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Web-Fernsehen: ARD funkt der Konkurrenz hinterher

Von Dirk Kunde

Bilder in Zigarettenschachtel-Größe - und Schnipsel statt ganzer Sendungen - die ARD-Mediathek gibt ein schlechtes Bild ab. Mit Anlaufproblemen ist das nicht zu erklären. SPIEGEL ONLINE vergleicht das ARD-Angebot mit der Konkurrenz von ZDF, Privatsendern und Produzenten.

Was lange währt, wird manchmal eben doch nicht gut. Die ARD ist der letzte große Fernsehanbieter in Deutschland, der eine Bewegtbild-Plattform ins Internet stellt. Beim Test zeigen sich Schwächen, die ein paar Tage nach dem Start nicht mehr mit Anlaufschwierigkeiten zu erklären sind.

Das Gemeinschaftsprojekt der neun Landesrundfunkanstalten sowie der Deutschen Welle kommt ausgesprochen textlastig daher. Hier soll viel untergebracht werden. Erstaunlich: Die Sendergemeinschaft setzt einen Schwerpunkt beim Hörfunk. Am vergangenen Freitagmorgen waren zwei der drei Highlights auf der Homepage Hörfunkbeiträge.

Was die Mediathek alles bietet, könnte wohl niemand besser beschreiben als Armin, der nette ältere Herr aus der Sendung mit der Maus. Er erklärt, was Podcasts sind und schaut in der Oper Nachrichten auf dem iPhone – soll man aber nicht nachmachen.

Wirklich witzig ist der Vorspann des Videos. Im Stil einer Maus-Sendung wird das Intro in einer anderen Sprache wiederholt, diesmal in Fachchinesisch.

Stöbert man durch die Mediathek, wird man enttäuscht. Es gibt nur wenige komplette Sendungen. Meist sind es einzelne Beiträge aus Sendungen. Die "Lindenstraße" ist dabei, die "Tatort"-Folgen nicht. Von "Marienhof" und "Verbotene Liebe" gibt es nur 30-sekündige Zusammenfassungen. Ein Best of in 90 Sekunden bekommt man von "Schmidt & Pocher" zu sehen - das ist nicht viel mehr als ein Werbetrailer.

Bei den Einstellungen hat man die Wahl zwischen den Formaten Flash und Windows Media. Aber das Bild bleibt auf die Größe einer Zigarettenschachtel beschränkt. Ein Vollbildmodus existiert nicht.

Was die ARD Mediathek von anderen Angeboten unterscheidet, ist die Möglichkeit, viele Radio- und Fernsehbeiträge auf den eigenen Rechner zu laden. Normalerweise kann man sich nur einen sogenannten Stream anschauen. Durch den Download aber kann man die Beiträge später auf dem PC oder einem mobilen Gerät anhören oder ansehen. Eine Ausgabe der Tagesthemen ist 45 Megabyte groß.

Fazit: Die Download-Funktion gefällt, der Rest nicht. Echtes Online-Fernsehen sieht anders aus.

ZDF, RTL und Co. - SPIEGEL ONLINE zeigt, was die Konkurrenz im Web bietet:

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Mediathek: So stolpert die ARD ins Internet-Fernsehen

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