Netzwelt-Ticker AC/DC-Virus, Mobilfunk-Daten, Android-Piraterie

Heute im Netzwelt-Ticker: Vodafone wird wegen Vorratsdatenspeicherung verklagt; Frustrierte Entwickler bieten Android-Apps wegen Piraterie gratis; Ein Computervirus lässt iranische Nuklear-Computer angeblich AC/DC-Titel abspielen.

AC/DC (1985 in Ipanema): "Thunderstruck" auf iranischen Rechnern
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AC/DC (1985 in Ipanema): "Thunderstruck" auf iranischen Rechnern


Irans Atomprogramm übt auf Hacker, zumal im amerikanischen oder israelischen Regierungsauftrag, offensichtlich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Kaum haben die iranischen Techniker ihre Systeme nach Stuxnet- und anderen Attacken wieder im Griff, macht ein Bericht über einen neuerlichen Angriff - mit vollkommen unerwarteten Folgen - die Runde.

Wie der Chef des IT-Sicherheitsdienstleisters F-Secure, Mikko Hypponen, berichtet, erhielt er von einem Wissenschaftler, der in einer iranischen Atomanlage arbeitet, via E-Mail den Hinweis auf einen neuartigen Computerwurm, der sich merkwürdig verhält.

Der PC-Schädling habe Netzwerke in der Atomzentren in Natanz und Fordo lahmgelegt, heißt es in der Mail. Überdies hätten sich mitten in der Nacht mehrere der befallenen Computer eingeschaltet, um mit voller Lautstärke den AC/DC-Song "Thunderstruck" abzuspielen.

Was von dieser Mitteilung zu halten ist, weiß Mikko Hypponen bisher allerdings nicht. Nur, dass sie tatsächlich von einem Rechner der Atomic Energy Organization of Iran (AEOI) aus verschickt wurde, konnte er bestätigen.

Klage gegen Vodafone wegen Vorratsdatenspeicherung

Eine Vorratsdatenspeicherung ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Das hat bislang auch die erfolgreiche Verfassungsklage gegen das entsprechende Regierungsvorhaben im Jahr 2010 sichergestellt. Dessen ungeachtet betreiben einige Mobilfunkanbieter in Deutschland die Speicherung von Verbindungsdaten, obwohl es dafür häufig keine gesetzliche Grundlage gibt.

Rechtsanwalt Meinhard Starostik, der seinerzeit die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung führte, erhob nun im Auftrag einer Handy-Nutzerin Klage gegen Vodafone. Der Mobilfunker sammelte unter anderem Daten über die Funkzellen, von denen aus die Kundin Anrufe getätigt hat. Außerdem seien die Kennungen von Endgerät (IMEI) und SIM-Karte (IMSI) aufgezeichnet worden. Die aber seien zur Erstellung der Rechnung überhaupt nicht erforderlich, dürften also auch nicht gesammelt werden. Die von Starostik zugesandte Unterlassungserklärung mochte Vodafone nicht unterzeichnen (PDF).

Die nun angestrengte Klage ist für den Juristen, der Richter am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin ist, erst der Anfang. Starostik zumindest versprach bereits: "Die Klagen gegen andere Anbieter folgen bald."

Frustrierte Entwickler bieten Android-Apps gratis an

Auch mit Apps, die zum Preis von nur 99 Cent zum Beispiel bei Google Play, Googles App Store für Android, angeboten werden, verdienen Entwickler häufig kaum Geld. Das liegt an illegalen Kopien, klagen einige Android-Entwickler.

Jüngstes Beispiel ist Madfinger Games, die bislang das Spiel "Dead Trigger" zum Preis von 99 Cent für iOS und Android angeboten haben. Bei Google Play gibt es das Spiel jetzt kostenlos. Das begründen die Entwickler so: "Die Piraterierate auf Android-Geräten ist unglaublich hoch, selbst bei einem Preis von einem Dollar. Schließlich haben wir uns entschieden, Dead Trigger kostenlos anzubieten".

Wie es aussieht, steht Madfinger mit dieser unschönen Erfahrung nicht allein da. Schon im vergangenen Jahr teilte der koreanische Spieleentwickler Com2uS mit, die Piraterierate erreiche bei hauseigenen Spielen Werte von bis zu 98 Prozent.

