Virtuelle Währung: Winklevoss-Zwillinge setzen auf Bitcoins

Cameron (l.) und Tyler Winklevoss (2011): "Die Leute wollen das nicht ernst nehmen" Zur Großansicht
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Cameron (l.) und Tyler Winklevoss (2011): "Die Leute wollen das nicht ernst nehmen"

Bitcoin sorgt mit heftigen Kursschwankungen für Wirbel. Angesichts der Euro-Krise interessieren sich vermehrt Investoren für die einstige "Hackerwährung". Einige von ihnen häufen riesige Mengen Bitcoins an.

Die neuesten Bitcoin-Großinvestoren sind die Winklevoss-Zwillinge, bekannt durch Gerichtsprozesse gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Sie warfen ihrem ehemaligen Kommilitonen an der Harvard-Universität vor, er habe die Idee für das soziale Netzwerk Facebook von ihnen abgeschaut. Letztlich wurden die Streitigkeiten beigelegt, die Winklevoss-Brüder bekamen 20 Millionen Dollar und Anteile an Facebook.

Nun sollen sie eine große Menge der digitalen Währung angehäuft haben, berichtet die "New York Times" ("NYT"). Wie viel genau ihre Bitcoins wert sind, ist aufgrund der starken Kursschwankungen schwer zu sagen. Am Donnerstagmorgen waren es 11 Millionen Dollar, berichtet die amerikanische Zeitung. Doch seitdem stürzte der Kurs an den Online-Börsen, an denen Nutzer die Währung handeln, massiv ab.

Ein solcher Handelsplatz, Mt. Gox, setzte den Handel am Donnerstag stundenlang aus. Das sei dem Ansturm an Anfragen geschuldet, erklärten die Betreiber. Sie wollten zusätzliche Rechnerkapazitäten installieren. Danach hatte die Handelsplattform mit Internetangriffen zu kämpfen, die die Seite überlasten sollten. Sie war zwischenzeitlich nicht erreichbar.

Cameron und Tyler Winklevoss sind allerdings schon länger beim Bitcoin-Handel aktiv. Seit vergangenem Sommer kauften sie Bitcoins, erklärten sie. "Die Leute wollen das nicht ernst nehmen. Aber irgendwann wird sich das verändern, und sie werden merken, dass virtuelle Währungen bleiben werden", sagte Cameron Winklevoss gegenüber der "NYT", "wir befinden uns erst am Anfang." Um ihre digitalen Devisen vor Hackern zu schützen, bewahrten die Brüder ihre Bitcoin-Daten auf USB-Sticks auf, die wiederum in Bankschließfächern eingelagert seien. Auch andere frühe Entdecker der Kunstwährung haben Bestände in Millionenwert angehäuft.

Wer wie viele Bitcoins besitzt, ist schwer nachzuprüfen. Wie bei Bargeld sind die Bestände anonym. Die Bitcoins selber werden in einem komplizierten Verfahren von Computern generiert, indem sie schwierige Rechenrätsel lösen. So werden nach und nach mehr Bitcoins geschaffen, bis zu einer Maximalmenge von 21 Millionen. Der Wert der Bitcoins wird durch Angebot und Nachfrage auf den Internet-Handelsplätzen bestimmt.

jnb/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Meiner Meinung nach
bergerangel 12.04.2013
Eine Blase die iwann platzen wird
2. keine blase
fkrone 12.04.2013
Zitat von bergerangelEine Blase die iwann platzen wird
Inwiefern handelt es sich um eine blase? Der Wert ergebit sich aus den MArktaktivitäten und durch die Begrenzung der maximalen Menge an Bitcoins, ist die Währung sogar recht stabil. Was nicht bedeutet, dass sie es im Verhältnis zum Euro oder Dollar ist. Was sicher überarbeitet werden muss und insofern haben sie recht, kann es zu einem neuanfang kommen, ist die technik.
3. Die Sache ist, dass wenn sich Spekulanten auf diese
hdudeck 12.04.2013
"Waehrung" stuerzen diese automatisch nicht mehr Wert ist. Waehrung hat auch etwas mit Vertrauen zu tun, mit wirtschaftlicher Leistungsfaehigkeit und und und. Bei Bitkom muss man doch nur den Stoepsel ziehen und alles ist weg.
4. Die letzten beissen die Hunde
keule37 12.04.2013
Zitat von fkroneInwiefern handelt es sich um eine blase? Der Wert ergebit sich aus den MArktaktivitäten und durch die Begrenzung der maximalen Menge an Bitcoins, ist die Währung sogar recht stabil. Was nicht bedeutet, dass sie es im Verhältnis zum Euro oder Dollar ist. Was sicher überarbeitet werden muss und insofern haben sie recht, kann es zu einem neuanfang kommen, ist die technik.
das nicht soviele BitCoins im Umlauf sind ist doch eher ein Nachteil als ein Vorteil. So können wenige Markteilnehmer den Preis manipulieren in dem sie anfangen BitCoins zu horten und somit das Angebot zu verknappen. Der Preis schiesst dann in die Höhe wenn parallel BitCoins in den Nachrichten als alternatives Zahlungsmittel propagiert wird und die Nachfrage steigt steigt. dumm nur wenn die die BitCoins horten irgendwann Kasse machen, dann werden die die zuletzt eingestiegen sind das nachsehen haben weil der preis wieder ins Bodenlose fällt. Ist ja nicht so das diese Art von Manipulation der Kurse neu wäre. Geschieht an den Aktienmärkten doch öfters und einige Börsenmakler/Börsenbrief herausgeber mussten deswegen auch schon hinter Gittern :)
5.
nutcracker 12.04.2013
Zitat von bergerangelEine Blase die iwann platzen wird
schön nachgeplappert... zur Info: die Blase ist bereits geplatzt, aber die nächste kommt bestimmt Entweder setzt sich Bitcoin durch und das massiv oder er verschwindet von der Bildfläche. Ich steh voll und ganz hinter der Idee einer dezentralen Währung und würde mir wünschen dass Bitcoin auf seiner Erfolgswelle weiterreitet. Trotzdem denke ich dass noch ein bisschen Zeit ins Land gehen wird. Wenn der Kurs irgendwann mal mehere Tausend Euro erreicht (das wird zwangsläufig passieren müssen) werden die Schwankungen im Kurs auch geringer ausfallen. Am besten wäre es aber natürlich wenn das Bitcoin Ecosystem schon soweit fortgeschritten wäre dass auch Gehälter und altägliche Güter in Bitcoins gezahlt werden können. Das würde den Kurs zusätzlich stabilisieren. klingt utopisch? we will see...
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