Webshop-Urteil Händler muss Versandkosten automatisch zeigen

Verstecken gilt nicht: Das Oberlandesgericht Frankfurt zwingt einen Online-Händler, die Versandkosten deutlicher zu zeigen. Ein Link zu dem entsprechenden Passus der Geschäftsbedingungen genügt nicht.


Wer im Internet Waren anbietet, muss neben dem Kaufpreis automatisch auch die Liefer- und Versandkosten angeben. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt. Die fehlenden Angaben werteten die Richter als einen Wettbewerbsverstoß, der dem Anbieter unberechtigte Vorteile gegenüber möglichen Konkurrenten bieten könne.

Online-Einkäufe: Wer im Web verkauft, muss die Versandkosten neben den Warenpreisen veröffentlichten
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Online-Einkäufe: Wer im Web verkauft, muss die Versandkosten neben den Warenpreisen veröffentlichten

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage eines Händlers gegen einen Konkurrenten statt. Der Kläger hatte sich dagegen gewandt, dass der Konkurrent in seinem Webshop die Angaben zu den Liefer- und Zahlungsbedingungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen unterbrachte und darauf mit einem eigenen Link auf der Seite verwies.

Das OLG sah dies als nicht ausreichend an. Der Kunde müsse im Verlauf der Bestellung automatisch auf die Liefer- und Versandkosten aufmerksam gemacht werden. Jedenfalls genüge es nicht, wenn sich die Informationen auf einer Seite befänden, die erfahrungsgemäß vom Kunden nicht ohne weiteres angeklickt werde, so die Richter in dem in den Fachzeitschriften "OLG-Report" und " JurPC" veröffentlichten Urteil.

Az.: 6 U 85/07

lis/dpa



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