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Vierte Verurteilung: Mehr als drei Jahre Haft für kino.to-Helfer

Ein Gericht in Leipzig hat ein viertes Mitglied der kino.to-Bande verurteilt. Der 47-Jährige bekam drei Jahre und fünf Monate Haft. Er hatte einen Server betrieben, von dem die Raubkopien heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr flossen die Daten mit höherer Geschwindigkeit.

Screenshot von kino.to: Filehoster machte 630.000 Euro Umsatz Zur Großansicht
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Screenshot von kino.to: Filehoster machte 630.000 Euro Umsatz

Hamburg - Mit Online-Werbung, Angeboten für schnelle Download-Geschwindigkeiten und Abo-Fallen soll die Gruppe, die das Portal kino.to betrieb, Millionen verdient haben: Im Juni rückten die Ermittler gegen das Raubkopie-Portal aus und verhafteten 13 Personen, ein weiterer Verdächtiger wurde im November gestellt. Nun wurde einem vierten Mitglied der Truppe, die offenbar ein Geflecht aus Firmen und Websites aufgebaut hatten, der Prozess gemacht. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzung (GVU) mit.

Die GVU bezeichnet den vierten Verurteilten als "Serverbeschaffer". Der 47-Jährige mietete für den Hauptbeschuldigten, mit dem er seit 2002 geschäftlich verkehrte, Server im Ausland an. Später betrieb er einen sogenannten Filehoster, einen Server, über den zuletzt 10.754 Raubkopien angesehen und heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr in höherer Geschwindigkeit. Bei einem Umsatz von 630.000 Euro seit 2008 sei ihm die Hälfte als Gewinn geblieben. Zwei Drittel seiner Einnahmen, so die GVU, seien durch Abo-Fallen zustande gekommen.

Richter Mathias Winderlich erklärte außerdem, das "Streamen" von Raubkopien, bei dem ein Film direkt über das Internet angesehen und nicht erst vollständig heruntergeladen wird, sei nicht anders zu bewerten als das Herunterladen. In seiner Urteilsbegründung sagte er, allen Mitarbeitern von kino.to sei bewusst gewesen, dass dort Rechtsverletzungen vonstatten gingen. "Es muss mit aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass solche Rechtsverletzungen nicht geduldet werden können."

Die bisherigen Verurteilungen:

  • 2. Dezember: Ein 33 Jahre alter Web-Designer bekam zweieinhalb Jahre Haft. Er hatte nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit Online-Werbung soll er 190.000 Euro umgesetzt haben. Mehr...
  • 7. Dezember: Drei Jahre Haft bekam der 27-jährige Administrator, der 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server gestellt hatte. Auch er hatte ein Geständnis abgelegt. Mehr...
  • 15. Dezember: Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte gestanden, gegen Bezahlung tausende Raubkopien bei Filehostern eingestellt zu haben. Mehr...

Die Gruppe um den mutmaßlichen Gründer und Chef, den 38-jährigen Dirk B., soll laut Staatsanwaltschaft auch hinter den Internetseiten movie2k.to und neu.to stecken und zudem diverse weitere Filehoster betrieben haben. Auf Konten in Spanien wurden rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt, auf Mallorca und in Deutschland außerdem drei Luxuswagen.

