Web-2.0-Tool "If This Then That" Die Superverknüpfungsmaschine

Eine Twitter-Nachricht erzeugt ein Lesezeichen, das erscheint in einem Blogposting, woraufhin eine E-Mail verschickt wird: Solche Verknüpfungen können das Leben des Web-Junkies ungemein erleichtern - der neue Dienst "If This Then That" erledigt sie mit wenigen Klicks.


Dieser Dienst schlägt Brücken: "If This Then That" ist ein stilles Helferlein, dass sich in diverse Webdienste einklinkt und lästige Klickaufgaben ganz automatisch übernimmt. Die Seite kann zum Beispiel automatisch immer dann eine Facebook-Nachricht schreiben, wenn man ein neues Bild bei Flickr hochgeladen hat. Doch das ist längst nicht alles: Mit insgesamt 30 Webdiensten kann sich "If This Then That" verknüpfen.

So funktioniert es: Der Dienst lauscht in den Datenstrom hinein, vorher festgelegte Ereignisse lösen dann ein neues Ereignis aus: Wenn dies passiert, dann tu das. So lassen sich beispielsweise über Twitter verbreitete Bilder direkt in ein Wordpress-Blog posten. Oder zu einer bestimmten Uhrzeit kann eine Nachricht über den Google Instant-Messenger abgesetzt werden. Oder man verschickt ein Bild in einer E-Mail, das automatisch auf Flickr hochgeladen oder in einer Dropbox gespeichert wird.

Für jeden der Eingangskanäle gibt es unterschiedliche Auslöser, "Trigger". So kann "If This Then That" beispielsweise darauf reagieren, dass man eine neue Twitter-Nachricht abschickt, ein Twitter-Kontakt einen Link herumschickt oder man einen Tweet als "Favoriten" markiert. Allein für Twitter gibt es zehn Trigger - die Anzahl der möglichen Kombinationen ist beachtlich.

Noch befindet sich der Dienst aus San Francisco in einer geschlossenen Beta-Phase, die beiden Entwickler verteilen nach der Anmeldung nach und nach Einladungscodes. Linden Tibbets, einer der beiden Gründer, beschreibt die Idee seines neuen Dienstes so: Ihm sei klar geworden, dass ein Werkzeugkasten zum Verknüpfen der zahlreichen existierenden Dienste erst ihr wahres kreatives Potential entfesseln könnte.

Für sich genommen mögen die Aufgaben, die "If This Then That" erledigt, simpel sein. Um sie zu automatisieren, ließe sich in vielen Fällen eine Wordpress-Installation auf einem Server aufsetzen und ein Plug-in konfigurieren. Das ist kein Hexenwerk und auch ohne Programmierkenntnisse möglich - praktisch ist es allerdings nicht.

"If This Then That" hingegen bietet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die sich mit ein paar Klicks selbst von absoluten Laien einrichten lassen ( siehe Fotostrecke). Ähnliche Dienste gibt es bisher nicht, sieht man von dem auf RSS-Feeds spezialsierten Angebot Yahoo Pipes ab. Das erfordert allerdings auch schon wieder eine gewisse Einarbeitungszeit.

Mit einer Einschränkung muss man bei "If This Then That" allerdings leben: Nur alle 15 Minuten prüft der Dienst, ob neue Updates vorliegen. Wem diese Zeitverzögerung nicht zu lang ist, der muss nur noch eine Entscheidung treffen: Will man dem Dienst wirklich den Zugriff auf die eigenen Accounts erlauben? Bequemlichkeit hat eben ihren Preis.

ore

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insgesamt 15 Beiträge
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andresa 20.05.2011
1. interessant!
gibt es auch if "facebook"-kampagne" the revolution? sieht so aus...der liveticker aus spanien: http://le-bohemien.net/2011/05/18/spaniens-jugend-auf-der-strasse
billger 20.05.2011
2. Rauschen
Zitat von sysopEine Twitter-Nachricht erzeugt ein Lesezeichen, das erscheint in einem Blogposting, woraufhin eine E-Mail verschickt wird: Solche Verknüpfungen können das Leben des Web-Junkies*ungemein erleichtern - der neue Dienst "If This Then That" erledigt sie mit wenigen Klicks. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,763136,00.html
Als wäre das digitale Rauschen, das zunehmend aus inhaltslosem Müll besteht, in dem die wichtigen Informationen unter gehen, noch nicht genug. Na, wer's braucht.
vtaktuell 20.05.2011
3. Nicht so überragend
Na, sooo überragend ist das auch nicht. Mit anderen Diensten, beispielsweise ping.fm, kann man auch sehr viele soziale Netzwerke gleichzeitig bedienen. Dass bei dem hier vorgestellten Dienst noch ein paar Einstellungsmöglichkeiten und selektive Verknüpfungen für bestimmte Spezialfälle dazukommen, mag ja ein ganz nettes Feature sein, wird aber in der Praxis nicht ganz so oft nötig werden.
kohlerich 20.05.2011
4. noch mehr Müll ...
Die Technik gibt es schon lange, in der kommerziellen Datenverarbeitung steuert man mit Ereignissen (Events ) seit langem komplexe Abläufe . Mit solchen Web-Diensten erreicht die Technik neue Kreise, die vorwiegende Nutzung wird jedoch SPAM-Erzeugung sein. Mit der Popularisierung solcher fragwürdigen öffentlichen Nutzung ( geringe Kontrolle und Überwachung, Mißbrauch) macht sich der Spiegel wieder mal zum Spießgesellen der Spammer .
albinoi 20.05.2011
5. Beta
Einladungen zur geschloßenen Beta werden übrigens hier (http://netzkommunikation.net/ifttt-twittern-unter-null-grad/) verteilt!
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