WebOS: HP verschenkt sein Tablet-Betriebssystem

Als geschlossenes System gescheitert, bald als Open Source verfügbar: HP will sein System für Mobiltelefone und Tablets nun zur Weiterentwicklung völlig freigeben. Wie frei die Entwickler mit webOS umgehen dürfen, ist im Detail nicht bekannt, die Fans freuen sich dennoch.

Das webOS-Tablet: HP Touchpad Fotos
SPIEGEL ONLINE

Nach wochenlangem Rätselraten hat Hewlett-Packard (HP) endgültig über die Zukunft des hauseigenen mobilen Betriebssystems webOS entschieden: Das System wird nicht verkauft oder völlig aufgegeben, sondern als Open Source allen Entwicklern zur Verfügung gestellt. WebOS soll aber bei der Weiterentwicklung auch weiterhin Unterstützung von HP erhalten. Gemeinsam mit der Community wolle HP zu einer "neuen Generation von Anwendungen und Geräten gelangen", wie die neue HP-Chefin Meg Whitman erklärte. "Die besten Tage von webOS liegen noch vor uns", fügte sie in einer internen E-Mail an Mitarbeiter an.

Unter welcher Lizenz der webOS-Code veröffentlicht werden soll, wurde nicht erklärt. Erste Reaktionen auf die Ankündigung fallen unterschiedlich aus. Der einstige Apple-Manager und Erfinder des BeOS-Betriebssystems, Jean-Louis Gassée, glaubt den Beteuerungen von der schönen neuen Zukunft kein Wort. Die Open-Source-Freistellung eines Produkts sei nicht immer das Eingeständnis des Scheiterns, das würden die Beispiele von Linux oder Webkit zeigen. Aber diese Programme seien von Anfang an unter Open-Source-Bedingungen entwickelt worden, ihr Status sei nicht das Ergebnis einer erfolglosen Monetarisierung.

In der webOS-Community wird HPs Schritt durchaus positiv gesehen. So heißt es bei "webOSnation", im Grunde könne gesagt werden, dass es angesichts einer höchst lebendigen Nutzer- und Entwicklergemeinde geradezu für diese Entwicklung prädestiniert sei. "Das 'OS' in 'webOS' hätte schon immer 'Open Source' bedeuten müssen".

Während die HP-Verantwortlichen für die nächste Zukunft erst einmal an ihrer neuen Allianz mit Microsoft arbeiten, geht die Zeit der bisherigen webOS-basierten Tablets bei HP endgültig zu Ende. Zwar wird es irgendwann einmal vielleicht wieder HP-Tablets mit webOS geben, wie Meg Whitmann sagte, vorerst entwickelt HP aber Tablets, die das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 nutzen werden.

meu

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insgesamt 3 Beiträge
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1.
Kamillo 12.12.2011
Das wird WebOS nun auch nicht mehr retten. Aktuell werden keine Geräte mit dem OS verkauft, d.h. kein Wachstum der Benutzerbasis, also für Anbieter von Software und Dienstleistungen nicht so interessant, und auch eine Anpassung an andere Geräte als wie das HP Touchpad bzw. deren Smartphones erscheint unattraktiv, weil a) Android auch inzwischen Opensource ist, jeder es haben will und es sogar schon (wenn auch noch holprig) auf dem Touchpad läuft. Die Verbreitung von Android ist inzwischen größervals die von iOS. b) Diejenigen die kein Android haben wollen statt dessen mit Apple iOS glücklich sind. c) Windows 8 auf Tablets sehr vielversprechend ausssieht, das sieht auch HP so. HP hat einen großen Teil seiner WebOS-Entwickler entlassen und will nun die Arbeit kostenlos von freiwilligen Entwicklern kostenlos machen lassen. Schön blöd wer sich darauf einlässt.
2. Wieso nur...
AndyDaWiz 12.12.2011
...sind beim Thema Palm die Loser immer als erstes da ? Es ist sachlich falsch, was Sie schreiben. HP braucht Tablets, weil diese inzwischen zu Unternehmensumgebungen gehoeren...
3. hier:
AndyDaWiz 12.12.2011
The "OS" in "webOS" should have always meant "Open Source" [editorial] | The #1 HP webOS, TouchPad, Pre, and Veer Community | webOS Nation (http://www.webosnation.com/os-webos-should-have-always-meant-open-source)
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