Hamburg - Mit Online-Werbung, Angeboten für schnelle Download-Geschwindigkeiten und Abo-Fallen soll die Gruppe, die das Portal kino.to betrieb, Millionen verdient haben: Im Juni rückten die Ermittler gegen das Raubkopie-Portal aus und verhafteten 13 Personen, ein weiterer Verdächtiger wurde im November gestellt. Nun wurde einem vierten Mitglied der Truppe, die offenbar ein Geflecht aus Firmen und Websites aufgebaut hatten, der Prozess gemacht. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzung (GVU) mit.
Die GVU bezeichnet den vierten Verurteilten als "Serverbeschaffer". Der 47-Jährige mietete für den Hauptbeschuldigten, mit dem er seit 2002 geschäftlich verkehrte, Server im Ausland an. Später betrieb er einen sogenannten Filehoster, einen Server, über den zuletzt 10.754 Raubkopien angesehen und heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr in höherer Geschwindigkeit. Bei einem Umsatz von 630.000 Euro seit 2008 sei ihm die Hälfte als Gewinn geblieben. Zwei Drittel seiner Einnahmen, so die GVU, seien durch Abo-Fallen zustande gekommen.
Richter Mathias Winderlich erklärte außerdem, das "Streamen" von Raubkopien, bei dem ein Film direkt über das Internet angesehen und nicht erst vollständig heruntergeladen wird, sei nicht anders zu bewerten als das Herunterladen. In seiner Urteilsbegründung sagte er, allen Mitarbeitern von kino.to sei bewusst gewesen, dass dort Rechtsverletzungen vonstatten gingen. "Es muss mit aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass solche Rechtsverletzungen nicht geduldet werden können."
Die bisherigen Verurteilungen:
Die Gruppe um den mutmaßlichen Gründer und Chef, den 38-jährigen Dirk B., soll laut Staatsanwaltschaft auch hinter den Internetseiten movie2k.to und neu.to stecken und zudem diverse weitere Filehoster betrieben haben. Auf Konten in Spanien wurden rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt, auf Mallorca und in Deutschland außerdem drei Luxuswagen.
ore
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