Verwunschenes MacBook auf Ebay Anbieter schlägt 6000-Dollar-Angebot aus

Es ist technisch veraltet, optisch nicht im besten Zustand. Trotzdem wurden bei Ebay Tausende Dollar für ein altes Apple-Notebook geboten. Der Käufer behauptete, in dem Rechner stecke ein spukender Geist.

Ebay-Anzeige: Das Notebook über Nacht auf dem Friedhof vergessen

Ebay-Anzeige: Das Notebook über Nacht auf dem Friedhof vergessen


Acht Jahre alt war der Computer, den das Ebay-Mitglied wfatzinger auf der Auktionsplattform zum Verkauf angeboten hatte. Der Rechner war nicht mehr der Schnellste und hatte schon einige Macken. Trotzdem bot das MacBook von 2007, so beschrieb es zumindest der Anbieter, ein einzigartiges Ausstattungsmerkmal: In dem Computer spukt es.

Dem langjährigen Besitzer zufolge wird der Geisterrechner von einem harmlosen Gespenst heimgesucht. Ausdrücklich versicherte er, es handele sich nicht um einen bösen Dämon.

Vielmehr werde der Mobilrechner vom Geist eines Mannes heimgesucht, der 1902 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Mit Stift und Papier schreibend habe der Computergeist ihm mitgeteilt, für den Mord an seiner Frau hingerichtet worden zu sein, berichtet "Cnet".

Saugt der Laptop Staub?

Der Verkäufer beschreibt ausführlich, was es mit seinem Gebraucht-Computer auf sich habe, spinnt eine Geistergeschichte, wie aus einem Comicheft. Das ungewöhnliche Verhalten habe angefangen, nachdem er das MacBook über Nacht auf einem Friedhof - natürlich nahe einer verlassenen Nervenklinik - vergessen habe.

Seither habe im Haus immer wieder Unordnung geherrscht. Einmal sei das MacBook sogar durch das Haus geschwebt. Doch sei nicht alles schlecht gewesen. Mal habe das Gerät Staub gesaugt, mal den Sohn beim Einstudieren eines Rap-Songs unterstützt.

6200 Dollar für ein altes MacBook?

Dann aber wird es plötzlich prosaisch: Das Stromkabel und die Installations-CD seien verloren gegangen, deshalb solle das verwunschene Notebook nun verkauft werden. Als Beigaben werden unter anderem ein paar Edgar-Allan-Poe-Geschichten angepriesen, die auf der Festplatte gespeichert seien. Außerdem soll der Käufer ein Spukzertifikat bekommen, vom Verkäufer selbst unterzeichnet.

Die Geschichte zeigte Wirkung: Obwohl das Angebot mit Angaben zum technischen Zustand des Altgeräts geizte, boten Interessenten bald bis zu 6200 Dollar für den schmutzig-weißen Rechner.

Doch anstatt das Geld einzustreichen, zog wfatzinger das Angebot am Mittwoch zurück. Auf der entsprechenden Ebay-Seite erscheint nun der Hinweis: "Das Angebot wurde vom Verkäufer beendet, weil es einen Fehler enthielt."

Was es mit diesem Fehler auf sich hat, erklärte wenig später William Fatzinger Jr., der sich offenbar hinter dem Ebay-Account wfatzinger verbirgt. Per Twitter schrieb er, Ebay habe ihn angerufen und gebeten, die Auktion zu beenden, weil sie in den Medien zu viel Aufmerksamkeit bekommen habe. Man könne das nicht mehr kontrollieren.

Ob die Geschichte damit beendet ist? Fatzinger kommentierte seine Twitter-Nachricht selbst: "Vielleicht hätte ich es lieber in die Kategorie 'Metaphysisches' einstellen sollen."

meu/mak

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insgesamt 4 Beiträge
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Walther Kempinski 12.02.2015
1. Redbull
In den USA herrschen doch sehr gute Gesetze bezüglich Verbraucherschutz und unbelegte Werbeaussagen. Viele Leute haben wieder ihre Anti-Amerika-Keule rausgeholt, als sie von der RedBull Klage in den USA gehört haben. Da war jemand enttäuscht darüber, dass RedBull ihm keine Flügel verliehen hat. Ich glaube jedoch eher, dass da ein Kläger nur sehr klug war und die US-Gesetze und seine Geschichte gut kennt. Die Verbrauchergesetze in den USA sind knifflig, aber unterm Strich gut. Ermöglichen Sie doch Handhabe gegen Quacksalber (Homöopathie-Werbung in den USA kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen. Medikamente ohne Wirkostoff? Recht undenkbar würde ich sagen). Zurück zum Thema: Ich wunder mich, dass diese Gesetze für Werbung aber nicht auch für ebay und andere Verkaufskanäle gilt. Oder aber Quacksalberei ist in den USA erst mal erlaubt, aber erst wenn sich faktisch rausstellt, dass das Redbull nicht fliegen lässt und das Notebook nicht spukt, dann kann man gerichtlich sich sein Geld wieder holen (plus kleiner Bonus für die Mühen)
crunchy_frog 13.02.2015
2.
In meinem Rechner spukt es auch. Immer wieder friert das Bild ein, manchmal stürzt er sogar ganz ab. Ich wäre bereit ihn für 5.000 $ abzugeben.
D_v_T 13.02.2015
3.
Und vor einiger Zeit las man hier zweimal jeweils von einem Fall, nach dem Auktionen nicht beendet werden dürfen, wenn schon ein Gebot vorliegt, und der Auktionator dann Schadensersatz leisten muss. Aber wenn eBay das aus Aufmerksamkeits-Räson will, dann geht das? Kann der Höchstbietende dann eBay auf Schadensersatz verklagen?
irgendwer_bln 13.02.2015
4. Für über 6.000$.....
....hätte er wenigstens die Zwangsjacke für den Käufer gleich mit anbieten können...
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