
Was nutzt es, die Daten zu verschlüsseln, wenn sie vor DatenVERLUST nicht geschützt sind? Wer garantiert mir, dass der Dienstleister Backups anfertigt? Ist dann echt hilfreich, wenn einem Unternehmen die Daten abhanden kommen und die Steuerprüfer stehen vor der Tür. Davon abgesehen traue ich keiner Verschlüsselungssoftware. Wer sagt mir, wer diese entwickelt hat? Und: Jedes System kann man früher oder später knacken. Cloud-Computing ist lediglich der Versuch, Menschen und Unternehmen abhängig zu machen. Wer solche Dienste in Anspruch nimmt, hat sie nicht mehr alle.
4.
benuron 25.04.2012
@ ftapi: Ver- und Entschlüsselung finden bei TrueCrypt immer clientseitig statt. Software wie TrueCrypt sind auch das stärkste Argument gegen die Vorratsdatenspeicherung: Ein Terrorist, der es halbwegs ernst meint, hat mit verschlüsselten Containern eine einfache und schnelle Möglichkeit Daten absolut sicher auszutauschen und kein Geheimdienst der Welt hat die Ressourcen einen gefluteten Channel mit Hunderten oder Tausenden angehängten TrueCrypt-Containern zu entschlüsseln. Die Länge des Keys ist bei TrueCrypt übrigens frei wählbar. So kann über die 128-bit Verschlüsselung hinaus auch ein 256-bit-Key, 512-bit, 1024-bit usw. eingesetzt werden. Allerdings wird bereits ein 128-bit-Key als momentan ausreichend sicher angesehn. Ein 1024-bit-Key wird zumindest bis zur Erfindung von Quantencomputern unknackbar sein.
5.
djoernie 25.04.2012
@ftapi: Bei BoxCryptor werden die Daten lokal auf dem Gerät (Computer, Smartphone) ver- und entschlüsselt. Der Cloud Speicherdienst erhält nur verschlüsselte Dateien.
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Stichwort: Cloud Computing
Prinzip
Das Endgerät ist beim Cloud Computing nur ein Fenster auf einen stets aktuellen Datenbestand. Wer am Rechner einen Termin einträgt, sieht ihn später auch beim Blick in den Handy-Kalender, wer mobil einen Kontakt einträgt, kann ihn später am PC abrufen - immer nur online, versteht sich. Das Gleiche gilt für Adressbücher, E-Mails, online abgelegte Fotos, Dokumente und so weiter.
Anbieter
Viele Anbieter versuchen derzeit, sich als erste Adresse für den Zugang zur Datenwolke zu positionieren. Dazu gehören beispielsweise Google, Microsoft, der Hardware-Hersteller Apple mit MobileMe und der Handy-Produzent Nokia mit seinem Dienst Ovi. Auch Vodafone will künftig stärker auf Netzdienste setzen.
Business-Funktionen
Für Unternehmen hat Cloud Computing eine weitere Bedeutung: Sie können rechen- oder datenintensive Aufgaben an Datenzentren auslagern, gewissermaßen Rechner - oder Speicherkapazität in der Wolke nach Bedarf für bestimmte Aufgaben anmieten. Vorreiter ist hier Amazon mit seinen Web Services (AWS), etwa dem Speicherdienst S3. Es gibt aber auch zahlreiche andere Anbieter, etwa die Plattform Force.com von Salesforce.
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Microsoft SkyDrive: So funktioniert die Online-Festplatte


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