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E-Mail-Check: Was das BSI beim nächsten Hack besser machen kann

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Computer-Bildschirm mit Tastatur: Experten kritisieren das BSI-Vorgehen Zur Großansicht
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Computer-Bildschirm mit Tastatur: Experten kritisieren das BSI-Vorgehen

Millionen gehacker Online-Konten, Millionen Anfragen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das BSI hat Millionen Deutsche aufgeschreckt. Nun stellen Experten kritische Fragen: Hätte das BSI eher warnen müssen? Ist das Verfahren gut? Stimmen die Daten?

Rund 16 Millionen Benutzerkonten geknackt - das meldete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Anfang der Woche. Die Aufregung war so groß, dass die BSI-Server unter dem Mail-Ansturm besorgter Bürger zusammenbrachen.

Nun gibt es erste Zweifel daran, ob die Angaben des BSI stimmen. Das Magazin für professionelle Informationstechnik "iX" meldet, dass diverse von der Redaktion zum Spam-Sammeln eingerichtete Freemailer-Adressen in der BSI-Datensammlung zu finden sind. Laut "iX" wurden die Konten bei Anbietern wie Web.de und Freenet für nichts anderes genutzt, die Daten können also nicht aus Datenbanken oder per Phishing kopiert worden sein. Einen Hack der Mail-Provider hält das BSI für unwahrscheinlich. Aber woher kommen dann die Adressen? Warum meldet der vom BSI eingerichtete Warndienst die ausschließlich beim Provider genutzten Adressen bei Tests als gehackt?

Das Bundesamt macht keine näheren Angaben dazu, wie die Sammlung von Adressen und Kennwörtern zustande gekommen ist. Das BSI begründet das Schweigen mit laufenden Ermittlungen. Der Bericht der "iX" legt nahe, dass die Größenordnung von "rund 16 Millionen kompromittierten Benutzerkonten" eine sehr grobe Schätzung des BSI ist.

Abgesehen davon gibt es noch einige offene Fragen zum Vorgehen des BSI.

Kam die Warnung zu spät?

Das BSI wusste seit Dezember von der Datensammlung. Die Warnung veröffentlichte das Institut erst einige Wochen später, weil es so lange gedauert hat, ein "datenschutzgerechtes" Verfahren aufzusetzen, dass "einer derart großen Zahl von Anfragen gewachsen ist" (so der BSI-Präsident im Radio). Kritikern ist das zu spät.

Der Programmier-Einwand des BSI ist völlig berechtigt, auch wenn die BSI-Seite dann doch bald unter dem Ansturm der Nutzer zusammenbrach. Wer diese Information wochenlang geheim hält, nimmt aber andererseits in Kauf, dass in der Zeit Täter die Login-Dateien für Betrügereien nutzen und noch einige Menschen mehr schädigen. Hätte das BSI im Dezember nicht eine allgemeine Warnung herausgeben können? Ändert eure Kennwörter jetzt, wir haben Hinweise auf einem massiven Datendiebstahl?

Auf die Frage nach einer generellen Warnung fragt BSI-Pressesprecher Matthias Gärtner zurück: "Welche Erfolgsaussichten hätte man denn, wenn man so einen generellen Aufruf macht?" Nun, sicherlich nicht so groß wie mit einem Selbsttest. Aber den Test kann man auch nach einer generellen Warnung noch anbieten. Und: Bei einer frühen allgemeinen Warnung ändern immer noch mehr Menschen ihre Kennwörter als bei überhaupt keiner Warnung.

Warum gibt es keine englischsprachige Warnung?

Etwa die Hälfte E-Mail-Adressen in der BSI-Datenbank stammen laut dem Amt nicht aus Deutschland. Doch auf der Webseite gibt es Informationen nur in deutscher Sprache. Was ist mit den Nutzern im Ausland? Das ist sicher nicht die Aufgabe das BSI, und bestimmt hat das Amt die Information an Partnerorganisationen weitergegeben. Aber was ist mit Menschen im Inland, die die komplexe Anleitung nicht in deutscher Sprache verstehen?

Warum kommt keine Entwarnung per Mail?

Das BSI-Konzept sieht so aus: Wer eine betroffene E-Mail-Adresse eingegeben hat, wird später per E-Mail gewarnt. Wer nicht betroffen ist, bekommt keinen Hinweis. Das klingt logisch, allerdings kann eine E-Mail auch wegen Fehleingaben, Serverproblemen oder anderen Gründen nicht ankommen. Wie Heise Security kommentiert: "Allein das Ausbleiben einer Mail ist nicht geeignet, Entwarnung zu geben, weil es sehr viele Gründe geben kann, warum eine Mail nicht ankommt."

Ist die die Drei-Schritt-Abfrage nicht unnötig umständlich?

Für den BSI-Test müssen die Nutzer ihre E-Mail-Adresse auf der Testseite eingeben, einen Code notieren, dann auf die E-Mail warten, den Code mit dem im Betreff vergleichen, das GPG-Zertifikat von der Website laden, um die Echtheit der signierten E-Mail zu überprüfen. Es ginge auch einfacher. E-Mail-Adresse in BSI-Formular tippen, dann kommt ein Code per Mail, den tippt man beim BSI ein und sieht dann im Browser das positive oder negative Testergebnis. Das ist kein absolut sicherer Weg, um sicherzustellen, dass nur die Besitzer einer Adresse die Datenbank abfragen. Aber es wäre ein hinreichend sicheres und benutzerfreundliches Verfahren.

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Mitarbeit: Judith Horchert

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1. Es dauerte !
hei-nun 25.01.2014
... und warum dauerte es fast zwei Tage, bis die Antwort kam ? Ich dachte schon an Entwarnung ! Schönen Tag noch !
2. Willkommen im
der_ungläubige 25.01.2014
Der Umfang der angeblich abgegriffenen Login-Daten mag neu sein, die Tatsache, dass so etwas häufiger passiert, ist es nicht. Wieso muss die zuständige Behörde also erst ein "datenschutzgerechtes" Verfahren entwickeln, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist? Typisch Behörde!
3. Wie lange muss man warten?
Alimentator 25.01.2014
Wie lange muss man in Angst leben nachdem man seine Email der Behörde gemeldet hat? Drei Tage, vier Wochen, zehn Jahre oder für immer? Was ist das denn für ein System, wo man nie weiß, ob die eigene Adresse nicht doch betroffen ist?
4. Da ist noch mehr offen:
_unwissender 25.01.2014
Wieso wird nicht klar gesagt, worum es überhaupt geht? Waren Mail-Konten oder Benutzerkonten betroffen? Das ist ganz wesentlich. Denn wenn ich für Bestellungen im Internet eine Mail-Adresse angeben und ein Konto einrichten muss, dann mache ich das ganz generell immer mit einem "wilden" Passwort, das ich mir nicht merke. Ob dieses Passwort geklaut wird, das interessiert höchstens den Anbieter. Etwas anderes ist die Anmeldung am Mail-Konto. Dort muss ich das Passwort natürlich wissen. Dort würde es dann auch Sinn machen, das Passwort zu ändern. Leider ist mir im Laufe des ganzen Verfahrens noch nicht klar geworden, welche Alternative denn überhaupt vorliegt.
5. Die Behören warten doch immer,
sunspirit1 25.01.2014
bis der verdrbene Fisch gegessen ist, damit der wirtschaftliche Schaden begrenzt wird. Da machen geknackte Passwörter keinen Unterschied ...
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

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