WhatsApp Indonesiens Regierung will homosexuelle Emojis verbieten

Messenger wie WhatsApp sollen Bilder gleichgeschlechtlicher Paare aus ihrer Emoji-Palette streichen, fordert die indonesische Regierung. Einen ersten Erfolg kann sie schon verzeichnen.

WhatsApp-Emojis: In Indonesien stört sich die Regierung an dieser Auswahl

WhatsApp-Emojis: In Indonesien stört sich die Regierung an dieser Auswahl


Emojis von gleichgeschlechtlichen Paaren sollen nach dem Willen der indonesischen Regierung nicht mehr auf Smartphone-Bildschirmen in ihrem Land auftauchen.

"Soziale Medien müssen die Kultur der Länder respektieren, in denen sie eine große Zahl von Nutzern haben", sagte ein Sprecher des Informationsministeriums am Donnerstag. Nutzer der Messaging-Dienste Whatsapp und Line hätten sich über die bunten Bildchen mit homosexuellen Motiven beschwert.

Der Anbieter Line habe sie daraufhin für Indonesien gelöscht, sagte der Sprecher. Andere Anbieter sollten das auch tun, forderte er. Indonesien ist das bevölkerungsreichste Land der Welt mit einer muslimischen Mehrheit. Homosexualität steht nicht unter Strafe, viele Bewohner haben aber konservative Ansichten.

Im Januar erst hatte der Wissenschaftsminister des Landes, Muhammad Nasir, gefordert, dass es LGBT-Gruppen nicht erlaubt werden dürfe, sich an Universitäten auszubreiten. LGBT ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Nasirs Ansichten nach sollten Homosexuelle zwar volle Bürgerrechte haben, sich in der Öffentlichkeit aber zurückhalten.

dpa/gru

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kommanditente 11.02.2016
1. Ich kann zwar verstehen
dass unser Lebensverständnis nicht von allen Kulturen geteilt wird, aber das Anliegen erscheint mir dennoch widersinnig, denn auch das Wort "Homosexualität" ist lediglich ein Platzhalter für gleichgeschlechtliche Liebe, das müssten sie dann auch verbieten. Es gibt Homosexualität nun einmal und ein Verbot von Symbolen oder Wörtern dafür bringt nichts. Man verbietet es und die Leute nennen es in Zukunft "Kopfsalat" und bald weiss jeder, was damit gemeint ist. Warum akzeptieren die Menschen nicht einfach die Realität? Oder anders: warum machen sie sich - und vor allem anderen - das Leben unnötig schwer?
globalundnichtanders 11.02.2016
2. Merkwürdige Einstellung
Niemand zwingt die Nutzer in solchen Staaten, Whatsapp und co zu nutzen. Tun sie es dennoch, dann müssen sie einfach damit leben. Würde mich ja auch nicht aufregen wenn da jetzt ein Emoji mit muslimischer Symbolik auftauchen würde.
thsherlok 11.02.2016
3. Einfache Lösung
Alle Emojis bekommen eine Ganzkörperverschleierung. Da kann sich dann jeder selbst denken welches Geschlecht darunter ist. Als Erweiterung sollte jeder Text automatisch mit einem schwarzen Balken versehen werden.
Abbuzze 11.02.2016
4. Nicht so einfach wie manche denken...
Sehen wir es doch mal so. Vielen platzt vielen hier der Kragen, wenn jemand in einem Flüchtlingsheim sich nicht von einer Frau bedienen lassen möchte (Stichwort "freiheitliche demokratische Grundordnung"). Zur Recht (meine persönliche Meinung) Nur das diese Grundordnung eben auf gemeinheitlichen Vorstellungen beruht, die Außenstehende nicht unbedingt gut finden müssen. In diesem Fall sind wir schlicht die Außenstehende. Wir müssen es nicht gut finden, dass die Indonesische Regierung öffentliche Homosexualiät nicht mag, aber dies stellt deren Grundordnung in ihrem Land da. Solange niemand für seine sexuelle Ausrichtung verfolgt wird wie in Russland, ist das zwar für mich persönlich unnötig, aber genauso wie ich erwarte, dass Gäste sich hier an die Landesgepflogenheitenheiten halten, kann die indonesische Regierung mit gutem Recht das gleiche erwarten.
danenffm 11.02.2016
5. Keine anderen Probleme?
Na, wenn die indonesische Regierung keine dringenderen Probleme hat? Z.B. die Abholzung des Regenwaldes in Borneo, den grassiereden Islamismus in Aceh, Verarmung, Korruption.....
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