ore

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1. Hier wird Härte gezeigt
kioto 22.12.2011
Zitat von sysopEin Gericht in Leipzig hat ein viertes Mitglied der kino.to-Bande verurteilt. Der 47-Jährige bekam drei Jahre und fünf Monate Haft. Er hatte einen Server betrieben, von dem die Raubkopien heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr flossen die Daten mit höherer Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,805366,00.html
Hallo, Die Härte der Gerichte ist schon erstaunlich. Es geht ja um Geld und Besitzstand von Konzernen. Geht es um Leib, Leben und Gesundheit von Otto Normalverbraucher, sind die Gerichte mit der Verfolgung von Gewalttätern weit lascher.
2. Abartig
misprint 22.12.2011
Zitat von sysopEin Gericht in Leipzig hat ein viertes Mitglied der kino.to-Bande verurteilt. Der 47-Jährige bekam drei Jahre und fünf Monate Haft. Er hatte einen Server betrieben, von dem die Raubkopien heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr flossen die Daten mit höherer Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,805366,00.html
Richtig abartig, die Zeiten in denen wir leben. Wenn man sich mal anschaut bei was manche Leute Bewährungsstrafen bekommen (oder sich mit Kleingeld freikaufen können *zu Guttenplag rüberschiel*) und dann mit dem vergleicht was diese Leute gemacht haben, kann man sich doch nurnoch an den Kopf fassen. Vorallem weil die ganze Thematik IMMERNOCH eine juristische Grauzone ist. Könnte mir vorstellen, dass das ganze so auch noch nicht zuende ist.
3.
kosaptes 22.12.2011
Zitat von sysopEin Gericht in Leipzig hat ein viertes Mitglied der kino.to-Bande verurteilt. Der 47-Jährige bekam drei Jahre und fünf Monate Haft. Er hatte einen Server betrieben, von dem die Raubkopien heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr flossen die Daten mit höherer Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,805366,00.html
Für diese Strafe darf man in Deutschland schon mal jemanden totschlagen wenn man besoffen und unter 21 Jahren ist.
4. -
franko_potente 22.12.2011
Zitat von misprintRichtig abartig, die Zeiten in denen wir leben. Wenn man sich mal anschaut bei was manche Leute Bewährungsstrafen bekommen (oder sich mit Kleingeld freikaufen können *zu Guttenplag rüberschiel*) und dann mit dem vergleicht was diese Leute gemacht haben, kann man sich doch nurnoch an den Kopf fassen. Vorallem weil die ganze Thematik IMMERNOCH eine juristische Grauzone ist. Könnte mir vorstellen, dass das ganze so auch noch nicht zuende ist.
Sehe ich ähnlich. Auf Grund welcher Rechtslage wird das denn so entscheiden. Ergo WO ist der Schaden entstanden? Vor allem, in welcher Höhe? Nehmen wir das Beispiel eines aktuellen Kinofilms. Dieser war verfügbar. Die Filme sind dort als "Kinomitschnitte" zu sehen. Ergo in einer Qualität, die eigentlich schmerzt. Für den Normalkinogänger ist dies keine Alternative. Für diejenigen, die mit der Qulitätr zufiredne sind, wäre ien Kinobesuch, oder gar die Anschaffung der DVD oder BlueRay nie ein thema gewesen. Beispiel alter Film. Der ist nur dort verfügbar, oder glaubt wirklich jemand, daß der geneigte Nutzer sich eine Film aus den 70ern/80ern KAUFT? WO also ist der Schaden entstanden?
5. ...
Loosa 22.12.2011
Zitat von sysopEin Gericht in Leipzig hat ein viertes Mitglied der kino.to-Bande verurteilt. Der 47-Jährige bekam drei Jahre und fünf Monate Haft. Er hatte einen Server betrieben, von dem die Raubkopien heruntergeladen werden konnten - gegen eine Gebühr flossen die Daten mit höherer Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,805366,00.html
Der europäische Flickenteppich der Rechteverwertung ist ein dauerndes Ärgernis. Wo in den USA aktuelle Serien kostenlos zu sehen sind schaut der Europäer in die Röhre. Es ist überfällig, dass die Rechteverwerter ein funktionierendes Online-Modell anbieten. Aber das wird wohl, wenn überhaupt, noch Jahre dauern. Trotzdem habe ich kein Mitleid mit den Verurteilten. Das waren keine Rebellen oder Robin Hoods, sondern haben mit ihrem illegalen Angebot Millionen gescheffelt. Sich Streams anzusehen ist eine Grauzone. Sie anzubieten aber definitiv nicht. Und wären sie etwas gewiefter dann hätten sie wenigstens nicht von Europa aus gearbeitet.
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