Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Videostreaming im Test: Das Wünsch-Dir-was-TV

Von

500 Bildschirme (Symboldbild): Drei Dienste, größere Auswahl - es gibt Hoffnung für deutsche VoD-Dienste Zur Großansicht
Corbis

500 Bildschirme (Symboldbild): Drei Dienste, größere Auswahl - es gibt Hoffnung für deutsche VoD-Dienste

Das klassische Fernsehprogramm ist angeblich ein Auslaufmodell - die legale Alternative dazu sind On-Demand-Dienste, die Programm nach Wunsch versprechen. Aber können Dienste wie Lovefilm, Maxdome oder Watchever wirklich liefern, was wir uns wünschen? Ein Test.

Fernsehen, sangen Pink Floyd schon vor 34 Jahren, böte "13 Kanäle voller Mist zur Auswahl". Heute ist das natürlich anders: Wer eine digitale Schüssel sein Eigen nennt, kann aus 400 Kanälen wählen - nur den einen mit dem "richtigen" Programm findet man oft nicht.

Wäre es nicht besser, wenn wir uns das Programm einfach selbst machen könnten? Am besten mit Diensten, die per Abo-Gebühr bezahlte Pauschalangebote bieten?

Zurzeit gibt es in Deutschland nur drei größere Anbieter, die so ein Video on demand, kurz VoD als allgemein zugängliches Flatrate-Abo im Angebot haben: Maxdome, Lovefilm und Watchever.

Rein technisch gesehen laufen sie alle gut, bequem und unkompliziert - VoD-Nutzung ist kein Hobby für Spezialisten mehr. Das Angebot unterscheidet sich leicht: Zwei der Dienste bieten auch Originalversionen fremdsprachiger Videos und Filme. Die Dienste bieten verschiedene Zugangsmöglichkeiten.


Einzeltests: Maxdome/ Lovefilm/ Watchever

Einzelne Dienste im Test

Fazit - eingeschränktes Angebot mit guten Ausnahmen

Egal, was die Werbung verspricht - Top-Filme und aktuelle Blockbuster sind in allen VoD-Angeboten Mangelware. Das ist vor allem eine Rechte- und Lizenzenfrage. Im VoD-Abruf bekommt man, von Ausnahmen abgesehen, Filme, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben - das meiste landet dort erst, nachdem es zuvor auch im Free-TV zu sehen war.

Unter dem Strich gilt: Wer ein wirklich reichhaltiges Angebot an Frischware sucht, ist bei Kauf-Shops (z.B. iTunes), die in der Film-Verwertungskette gleichberechtigt zum DVD-Verkauf vor Free-TV und dem Verleihgeschäft stehen, deutlich besser aufgehoben als bei VoD-Diensten.

In der Praxis heben sich die Dienste durchaus voneinander ab. Erhofft man sich VoD als Alternative zum herkömmlichen Programm, kommt man zu einem durchwachsenen Urteil, denn qualitativ-inhaltlich gelingt es den Diensten noch nicht, den Kunden wunschlos glücklich zu machen. Kein Dienst hat alles: Viele Serienjunkies werden sich ihren Anbieter danach aussuchen, welche Serien er im Programm hat.

  • Was die Breite und Aktualität des Angebotes angeht, ist Maxdome kaum zu schlagen. Der Dienst ist allerdings auch teuer - und verkauft das Gros seiner Perlen gegen zusätzlichen Aufpreis. Als Online-Videothek mit Einzelfilm-Verleih ist Maxdome deshalb gut, als Flatrate-Anbieter dagegen nicht.
  • Warum Lovefilm sein Potential nicht nutzt, ist schwer zu begreifen. Das Angebot ist merklich dünner, unübersichtlicher und auf der Informationsebene schlechter organisiert. Der Verzicht auf Originalversionen ist unverständlich, wenn man auf die Zielgruppe der Cineasten und TV-Junkies zielt. Als DVD-Verleih hat Lovefilm sehr viel zu bieten, als VoD-Flatrate hingegen nicht.
  • Da fährt man mit Watchever deutlich besser: Die Chance, im Flatrate-Angebot Attraktives zu finden, ist höher als bei den Konkurrenten. Der Dienst ist übersichtlich, ungewöhnlich flexibel und komfortabel zu nutzen. Auch dies ist ein Flatrate-Angebot mit den VoD-typischen Lücken - aber zurzeit das beste auf dem deutschen Markt.

