Web-Publishing So basteln Sie sich Ihre eigene Homepage

Computer-Nutzer (Symbolbild): Ohne technisches Fachwissen zur eigenen Homepage
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Computer-Nutzer (Symbolbild): Ohne technisches Fachwissen zur eigenen Homepage

Von Dieter Petereit

Webs: Umfangreiches Building-Tool für anspruchsvollere Nutzer



Webs ist definitiv kein unkompliziertes Tool, um die eigene Website ins Netz zu bringen. Vielmehr richtet sich Webs an eine Zielgruppe, die sich mit hohen Ansprüchen, wenn auch nicht mit hohem Budget, an einen Webdesigner wenden würde. So gesehen wildert Webs am offensichtlichsten im Revier der Webdesign-Branche.

Webs bietet neben den Standardtools wie Fotogalerien und Kalenderfunktionen auch Features wie Blogs, Foren, Einbindung von Social Media und vieles mehr. Ebenso lässt sich ein Etsy-kompatibles Storemodul integrieren. Es gibt Video-Blogging, Livechat, Voicemail und Podcasting. Zusätzlich lassen sich RSS-Feeds einlesen, Dateien und Dokumente hosten und verteilen. Eine Webs-Site kann auch als LifeStream-Aggregator Verwendung finden. Für optimierte Mobilsites steht ebenfalls ein Tool zur Verfügung.

Der Feature-Reichtum hat auch seine Schattenseiten. So gehört Webs zu den Lösungen mit dem höchsten Einarbeitungsaufwand in unserem Testfeld. Dabei wird deutlich: Wer sich für Webs entscheidet, trifft eine längerfristige Entscheidung. Zwar ist das erstmalige Erstellen einer Site als Arbeitsgrundlage mit einem hilfreichen Assistenten innerhalb von fünf Minuten erledigt. Einmal mit dem Backend konfrontiert, wird das weitere Arbeiten mit Webs allerdings mühsam, weil wenig intuitiv. Webs selbst mag die Assoziation mit Microsoft Office. Allerdings ließen sich im Test außer ähnlicher Symbolik keine funktionalen Ähnlichkeiten in der Bedienung erkennen.

Webs bietet zwar ein kostenloses Konto an. Leider kann man damit jedoch nicht sinnvoll arbeiten. Dies fängt mit dem zur Verfügung stehenden Speicherplatz von 40 MB an und hört bei dem inkludierten Datentransfer von 100 MB noch lange nicht auf. Ab dem Enhanced-Paket für monatlich 7,75 US-Dollar ist der Einsatz sinnvoll. In diesem Paket sind immerhin 25 GB Datentransfer sowie 1 GB Webspace enthalten, ebenso eine Domain und eine Handvoll E-Mailadressen. E-Commerce-Interessierte können 30 Produkte über das integrierte Shopsystem verkaufen, das jedoch deutsche Gesetze nicht vollumfänglich berücksichtigt.

Webs: Ein Baukasten-System für den gehobenen Anspruch, für die meisten Zwecke jedoch überdimensioniert
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Webs: Ein Baukasten-System für den gehobenen Anspruch, für die meisten Zwecke jedoch überdimensioniert

Webs-Nutzer müssen der englischen Sprache mächtig sein, Alternativen gibt es nicht. Zu empfehlen ist Webs nur Anwendern mit einem gehobenen Verständnis von Webdesign. Dafür erhalten diese das leistungsfähigste Paket im Testfeld, wenn auch das Shopmodul nicht zu empfehlen ist.

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insgesamt 64 Beiträge
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Medienkritiker 04.09.2011
1. basteln...
JAja, gleich kommen Sie wieder, die Verfechter reinen HTML-Codes. Die Retter vor unnütz aufgeblähten Code-Salats aus der Konserve;)
faustjucken_tk 04.09.2011
2. Schrott
Aber manche Leute sind ja gerne mit dem zweiten Platz zufrieden. Die kaufen dann für ihr Büro lieber einen Ledersessel statt das Geld in eine individuelle Website zu investieren.
Jott, 04.09.2011
3. Nicht vergessen:
Jedesmal, wenn eine Homepage mit einem dieser Fertigsysteme erstellt wird, stirbt irgendwo auf der Welt ein Web Designer...
Hercules Rockefeller, 04.09.2011
4. Das sind die Gewinner
Zitat von faustjucken_tkAber manche Leute sind ja gerne mit dem zweiten Platz zufrieden. Die kaufen dann für ihr Büro lieber einen Ledersessel statt das Geld in eine individuelle Website zu investieren.
Und das sind auch die, die irgendwann zur Topbrand im Web aufsteigen. Man muss es auch hier leider wieder erwähnen, aber das Appleprinzip greift im Grunde überall. Ich als Webnutzer bin jedenfalls von "individuellen" Webseiten genervt. Es gibt eben nicht so viel Spielraum, wenn es um gute Lesbarkeit und Bedienbarkeit geht-kennt man von der Zeitung oder dem Buch, gewisse individuelle Ausführungen machen sich gut im Schrank oder Schaufenster, aber miserabel beim lesen. Und so ist es auch bei Webseiten-da ist nicht viel mit Individualität, allenfalls einen kreativen Grafiker braucht man, alles andere verschlimmert die Sache oft nur. Zudem, je individueller eine Seite ist, desto weniger Kunden erreiche ich. Denn die Seite muss auf allen Geräten laufen. Und da immer mehr auf Tablets und Mobiltelefone zurückgreifen, ist weniger mehr und gewisse Standards müssen beachtet werden. Die Seite, die auf dem Desktop knorke aussieht, wird auf dem Mobiltelefon oft kaum mehr bedienbar. Wer bspw. eine Shoppingseite hat, die auch mobil zumindest Artikelsuche und Kauf desselben erlaubt, der kann die Kunden abgreifen, die im Blödmarkt schnell noch den Preis checken. Wer da zu individuell ist, spielt nur dem Blödmarkt in die Hände, denn dort kann man ungehindert zur Kasse gelangen. Selbst Amazon hat diesen Individualitätsfehler begangen. Deren Artikelsuche ist seit einigen Jahren Murks hoch drei, die listet alles mögliche auf, nur nicht nach Preisen und Anbieter geordnet. Mittlerweile finde ich Artikel auf Amazon per Google schneller, als auf der Amazonseite direkt. Aber individuell isses schon, kann man nicht anders sagen...
kraij 04.09.2011
5. Viel schlimmer
Zitat von sysopWebsites aus dem Fertig-Baukasten: Wer keine Agentur für die Erstellung der eigenen Homepage beauftragen will, bastelt sich seine Seite einfach selbst - praktische Angebote helfen dabei. Das Magazin "t3n" stellt sechs Systeme vor. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,782710,00.html
Die Begrifflichkeiten, welche die deutschen Medien allgemein verwenden. Zu Unizeiten hatten wir eine amerikanische Professorin für Mediatechnologie, der sich immer die Haare sträubten wenn jemand von seiner "Homepage" sprach. Die "Homepage" so erklärte sie, ist einzig und allein die Startseite einer "Website". Mit der fehlerhaften Anwendung solcher Begrifflichkeiten würden wir für reichlich Verwirrung sorgen bei "internationalen Kontakten". Beim Spiegel ist das auch noch nicht angekommen...
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