Erfolg hätte der Leichtathlet Tobias Becker auch als Fußballer haben können; in einer D-Jugend-Saison schoss er 54 Tore: eine Bilanz, die den Fußballprofi Tobias Becker beeindruckt, den ich in der Chemnitzer Bar Brazil treffe, wo sich Besucher nach ihm umdrehen. Der 24-Jährige trägt einen Drei-Tage-Bart und eine Fußballerfrisur; gerade haben die Zeitungen gemeldet, dass er zum 1. FC Magdeburg wechselt. Aufgewachsen ist Becks, wie ihn Freunde und Fans nennen, auf einem Bauernhof in Schildau, wo er beim Bolzen einmal ein Huhn erwischt hat; es überlebte den Schuss nicht. Mit 14 kam er aufs Sportinternat nach Chemnitz und kickte fortan für den Chemnitzer FC, wie einst Michael Ballack. Zuletzt schoss er den Siegtreffer im Endspiel des Sachsenpokals; drei Stunden lang schrieb er anschließend Autogramme. Nun also der Wechsel nach Magdeburg, nach zehn Jahren. Die Tradition dort sei größer, sagt er, das Stadion voller, die Chancen für einen Aufstieg besser. Er will es noch einmal wissen, will sich nach Abschluss seines Sportstudiums auf die Fußballkarriere konzentrieren.
Ich werde ihm die Daumen drücken, wenn auch nicht uneigennützig: Zur Fußball-WM 2014 will ich ein Nationaltrikot tragen, mit Rückenaufdruck "Tobias Becker".
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