Warnung unter Sexpartnern Sie haben Post - und eventuell Tripper

Mit einem E-Mail-Service wollen kalifornische Initiativen die Ausbreitung von HIV, Tripper und Syphilis eindämmen. Infizierte können ihre Sexpartner anonym per E-Card warnen und zum Arztbesuch auffordern.


Im Kampf gegen sexuell übertragbare Krankheiten gehen Schwuleninitiativen und Behörden in Kalifornien ungewöhnliche Wege. Für Los Angeles wurde jetzt eine Website gestartet, über die man seine Sexpartner der letzten Wochen und Monate vor möglichen Infektionen warnen kann - auf Wunsch auch anonym.

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E-Cards: Ich bin infiziert

"Das ist eine andere Möglichkeit für Menschen, Partner über eigene sexuell übertragbare Krankheiten zu informieren", sagte Karen Mall von der Aids Healthcare Foundation. Nicht immer bestünde die Möglichkeit, Infektionen im persönlichen Gespräch mitzuteilen. "Die Offenlegung der Partner ist eine gute Möglichkeit, die Kette von HIV-Infektionen zu aufzubrechen", erklärte Mall der Nachrichtenagentur Reuters.

Auf der Webseite www.inspotla.org stehen sechs E-Cards zur Auswahl, die man parallel an mehrere Empfänger schicken kann - mit oder ohne Angabe einer Absenderadresse.

Eine Karte zeigt eine nackte Männerbrust mit dem Text:

"Es ist nicht das, was du zur Party mitgebracht hast, sondern das, was du mitgenommen hast. Ich habe eine sexuell übertragbare Krankheit - du vielleicht auch. Lass dich bald untersuchen!"

In San Francisco war bereits im vergangenen Jahr eine ähnliche Seite gestartet worden (www.inspot.org). Über sie werden monatlich rund 500 E-Cards verschickt. Die Missbrauchsrate liege bei einem halben Prozent, erklärte Mall. "Die Seite ermöglicht nicht mehr als das, was man ohnehin tun kann, wenn man die Mail-Adresse anderer Personen hat."



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