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03. Juni 2012, 07:25 Uhr

Datenverkehrprognose für 2016

1.300.000.000.000.000.000.000 Byte

Mehr als ein Zettabyte Daten, das Äquivalent von 328 Milliarden DVDs, wird 2016 durch die globalen IP-Datennetze geschleust, hat Netzwerkausrüster Cisco berechnet. Das stärkste Wachstum wird in Staaten erwartet, die heute kaum ans Netz angebunden sind. Den höchsten Durchsatz haben alte Bekannte.

Die Zahlen sind gewaltig. Bis 2016 werde sich das durch die weltweiten Computernetze transportierte Datenvolumen vervierfachen, hat der Netzwerkausrüster Cisco berechnet. 1,3 Zettabyte Daten, das ist eine Zahl mit 20 Nullen, sollen dann pro Jahr durch die Datenleitungen flitzen. Die Ergebnisse sind Teil des Cisco VNI Global IP Traffic Forecast, einer jährlich erhobenen Studie, mit der die Wachstumsaussichten und Trends des weltweiten Datenverkehrs über das Internet-Protokoll (IP) ermittelt werden sollen.

Der meiste Datenverkehr wird demnach künftig im Asien-Pazifik-Raum generiert, wo im Jahr 2016 monatlich 40,5 Exabyte durch die Leitungen fließen sollen, weit mehr sogar als in den USA, die als zweitgrößter Datentransporteur nur auf 27,5 Exabyte kommen sollen. Damit wird in der Top-Traffic-Region das Äquivalent von 14 Millionen DVDs über die Netzwerke transferiert - pro Stunde. Statista hat die Zahlen grafisch aufbereitet.

Das stärkste Wachstum wird jedoch für den Nahen Osten und Afrika vorhergesagt, wo sich das Datenaufkommen bis 2016 verzehnfachen soll, ausgehend allerdings von einem vergleichsweise niedrigen Wert heute.

Das sind gewaltige Zahlen, die vermuten lassen könnten, dass die Menschheit künftig nur noch vor dem Bildschirm sitzt und durchs Netz surft. Dem ist nicht so. Tatsächlich haben ganz andere Anwendungen als das Websurfen maßgeblichen Anteil an der Zunahme des Netzverkehrs, Internettelefonie (VoIP) und Web-Fernsehen (IPTV) beispielsweise.

Das durch IP-Videokonferenzen erzeugte Datenvolumen etwa wird der Prognose zufolge mehr als doppelt so schnell zunehmen wie der übrige durch Unternehmen erzeugte IP-Datenverkehr. Größter Wachstumstreiber ist laut Cisco aber die Videonutzung durch Privatpersonen. Für 2016 erwarten die Netzwerkspezialisten einen Durchsatz von 1,2 Millionen Minuten Videomaterial, die pro Sekunde durch die digitalen Netze ausgeliefert werden.

Der relative Anteil des Traffic, den Internettauschbörsen (P2P) verursachen, wird im Vergleich zum Gesamtvolumen drastisch zurückgehen, von 77 auf 54 Prozent. In absoluten Zahlen wird der P2P-Datenverkehr dennoch von 4,6 Exabyte im Monat auf monatlich zehn Exabyte 2016 ansteigen.

In Deutschland wird das über die Netze transportierte Datenvolumen bis 2016 von 19 auf 68 Exabyte im Jahr anschwellen. Viel dramatischer aber fällt der Anstieg der mobil genutzten Bandbreite aus: Statt 18 Petabyte monatlich müssen nach Ciscos Prognose dann 394 Petabyte monatlich durch die Mobilfunknetze geschleust werden, 21-mal mehr als heute. Gegenüber den USA sind aber auch das noch bescheidene Werte, denn dort werden im Jahr 2016 laut Cisco 22 Exabyte über die Datenleitungen transportiert, pro Monat, nicht pro Jahr.

mak

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