Virenscanner von Panda Update legt Windows-Rechner lahm

Fehlerhafte Signaturen haben die Antivirensoftware von Panda Security dazu gebracht, zeitweise auch harmlose Dateien als gefährlich zu identifizieren. Viele betroffene Rechner starteten anschließend nicht mehr ordnungsgemäß.

Werbung für Panda Antivirus, die gerade unfreiwillig komisch wirkt: "Sie bemerken nicht, dass es da ist"

Werbung für Panda Antivirus, die gerade unfreiwillig komisch wirkt: "Sie bemerken nicht, dass es da ist"


Die Virenscanner von Panda Security mögen weniger bekannt sein als manches Konkurrenzprodukt, doch das könnte sich jetzt durch unfreiwilliges Zutun der eigenen IT-Abteilung ändern. Das Entwicklerteam des spanischen Anbieters hat am 11. März bei einem Signatur-Update für Windows-Nutzer fehlerhafte Daten herausgegeben.

Die Folge war, dass die Panda-Produkte auch harmlose oder gar wichtige Systemdateien als gefährlich einstuften und in die Quarantäne verschoben. Dieser Vorgang wiederum führte dazu, dass sich manche Nutzer nach einem Neustart ihres Computers nicht mehr beim System anmelden konnten.

Mehrere Produkte betroffen

Die Panda-Techniker bemühten sich, zeitnah eine Lösung zur Verfügung zu stellen. Zunächst hieß es, Panda-Nutzer sollten Windows nicht neu starten. Für den Fall, dass das doch geschehen sei, riet der Support, Windows erneut im abgesicherten Modus hochzufahren. Dann sollten die Anwender Panda deinstallieren und die Nachfrage zum Löschen der Dateien in Quarantäne ablehnen.

Nach wenigen Stunden stellte Panda schließlich eine Recovery-Datei mitsamt einer Anleitung zum Beheben des Problems bereit. Von dem Fehler waren laut der Tech-Nachrichtenseite "Heise" folgende Panda-Produkte betroffen:

  • Panda Cloud Office Protection
  • Panda Cloud Office Protection Advanced
  • Panda Antivirus Pro 2015
  • Panda Internet Security 2015
  • Panda Global Protection 2015
  • Panda Gold Protection

Erboste Panda-Nutzer beschwerten sich sowohl im Support-Forum als auch via Twitter über den Zwischenfall. Vom "schlechtesten Antivirensystem aller Zeiten" war da die Rede, außerdem finden sich Beiträge wie "Mein Rechner war ein totales Chaos" und "Hat meinen PC total abgeschossen. Konnte heute nicht arbeiten und habe viel Geld verloren. Danke, Panda!"

Panda ist allerdings bei Weitem nicht die einzige Sicherheitsfirma, über deren Programme sich Nutzer ärgern. Im Laufe der Jahre haben zahlreiche Anbieter von Virenschutzprogrammen ähnliche Schwierigkeiten mit falschen Alarmierungen gehabt, merkt die Tech-Seite "The Register" an, darunter auch bekanntere Unternehmen.

meu



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unimatrix 12.03.2015
1. optimal optional
Liebe Leute! Es ist ja nett, dass ihr darueber berichtet. Aber heute nutzt das so gut wie niemandem mehr. Gestern haben sich die Leute das System zerschossen. Und die, die den Quarantaene-Tipp heute lesen, tun dies bestimmt mit einem bereits neu aufgesetzten System. Bei mir kam eine verdaechtige Meldung zu einer Nvidia-DLL. Da war ich schon vorsichtig und hab eine Behandlung verweigert. Neue Signatur gezogen und gut war. Ich hatte wohl wirklich Schwein, in meinem Umfeld gabs genug Opfer. Unabhaengig davon ist Panda free fuer Heimanwender, laut av-test.org, noch immer das beste Produkt. Als Windows-Nutzer ist man aber auch eh abgehaertet. Ob nun MS-Patch oder Virensignaturen, irgendwas ist ja immer an einer Neuinstallation schuld. Also: Systemwiederherstellung Dein Freund und Helfer ^^
ClausWunderlich 12.03.2015
2.
Ach das bin ich seit win 8.1 gewohnt!
cosmose 12.03.2015
3.
Interessant. Das erklärt das merkwürdige Verhalten meines Laptops gestern. Von jetzt auf gleich war Teamviewer deaktiviert und nach Installation der ohnehin fälligen Windows Updates waren 3 Neustarts in Folge angesagt. Naja..ich habe Panda jetzt durch AVG ersetzt. Der hat übrigens 2 (echte) Bedrohungen gefunden, die Panda gekonnt ignoriert hat...
stelzenlaeufer 12.03.2015
4.
Wer sich auf einen Virenscanner verlässt (egal welchen) dem ist eh nicht mehr zu helfen und wenn das System erst mal befallen ist helfen sowieso nur spezielle Analyse tools. Man sollte schon genau hinsehen was einem da angezeigt wird.
denn76 12.03.2015
5.
Zitat von stelzenlaeuferWer sich auf einen Virenscanner verlässt (egal welchen) dem ist eh nicht mehr zu helfen und wenn das System erst mal befallen ist helfen sowieso nur spezielle Analyse tools. Man sollte schon genau hinsehen was einem da angezeigt wird.
Genau, entgegen allen Empfehlungen (unter anderem auch vom BSI) kann man den Virenscanner natürlich weglassen.... Ein befallenes System würde ich eh neu aufsetzen, "Analyse Tools", was auch immer das sein soll, würde ich da nicht mehr benutzen. Ein Virenscanner, um zumindest bekannte Viren abzuwehren, ist meiner Meinung nach unabdingbar.
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