Sicherheitslücke: Kriminelle kapern Vodafone-Router

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Router Easybox 803: Dieses Modell hat eine gravierende Sicherheitslücke Zur Großansicht
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Router Easybox 803: Dieses Modell hat eine gravierende Sicherheitslücke

Telefonterror und teure Anrufe bei Auslandsnummern: Unbekannte nutzen eine Schwachstelle von Vodafone-Routern aus, kapern und missbrauchen die Geräte. Vodafone kennt die Schwachstelle seit Monaten, die Sicherheitslücke soll erst Ende August geschlossen werden.

Hamburg - Bislang nennt Vodafone die gravierende Sicherheitslücke eigener Routern eine "potentielle Schwachstelle". Jetzt wird bekannt: Unbekannte Angreifer nutzen die Sicherheitslücke längst aus. Der Fachdienst Heise Security berichtet, dass ein IT-Dienstleister aus dem Raum Krefeld mit Anrufen bombardiert wurde. Für den Telefonterror nutzten die Angreifer gekaperte Vodafone-Router ahnungsloser Privatleute.

Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE bestätigt der Geschäftsführer der Krefelder Firma: Sein Unternehmen wurde mit Anrufen Unbekannter bombardiert. Anhand der übermittelten Rufnummern konnten die Besitzer der Anschlüsse ausfindig gemacht werden. Alle waren Vodafone-Kunden und Nutzer des von Vodafone vorgegebenen Easybox-Routers. Dem Geschäftsführer der IT-Firmen sind zehn Fälle derart missbrauchter Easybox-Router im Raum Krefeld bekannt. Bei einem Opfer haben die Angreifer mit dessen Zugang eine Nummer im Ausland angerufen und gut 200 Euro Schaden verursacht.

Vodafone: Alle Hacking-Versuche abgefangen

Vodafone stellt die Sache etwas anders dar. Das Unternehmen sagt auf Anfrage, es habe "vereinzelte Hacking-Versuche" gegeben. Diese habe man identifiziert und abgefangen. Die betroffenen Kunden seien von Vodafone informiert worden. Vodafone versichert, keinem der Kunden sei "am Ende ein finanzieller Schaden" entstanden. Denn: "Wenn zum Beispiel versucht wurde, über gehackte Easyboxen Telefonate zu Premiumdiensten oder ins Ausland zu führen, haben wir das frühzeitig erkannt, nachträglich unterbunden und Strafanzeige gestellt."

Offenkundig war jemand im Raum Krefeld unterwegs, spähte angreifbare Easybox-Router aus und knackte sie. Das ist innerhalb der Reichweite des jeweiligen W-Lans ohne Zugang zu Wohnung oder Büro von der Straße aus möglich.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte schon Anfang August, dass solche Angriffe möglich sind. Derzeit ist unklar, wie die Täter die Router für Anrufe missbrachen konnten. Womöglich haben Sie Kennungen und Kennwörter der VoiP-Konten kopiert oder Weiterleitungen auf den Routern eingerichtet.

Laut Vodafone sind die EasyBox-Modelle 600 bis 602 und 800 bis 803 betroffen, die vor August 2011 produziert worden sind. BSI und Vodafone geben auf Infoseiten Hinweise, wie man die Geräte absichert. Vodafone verspricht, in der letzten Augustwoche eine aktualisierte Systemsoftware für die betroffenen Geräte auszuliefern. Vodafone wusste seit Dezember 2012 von der Sicherheitslücke, damals hatte ein Sicherheitsforscher der Firma SEC Consult den Konzern auf die Probleme hingewiesen. Vodafone informierte seine Kunden erst Anfang August über die Probleme - nachdem das BSI eine Warnung veröffentlicht und SPIEGEL ONLINE über den Fall berichtet hatte.

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insgesamt 6 Beiträge
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1. wenn ich einen neuen Router konfiguriere....
derlabbecker 21.08.2013
.... benenne ich grundsätzlich das WLAN um, ändere das Passwort für das WLAN, schalte WPS aus und verwende einen anderen als den eingestellten IP-Adressen Bereich. Ach ja, der Admin User des Routers bekommt natürlich auch ein neues PW....
2. Es geht auch einfacher
CG412 21.08.2013
WLAN abgeschaltet und die angeschlossenen Geräte mit Powerline verbunden. Was nicht sendet, wird auch nicht gehackt.... Oder?
3.
Plasmabruzzler 22.08.2013
Zitat von sysopUnbekannte nutzen eine Schwachstelle von Vodafone-Routern aus, kapern und missbrauchen die Geräte.
Richtigerweise ist die Sicherheitslücke die/der Anwender/in. Die Standardeinstellungen beizubehalten ist so sicher wie einem Zahlenschloss keine neue Kombination zu geben. Und die Konfiguration ist das Dank Web-Interface, zahlreichen FAQs usw. nun wirklich kein Hexenwerk. Im Zweifelsfalls gibt es im Familien- oder Bekanntenkreis jemanden, der ein wenig Ahnung davon hat.
4. Blödsinn
huomodibanco 22.08.2013
Nicht der/die Anwender/in ist die Schwachstelle, sondern die nicht verhängten Strafen gegen die Anbieter, wenn sie ihr System nicht sicherer machen. Würde die Bundesnetzagentur jedesmal saftige Strafen oder Sanktionen für jeden Missbrauch, der durch unterlassene Schutzmechanismen geschieht, verhängen, wir würden uns wundern, wie schnell die Anbieter sichere Systeme entwickeln würden!!
5.
Plasmabruzzler 22.08.2013
Zitat von huomodibancoWürde die Bundesnetzagentur jedesmal saftige Strafen oder Sanktionen für jeden Missbrauch, der durch unterlassene Schutzmechanismen geschieht, verhängen, wir würden uns wundern, wie schnell die Anbieter sichere Systeme entwickeln würden!!
Unsinn. Laufen Sie auch mit offener Tasche durch die Stadt und wundern sich dann, warum das Portemonnaie entwendet wird? Verklagen Sie dann den Dieb oder den Taschenhersteller? Wer es nicht schafft, ein relativ idiotensicheres System selbst zu konfigurieren, sollte am besten die Hände vom Internet lassen. Solche Leute ziehen sich wahrscheinlich auch den größten Müll auf den Computer und wundern sich dann, wenn sie selbst nicht mehr Herr ihrer Daten sind. Die bekanntgewordene Schwachstelle ist schließlich keine, die man mit einfachen Mitteln nicht schließen könnte. Die Vollkaskomentalität ist echt zum Abgewöhnen.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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