Eine Entwicklung, die auch den Verantwortlichen bei Google nicht entgeht. Auf Dauer könnte dieser Zustand Entwickler anderen Plattformen zutreiben, auf denen sie eher Einnahmen erzielen könnten. "Winfuture" berichtet, aus diesem Grunde biete die neue Android-Version 4.1, Jelly Bean, eine gerätespezifische App-Verschlüsselung, die das Kopieren auf andere Android-Geräte erschweren soll.

Auch das noch:

  • Google bevorzugt bei YouTube-Kommentaren Klarnamen. Pseudonyme mag die Videoplattform seit neuestem nicht mehr leiden. Als Standard erscheint nun der volle Nutzername des Kommentators. Niveau-Pflege oder ein Schritt zur weiteren Verknüpfung mit Google+?
  • Der britische Hacker Gary McKinnon muss weiter bangen. Über den gegen ihn laufenden Auslieferungsantrag der USA wird im Oktober entschieden. Derzeit seien die zuständigen Behörden mit den Olympischen Spielen in London voll ausgelastet, so die britische Innenministerin Theresa May.
  • Craigslist ist ein beliebter Anzeigendienst, aber manche Angebote könnten noch besser dargestellt werden. Das will eine Webseite namens PadMapper übernehmen, die die Anzeigen übersichtlich auf einer Karte darstellt. Alles nur geklaut, findet Craigslist und schickt den Kartenmachern nach einer Abmahnung nun eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung ins Haus.
  • Britische Künstler beklagen Googles Link-Hilfe zu raubkopiertem Material. Elton John, Andrew Lloyd Webber, aber auch Roger Daltrey von "The Who" und Brian May von "Queen" beschweren sich in einem offenen Brief, Google eröffne seinen Nutzern durch Verlinkungen Wege, um an illegales, raubkopiertes Material zu gelangen. Die Künstler unterstützen damit eine Initiative des britischen Phonoverbands BPI. Der Beschwerdebrief soll noch in dieser Woche dem britischen Premier David Cameron zugehen.

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insgesamt 4 Beiträge
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langenscheidt 26.07.2012
1. IMEI und IMSI
Vielleicht sollte sich Herr Starostik den Vodafone-Vertrag seiner Mandantin genauer anschauen, zumindest was IMSI und Home-Bereich betrifft. Überraschend ist, dass Vodafone erkennen kann, mit welcher IMEI die IMSI genutzt wird. Das ist für mich als Mobilfunktechniker eine nette technische Sensation, die anscheinend die Mobilfunkkonzerne bisher verschweigen. Das bedeutet, Mobilfunkanbieter können also doch ohne großen technischen und ökonomischen Aufwand Handys orten!!
tylerdurdenvolland 26.07.2012
2. Kann man verstehen
"Elton John, Andrew Lloyd Webber, aber auch Roger Daltrey von "The Who" und Brian May von "Queen" und einige andere jener Kategorie wollen die Raubkopierer stärker kriminalisiert sehen.... nun ja, kann man verstehen. Wenn man permanent am Existenzminimum herumkrebst, dann platzt einem halt eines Tages der Kragen.
tylerdurdenvolland 26.07.2012
3. Kann man verstehen
"Elton John, Andrew Lloyd Webber, aber auch Roger Daltrey von "The Who" und Brian May von "Queen" und einige andere jener Kategorie wollen die Raubkopierer stärker kriminalisiert sehen.... nun ja, kann man verstehen. Wenn man permanent am Existenzminimum herumkrebst, dann platzt einem halt eines Tages der Kragen.
tylerdurdenvolland 26.07.2012
4. Passend zum Thema
Zitat von sysopHeute im Netzwelt-Ticker: Vodafone wird wegen Vorratsdatenspeicherung verklagt; Frustrierte Entwickler bieten Android-Apps wegen Piraterie gratis; Ein Computervirus lässt iranische Nuklear-Computer angeblich AC/DC-Titel abspielen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,846267,00.html
Ein Link passend zum Thema Leaked Report Reveals Music Industry’s Global Anti-Piracy Strategy | TorrentFreak (http://torrentfreak.com/leaked-report-reveals-music-industrys-global-anti-piracy-strategy-120725/)
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