Wackelkandidat: Twitter startet Video-App Vine
Nach 140 Zeichen nun auch noch sechs Sekunden: Twitter hat eine App veröffentlicht, mit der Nutzer kurze Videoclips mit ihrem Handy aufnehmen und auf der Plattform teilen können. Allerdings läuft Vine nicht auf allen Smartphones.
Wackelbildchen im Internet feiern ein Comeback. Eigentlich waren sie seit den neunziger Jahren in Vergessenheit geraten, doch in letzter Zeit sind die sogenannten Animated GIFs wieder allgegenwärtig: In Bedienungsanleitungen, in Witzen, im Sport. Nun halten sekundenkurze Wackelvideos auf Twitter Einzug.
Das soziale Netzwerk startet dafür einen eigenen Videodienst. Über eine Smartphone-App namens Vine können Nutzer kurze Videoschnipsel aufnehmen und über ihr Twitter-Profil verschicken. Die Videos werden dort direkt angezeigt, Twitter-Nutzer können die Kurzfilmchen ihrer Freunde also ohne einen weiteren Klick direkt auf der Twitter-Webseite betrachten.
Allerdings darf ein Video höchstens sechs Sekunden lang sein. Die Einschränkung soll die Kreativität fördern, schreibt Twitter-Produktmanager Michael Sippy in einem Blogeintrag. Schließlich sind Textnachrichten auf Twitter auch höchstens 140 Zeichen lang.
Im Gegensatz zu Animated GIFs können die Videos auch mit Ton abgespielt werden. Ist das Video am Ende angelangt, springt es wieder auf den Anfang. Wackelbildchen in Dauerschleife für 140 Millionen Twitter-Nutzer. Allerdings gibt es Vine zunächst nur für Besitzer von Apples iPhones und iPods.
Für den Videodienst hat Twitter die App-Produzenten von Vine aufgekauft, wie die Firma auf ihrer Webseite bestätigte. Das führte zu einem Scharmützel mit dem rivalisierenden Netzwerk Facebook. Kurze Zeit nach dem Start von Vine war es Nutzern nicht mehr möglich, mit einem Klick in der App automatisch all ihre Facebook-Freunde als Kontakte hinzuzufügen. Facebook und Twitter verschärfen seit einiger Zeit ihren Konkurrenzkampf. So können Twitter-Nutzer Fotos, die mit der wiederum von Facebook gekauften App Instagram geschossen wurden, nicht mehr direkt auf Twitter anschauen.
Am ersten Tag ging es bei Vine noch etwas ruckelig zu, Nutzer berichteten von vertauschten Profilen. Ob Vine ein Erfolg wird, hängt nun davon ab, wie die Anwender den Videodienst nutzen. Twitter und Vine zeigten Beispielsvideos von niedlichen Kindern und Modeschauen. "Vine könnte durchstarten, wenn es für Nachrichten benutzt wird", meint Nick Bilton, Technologiejournalist bei der "New York Times". "Oder für Pornos. Oder beides."mixing gnarly basslines today vine.co/v/b55LOA1dgJU
- The Glitch Mob (@theglitchmob) January 23, 2013
jnb
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- Freitag, 25.01.2013 – 10:05 Uhr
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