Wegen einstweiliger Verfügung Vodafone muss Kinox.to sperren

Ein Teil der Vodafone-Kunden kann nicht mehr auf das umstrittene Streamingportal Kinox.to zugreifen. Hintergrund ist die einstweilige Verfügung eines Filmunternehmens.

Screenshot der Sperr-Anzeige

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Vodafone-Kunden, die über das TV-Kabelnetz den Streamingdienst Kinox.to im Internet abrufen wollen, werden derzeit mit einer Sperrseite konfrontiert. Der Grund ist eine einstweilige Verfügung, die das Münchner Filmunternehmen Constantin Film erwirkt hat. Die Firma ist beispielsweise für deutsche Filmproduktionen wie "Fack ju Göhte", "Fack ju Göhte 2" oder "Er ist wieder da" verantwortlich.

Vodafone bestätigte auf SPIEGEL-Anfrage entsprechende Medienberichte, unter anderem des Tech-Magazins "Golem" . Auch auf Twitter hatten Nutzer von der Sperre für das Streamingportal berichtet.

Laut einer Unternehmenssprecherin von Vodafone geht es "um urheberrechtliche Ansprüche der Constantin Film, die durch Dritte verletzt worden sind." Eine entsprechende Verfügung sei am 1. Februar vom Landgericht München erlassen worden. Vodafone sei dadurch aufgefordert, "die Angebote des Portals kinox für seine Internetkunden der Vodafone Kabelsparte zu sperren". Kunden anderer Unternehmensbereiche, etwa Mobilfunkkunden, sind somit von der Sperre nicht betroffen.

Genauere Angaben machte Vodafone mit Verweis auf das "laufende Verfahren" nicht. Constantin Film war auf eine SPIEGEL-Anfrage hin am Montag zunächst nicht zu erreichen.

Ein mutmaßlicher Gründer und Betreiber von Kinox.to war im September 2017 in der kosovarischen Hauptstadt Pristina festgenommen worden, zuvor war 2015 bereits ein Drahtzieher hinter dem Portal in Leipzig verurteilt worden. Der Festnahme und dem Prozess zum Trotz stand und steht Kinox.to weiter online.

mbö/gru

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