Video-Chat gegen Google Facebook will mit Schnatter-Service punkten

Seit Tagen hat Facebook die Spannung hochgehalten: Was wird Konzernchef Zuckerberg als "unglaubliche" Neuigkeit verkünden, um auf Googles Plus-Initiative zu antworten? Nicht viel, wie sich jetzt zeigt. Auf Facebook gibt es jetzt Video-Chat. Na toll!

Von

AP

Mark Zuckerberg ließ seine Gäste warten: Mit rund zehn Minuten Verspätung begann am Mittwochabend, 19.10 Uhr deutscher Zeit, eine seit mehreren Tagen angekündigte Facebook-Pressekonferenz, bei der Antworten auf Googles Plus-Initiative gegeben werden sollten. Am 28. Juni hatte Google mit Plus ein eigenes Social Network angekündigt - ein Angriff auf Facebooks wachsende Marktmacht.

Die Erwartungen waren entsprechend hoch - vor allem nach Zuckerbergs Hinweis, es seien auch von Facebook "awesome news" zu erwarten. Nicht weil man der Innovationskraft von Facebook einfach so glaubte, sondern weil der Dienst es trotz seines exorbitanten Erfolges nötig hat, sein Leistungsspektrum ständig auszuweiten. Denn schon zeigt so mancher Social Networker Ermüdungserscheinungen. Auch und gerade im Web gilt: Was heute cool ist, ist morgen langweilig.

Das schien auch in Zuckerbergs eigener, der Produktpräsentation vorangestellter Analyse durch: In den vergangenen fünf Jahren sei es Facebook vor allem darum gegangen, so viele Nutzer wie möglich zu bekommen. Jetzt habe man 750 Millionen. Und niemand zweifele wohl daran, dass der Dienst "hoffentlich eine Milliarde" erreichen werde. Doch wesentlich sei das für die nächsten fünf Jahre nicht mehr. Vielmehr laute die Leitfrage für die nähere Zukunft so: Was kann man mit dieser Masse Menschen anfangen? Was für "coole Applikationen" könnte man auf dieses Netzwerk aufsetzen?

Zuckerbergs äußerst unspezifische Antwort: eine Milliarde Dinge. In den nächsten sechs Monaten werde Facebook "eine Unmenge" an Neuigkeiten vorstellen, heute wolle man damit beginnen. Seine Formel: Ab sofort beginne die "launching season" - frei übersetzt die Innovationssaison.

Skype-Integration ohne Überraschungseffekt

Das klingt euphorisch, aber auch kryptisch - man kann es auch ein wenig hilflos nennen: Die größte Innovation, die Zuckerberg anzukündigen hatte, war die allseits erwartete, niemanden überraschende Skype-Integration. Eine klare Me-Too-Anwendung, denn das und Ähnliches bieten zahllose Dienste und Programme seit Jahren. Zuckerberg schließt damit eher eine Lücke, als dass er etwas Neues erschließt.

Klar, die Integration scheint schön, leicht und narrensicher gelungen. Um damit als technischer Pionier glänzen zu können, kommt Zuckerberg aber 15 Jahre zu spät. Seitdem gehört Voice-Chat zu den Standards des Webs, seit mindestens zehn Jahren gilt das auch für Video-Chat.

Der Rest ist vor allem Kosmetik. Die Gruppen-Chat-Funktionen sollen verbessert und ansprechender gestaltet werden. Das war es schon.

Dass Zuckerberg und seine Product Manager mehrfach darauf verwiesen, wie intuitiv und leicht zu bedienen das alles sein soll, wirkte ebenfalls wie Selbstverteidigung: Was Googles Chart zeigen Plus-Netzwerk bei seiner Vorstellung vor allem für sich verbuchen konnte, war ein erheblich klareres, leichter verständliches Design. Facebooks Skype-Funktion, hieß es nun, könne sogar der Opa nutzen, um seinen Enkel anzurufen.

Schön ist das vor allem für Skype respektive Microsoft Chart zeigen. Der Windows-Konzern hat soeben eine unfassbar hohe Summe für den Dienst hingelegt. Die dank Facebook so plötzlich erweiterten Marktchancen des Voice-over-IP-Dienstes lassen den Deal in besserem Licht erscheinen.

Was Facebook allerdings - zumindest zunächst - nicht integriert, ist Gruppen-Video-Chat: An diesem Punkt hätte die Geschichte auch finanziell noch interessanter werden können, denn so etwas ist bei Skype kostenpflichtig. So bleibt als Nachricht letztlich nur eines: Facebook hat nun auch einen Video-Chat.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
loncaros 06.07.2011
1. t
Bahnbrechend wären mal ein paar Bugfixes gewesen ständiges ghosten des chats warum bekomme ich wall infos von Leuten die gar nicht meine Freunde sind?
adsonvonmelk 06.07.2011
2. tja etwas spät
Das wirkte doch etwas hastig inszeniert. Letzte Woche schnell noch angekündigt, nachdem G+ solangsam publik wurde. Auch die Präsentation an sich hatte es nun nicht gerade in sich. Anfangs wirkte es auch wie Investorenfang für den bevorstehenden Börsengang. Interessanterweise wies MZ auf die zahllosen Apps hin, die FB Nutzer zusätzlich dabeihalten oder fehlenden Funktionen ersetzen, etwa http://apps.facebook.com/sprachnachrichten oder ähnliches. Vielleicht hätte er sich darin umsehen sollen, um Ideen für Erweiterungen von FB zu bekommen. Aber Selbstbeweihräucherung gehört naturgemäß dazu.
publicminx 06.07.2011
3. Lot to do ...
Facebook sollte lieber mal die Funktionalitaet sinnhaft zusammenfuehren und nicht nur damit ergonomisch das ganze Handling etwas verbessern. Ausserdem sollten sie endlich u.a. einen besseren Editor, Visitorlists (koennen ja abschaltbar sein, am besten wie bei Okcupid. Wer abschaltet, nicht gesehen werden moechte, sieht aber auch selbst umgekehrt nichts.)etc. offerieren ... plus endlich Polyamory als Option anbieten. Man muss ja nicht immer jeder Entwicklung hinterherhaengen, gerade als angeblich progressives Social Network ...
mimas101 06.07.2011
4. Facebook?
Nicht da sichn icht wüßte was es wäre - die ganze Pressewelt wirbt kostenlos dafür. Benutzt habe ich es noch nie, mir reicht es schon bei jeder zweiten Internet-Seite mittlerweile die facebook-Verfolgungs-Cookies sperren zu müssen. Ich erspare mir also das Abbeten von dem sinnentleertem Content dieser Nicht-Seite. Deren einziger Zweck ist Nutzerprofile zu erstellen und gewinnbringend zu verkaufen - neben den Werbeinnahmen wobei die frohen Botschaften auch noch unter die Leute gebracht werden muß. Wenn man nichts hat was den Voyeurismus anstachelt und die Leute bei der Stange hält dann müssen halt die völlig absurden Teilnehmer-Zahlen her. 750 Mio, 1 Mrd. Bei geschätzt 2,5 Mrd aktiven PCs weltweit. Ziehe ich mal Afrika ab und die geschäftlichen PCs/Server müßte also Pi mal Daumen jeder Internetnutzer in dieser Seite angemeldet sein und die eifrig mit den Klicks "gefällt mir" lahmlegen. Als ich letzt bei einem Bekannten, der sich mittlerweile wegen den fehlenden Möglichkeiten langweilt, Stalker kennengelernt hat und von Mio von sog. "Freunden" zugemüllt wurde, mal in die Seite reingeschaut habe fand ich nichts was überhaupt erwähneswert wäre. Kaum Kommunikation (ist eh nicht vorgesehen), viel Werbung von Firmen und ansonsten viele leere Seiten wo offensichtlich eine Daten-Sammelmaschine einfach mal "auf Vorrat" Mitglieder herbeigezaubert hat die offensichtlich von ihrer Mitgliedschaft nichts wissen. Der Bekannte hatte dann seinen Account gelöscht - au weia, umständlicher geht es nicht mehr vorausgesetzt man weiß wo man überhaupt zu suchen hat. Also prahlt Zuckerberg offensichtlich für eine absolut uninteressante Seite mit absolut irrealen Zahlen. Meiner Schätzung nach dürften ca. 90% Karteileichen oder frei erfundene Mitglieder sein die da gezählt werden.
