Von Matthias Kremp und Christian Stöcker
Kaum ein Software-Standard im Netz ist so umstritten wie Adobes Flash-Format. Das belegt schon ein kurzer Blick ins SPIEGEL-ONLINE-Forum. "Flash ist so überflüssig wie ein Buckel. Ein Sicherheitsloch obendrein", heißt es da unter anderem. Die Gegenrede findet sich kurz darunter: "Flash ist ein sehr leistungsstarkes Plug-in, welches in der Lage ist, multimediale Inhalte interaktiv und ansprechend dem User zur Verfügung zu stellen."
Der Kampf um die Software gleicht einem Glaubenskrieg. Dabei ist Flash Alltag. Der Standard ermöglicht unterschiedliche Web-Anwendungen wie Videos, Musik, interaktive Grafiken, Browser-Games und blinkende Werbebanner.
Klingt nicht gerade spektakulär. Und dennoch spaltet Flash die Web-Gemeinde seit Jahren. Auf höchster Ebene wurde der Zank zwischen zwei mächtigen Kontrahenten ausgetragen: Auf der einen Seite der Konzern Adobe, der neben Grafik- und Videobearbeitungssoftware auch mit Flash-Lizenzen Geld verdient; auf der anderen Seite der jüngst verstorbene Apple-Chef Steve Jobs, der Flash jahrelang bekämpft hat.
Jetzt scheint Jobs den Kampf posthum gewonnen zu haben. Adobe
selbst hat bestätigt, dass Flash für mobile Geräte und auch für
Unterhaltungselektronik wie Fernseher nicht mehr weiterentwickelt werden soll.
Im Blog-Eintrag, in dem Adobe das Ende von Flash für Mobilgeräte verkündete, finden sich Sätze, die von Jobs stammen könnten: "HTML5 läuft jetzt auf allen größeren Mobilgeräten, in manchen Fällen als einziger Standard. Das macht HTML5 zur besten Lösung, um Inhalte für den Browser auf allen mobilen Plattformen zu schaffen und zu präsentieren", heißt es an einer Stelle.
An dieser Entwicklung hat gerade Apple maßgeblichen Anteil. Noch immer sind 14,5 Prozent aller Smartphones rund um den Globus iPhones. iPads machen allein etwa zwei Drittel bis drei Viertel der weltweiten Tablet-Population aus. Mit schierer Marktmacht hat Apple über Flash gesiegt.
Nun also steht fest: Flash für Mobilgeräte wird einen langsamen Technologie-Tod sterben. Was aber bedeutet das für den Markt und vor allem für die Nutzer? Hier gibt es die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Flash-Wende.
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