Video-Streaming: Amazon bringt die Fernseh-Flatrate

Großangriff auf Netflix: Amazon bietet seinen Premium-Kunden kostenloses Filmstreaming. Wer im Jahr 80 US-Dollar für schnellen Versand bezahlt, hat jederzeit Zugriff auf 5.000 Filme und Serien - das Angebot gilt aber nur für US-Kunden.

Amazon-Chef Jeff Bezos: Handelt mit allem, was sich online verkaufen lässt Zur Großansicht
AFP

Amazon-Chef Jeff Bezos: Handelt mit allem, was sich online verkaufen lässt

Kostenloser Versand binnen zwei Tagen - für diese Dienstleistung bezahlen mehrere Millionen US-Bürger Amazon 79 US-Dollar im Jahr. Sie bekommen nun obendrein eine Fernseh-Flatrate: 5000 Filme und Fernsehserienfolgen können US-Kunden per Streaming am Computer, auf internetfähigen Fernsehern und mit speziellen Set-Top-Boxen und Blu-ray-Playern abrufen.

Zu den verfügbaren Filmen gehören auch einige halbwegs aktuelle Titel wie "Syriana" und die Verfilmung von Stieg Larssons Millennium-Trilogie, allerdings gehören populäre Serien wie "Deperate Housewives" nicht zum Inklusiv-Angebot. Insofern ist es nicht so einfach, die neue Amazon-Flatrate mit Konkurrenten wie Hulu Plus und Netflix zu vergleichen. Beide Videodienste bieten unbegrenztes Streaming für 7,99 Dollar im Monat an und sind somit aufs Jahr hochgerechnet teurer als Amazon - allerdings ist ihr Angebot auch ein anderes.

lis

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Begriffserklärung Stream, IPTV und Co.
Streaming
Mit Streaming bezeichnet man die Übertragung von Audio- und/oder Videodaten über das Internet zur Darstellung in einem Browser oder Medienplayer, ohne dass dabei eine permanente Kopie der Datei übertragen und gespeichert wird. Alle Streams haben gemein, dass man mit dem Konsum der Daten bereits beginnen kann, während die Daten noch übertragen werden. Meist entspricht das dem Abruf einer Datei on demand ("sukzessiver Download"). Erheblich aufwendiger und teurer ist das Streaming im Multicast-Verfahren, bei dem ein Server zeitparallel Bilder an viele Empfänger ausliefert - eine Art "Rundfunk" via Internet, der meist zur Übertragung von Live-Ereignissen eingesetzt wird.
Internet Protocol Television (IPTV)

IPTV bezeichnet die Videoübertragung über das Internet, meist im Sinne der Übertragung regulärer Programme. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Das Senden findet in einem geschlossenen Netzwerk statt. Hier gehört dem Provider die Infrastruktur und er ist auch für Endgeräte wie etwa Settop-Boxen zuständig. Da der komplette Signalweg in seiner Hand liegt, kann er die Übertragung für sich kostengünstiger gestalten und auch optimieren. Über IP-Multicast werden mehrere Empfänger gleichtzeitig mit einem Video-Stream versorgt und bei der QoS-Technik (Quality of Service) haben die Video-Datenpakete eine höhere Priorität gegenüber normalen Datenpaketen. Im Idealfall sind die Inhalte in hoher Qualität und ohne Unterbrechungen zu genießen. Einige Anbieter senden auch in HD-Qualität, eine schnelle Internetleitung vorausgesetzt.

In einem halbgeschlossenen Netzwerk hat der IPTV-Provider die Leitung für die Übertragung nur angemietet.
Web-TV
Hier benötigt der Nutzer nur eine Abspiel-Software für seinen Computer und schaut dann etwa über einen Flash-Player Videoinhalte. Die Daten liegen hier auf einem Server oder gelangen über die Bandbreitennutzung verschiedener Computer (P2P-Technik) zum Nutzer. Bei dem Verfahren wird jedes Video einzeln zu jedem Nutzer übertragen. Meist kommt hier ein Video-Streaming-Verfahren zum Einsatz, bei dem das Video nur temporär auf der Festplatte landet. Es gibt auch noch den sogenannten Progressive Download, bei dem das Video komplett auf der Festplatte gespeichert wird, die Wiedergabe aber schon während des Downloads startet. Im Gegensatz zum IPTV in einem geschlossenen Netzwerk ist eine konstante Signalqualität nicht gegeben. Inhaltlich: Mit Web-TV sind meist spezifisch für das Web produzierte Inhalte gemeint (z.B. YouTube-Clips).
Video-on-Demand (VoD)
Bei diesem Verfahren wählt der Zuschauer die Videoinhalte selbst aus und bestimmt, wann er sie gucken möchte. Online-Videotheken bieten hier verschiedene Modelle an, die vom "Download to own" (Kauf einer Datei) bis zum Filmverleih reichen, bei dem die heruntergeladene Datei in der Regel innerhalb eines definierten Zeitfensters beliebig oft angesehen werden kann, nach Ablauf der Frist aber unbrauchbar wird.


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