ask1983 06.07.2011
5. Blödsinn hoch 10
Zitat von mimas101Nicht da sichn icht wüßte was es wäre - die ganze Pressewelt wirbt kostenlos dafür. Benutzt habe ich es noch nie, mir reicht es schon bei jeder zweiten Internet-Seite mittlerweile die facebook-Verfolgungs-Cookies sperren zu müssen. Ich erspare mir also das Abbeten von dem sinnentleertem Content dieser Nicht-Seite. Deren einziger Zweck ist Nutzerprofile zu erstellen und gewinnbringend zu verkaufen - neben den Werbeinnahmen wobei die frohen Botschaften auch noch unter die Leute gebracht werden muß. Wenn man nichts hat was den Voyeurismus anstachelt und die Leute bei der Stange hält dann müssen halt die völlig absurden Teilnehmer-Zahlen her. 750 Mio, 1 Mrd. Bei geschätzt 2,5 Mrd aktiven PCs weltweit. Ziehe ich mal Afrika ab und die geschäftlichen PCs/Server müßte also Pi mal Daumen jeder Internetnutzer in dieser Seite angemeldet sein und die eifrig mit den Klicks "gefällt mir" lahmlegen. Als ich letzt bei einem Bekannten, der sich mittlerweile wegen den fehlenden Möglichkeiten langweilt, Stalker kennengelernt hat und von Mio von sog. "Freunden" zugemüllt wurde, mal in die Seite reingeschaut habe fand ich nichts was überhaupt erwähneswert wäre. Kaum Kommunikation (ist eh nicht vorgesehen), viel Werbung von Firmen und ansonsten viele leere Seiten wo offensichtlich eine Daten-Sammelmaschine einfach mal "auf Vorrat" Mitglieder herbeigezaubert hat die offensichtlich von ihrer Mitgliedschaft nichts wissen. Der Bekannte hatte dann seinen Account gelöscht - au weia, umständlicher geht es nicht mehr vorausgesetzt man weiß wo man überhaupt zu suchen hat. Also prahlt Zuckerberg offensichtlich für eine absolut uninteressante Seite mit absolut irrealen Zahlen. Meiner Schätzung nach dürften ca. 90% Karteileichen oder frei erfundene Mitglieder sein die da gezählt werden.
Was Sie hier von sich lassen ist reinster ignoranter facebook-Hass - wieso auch immer???? Wenn es Sie nicht interessiert so halten sie doch mal die Füsse still. 90% Karteileichen, ist toatler Schwachsinn. facebook ist längst ein Massenphönomen geworden. Nur weil es bei Ihnen nicht so ist, heisst das nicht, das es grundsätzlich nicht so ist. Ich bin 27 Jahre alt, verheiratet und leitender Angestellter, also eigentlich so gar nicht der typische Schulhof-facebook-User. Ich habe über facebook, soviele alte Kontakte wieder gefunden die zu früheren Zeiten aufgrund der realen Verhältnisse einfach verloren gewesen wären und somit alte Freundschaften wieder aufblühen lassen. Das ist zB. mein realer und für mich wahnsinnig toller Nutzen aus der Sache. Sie und alle die Schwarzmaler da draußen (eine eigene Rasse), die alles herunterziehen, was irgendwie erfolgreich ist - aus welchen Gründen auch immer - lasst doch bitte die anderen damit in Ruhe, setzt euch in eure Besenkammer und schmollt alleine, denn es nervt den Rest fürchterlich!!! facebook ist nicht so erfolgreich, weil sie alle für dumm verkaufen sondern weil es viele viele Menschen gibt, die es gut finden!!! Entweder ihr akzeptiert es oder eben nicht, aber uns interessiert es überhaupt nicht, was ihr von unseren Interessen haltet!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.