VoD-Dienste im Überblick
Lovefilm
Gegründet 2003, in Deutschland aktiv seit 2006 (zunächst als DVD-per-Post-Verleih). Amazon stieg 2008 zunächst als Teilhaber ein und übernahm die Firma im Januar 2011 komplett. Flatrate-Preis: 6,99 Euro/Monat
Maxdome
Maxdome ist das VoD-Angebot der ProSiebenSat.1-Gruppe: Der Dienst ging 2006 als Online-Videothek an den Start und ist damit in Deutschland das älteste Angebot seiner Art. Flatrate-Preis: 14,99 Euro/Monat (bei eingeschränktem Angebot)
Watchever
Watchever ist seit Januar 2013 auf dem deutschen Markt vertreten. Auffällig, aber kein Zufall ist die Werbe-Power der Firma: Hinter Watchever steht Frankreichs größtes Medienunternehmen Vivendi. Flatrate-Preis: 8,99 Euro/Monat
VoD: Anforderungen an die Netzanbindung
Alle drei Dienste bieten Video-Streams mit Qualitäten bis zu HD und setzen dafür eine DSL-Verbindung mit mindestens zwei Mbit/Sek voraus. Das reicht nur sehr knapp, mehr ist auf jeden Fall besser: Bei sechs Mbit/Sek - bis hinein in die deutschen Mittelstädte heute meist Standard - funktionieren alle Dienste reibungslos. Kein Dienst brauchte länger als 40 Sekunden Vorpufferung, um einen stabilen Stream auf den Weg zu bringen.
Verfügbarkeit: Wo kann man VoD nutzen?
Alle Dienste erlauben sowohl stationäre als auch mobile Zugriffe. Sie lassen sich online allerdings weder im "Roaming" nutzen, noch - so vorhanden - über die internationalen Versionen der Dienste. Im Urlaub muss man sich also anderweitig mit Filmstoff versorgen: Ein "Mitnehmen" in einer temporär gespeicherten Version von Videos erlaubt zurzeit nur Watchever.
Die Empfangstechnik: Zugangsmöglichkeiten

Alle Dienste stellen verschiedene Zugangsmöglichkeiten zur Auswahl:

- Lovefilm: Tablets und Laptops, Web-fähige Blu-Ray-Player, Smart-TVs, Web-fähige Heimkinosysteme, Settop-Boxen, Spielekonsolen

- Maxdome: Laptop, Tablets und Smartphones, Player, Settop-Boxen, Smart-TVs, Spielekonsolen, Festplattenrekorder

- Watchever: Mac und PC, Apple-TV, Spielekonsolen, Smart-TV, Tablets und Smartphones

Allen gemeinsam ist der PC-Abruf als kleinster gemeinsamer Nenner. Der lässt sich via Laptop und HDMI-Kabel natürlich auch als kostengünstige Lösung nutzen, die Bilder auf den Fernseher zu bekommen. Keiner der Dienste unterstützt bisher Linux.


Einzeltests: Maxdome/ Lovefilm/ Watchever

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das Problem ist doch, das es nicht genuegend Filme
hdudeck 13.08.2013
gibt, die einem gefaellen. Wenn man sich jeden Tag einen Film ansieht, ist man irgentwann durch. Der Nachschub bleibt halt hinter dem Bedarf zurueck. Einzige Loesung hier: Computer kreierte Filme, die je nach Vorlieben des Sehers eine Handlung in Realtime erzeugen. Das Gute daran, reelle Schauspieler brauch man nicht dafuer. Stattdessen werden virtuelle Stars kreiert. Kommt billiger. Leider hat die Klatschpresse dann nichts mehr, worueber sie schreiben koennte. Gab da mal ein Roman von Roald Dahl, ging dabei allerdings ums Schreiben.
2. Live TV
chickenkiller 13.08.2013
Zitat von sysopCorbisDas klassische Fernsehprogramm ist angeblich ein Auslaufmodell - die legale Alternative dazu sind On-Demand-Dienste, die Programm nach Wunsch versprechen. Aber können Dienste wie Lovefilm, Maxdome oder Watchever wirklich liefern, was wir uns wünschen? Ein Test. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/was-deutsche-video-on-demand-dienste-wirklich-bieten-a-903631.html
Live TV ist irgendwie "lebendiger"! Bei der Frage "was gibbs'n heute im Fernsehen?" ärgert man sich meistens, weil nur Scheiß läuft. Somit kann man schön andere dafür verantwortlich machen und sich selbst einen alternativ-sinnvollen Abend gestalten. Wenn ich mir selbst irgendwelchen Müll raussuche und noch dafür bezahle, ärgere ich mich die Platze!
3. Und wiso nicht Sky
xees-s 13.08.2013
Sky hat doch so eine Abrufbox ohne starrem Programm, vor mit aktuellen Filmen. Oder die Kabelbetreiber können FOX Channel freischalten für die Serien Junkies. Der Artikel ist da etwas dürftig wenn er keine Alternativen bietet.
4. Gez
djmj 13.08.2013
Ich bin als Student momentan noch von der GEZ befreit und habe selbst lovefilm. Nutze es zwar nur selten um mit meiner Freundin etwas zu schauen aber für den Preis von 7 euro pro monat finde ich es okay. Sobald ich aber in paar Monaten GEZ zahlen muß werde ich es kündigen da ich ja sonst nochmehr für TV ausgeben würde was ich eh fast gar nicht schaue. Warum die privaten und VOD Anbieter nicht gegen den ÖRR Klagen ist mir ein Rätsel. Der Zwang und die immensen unnormalen Einnahmen sind so ein krasser Wettbewerbesvorteil. Für GEZ + lovefilm kann ich die wenigen Stunden das Geld auch anders in die lokale Wirtschaft/Gastronomie und Unterhaltung stecken und je nach Zeitpunk fast drei mal ins Kino für gehen.
5. Groesster Vorteil von Lovefilm
yaba 13.08.2013
Fuer 9,99 Euro pro Monat bekommt man neben der VoD Flatrate auch noch pro Monat 4 DVDs oder BlueRays frei Haus geliefert - und da sind alle Blockbuster dabei. Die Aussage, dass beim VoD keine guten Serien dabei sind ist wohl subjektiv. "Lost" zaehlt fuer mich eigentlich zur besten Serie ueberhaupt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: