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Weltkarte mit Instagram-Fotos: Selfies aus der Ukraine Fotos

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Ob Schnappschüsse vom Nachbarn oder von Kämpfern aus der Ukraine: Die Website whatsthere.co zeigt die neusten Fotos von Instagram auf einer Weltkarte. Einige Bilder sind nur wenige Minuten alt.

Zum Beispiel hat sich ein junger Mann in der Hamburger HafenCity fotografieren lassen, sein Foto ist auf whatsthere.co mit genauen Geo-Koordinaten verzeichnet. Aus der zerstörten ukrainischen Stadt Debalzewe stammt ein neues Selfie von zwei jungen Frauen. Ein Foto aus ihrer Nähe soll einen Sprengkörper zeigen, der sich in den Straßenbeton gefressen hat.

So können sich Nutzer jetzt in der Welt umsehen: Auf whatsthere.co pinnen sie eine rote Stecknadel auf eine beliebige Stelle der Weltkarte. Prompt erscheinen im Umkreis die Instagram-Fotos der letzten sieben Tage. Wer zu einer bestimmten Stadt springen will, kann den auch entsprechenden Namen in eine Suchleiste tippen. Anders als bei ähnlichen Websites wie InstaEarth brauchen Nutzer dafür keinen Instagram-Account.

Das Kartenmaterial der Website stammt von Google Maps. Die Instagram-Fotos lassen sich durch Metadaten genau verorten. Instagram-Nutzer können in ihren Einstellungen wählen, ob ihre Bilder öffentlich oder privat sein sollen. Private Bilder erscheinen nicht auf whatsthere.co. Ob jedes Foto echt ist, lässt sich nicht sicher sagen - schließlich können die Metadaten auch manipuliert werden.

Erstellt wurde die Seite vor wenigen Tagen von George Moh, einem Software-Entwickler aus Singapur. Sie soll Nutzern vor allem interessante Orte in ihrer Umgebung zeigen, erklärt Moh auf Anfrage. "Wie gut ein Essen schmeckt, wie viel Spaß es an einem bestimmten Ort macht - das steckt oft in der Unterzeile eines einzigen Instagram-Bildes", schreibt der Entwickler auf Englisch. Dass es auf der Website aber weit mehr zu entdecken gibt als Ausgehtipps, zeigen wir in unserer Fotostrecke.

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Angeklickt: Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.


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